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Kulturnachrichten

Dienstag, 17. November 2015

Cornelia Funke erhält Annette-von-Droste-Hülshoff-Preis

Die Schriftstellerin wird am 3. Dezember ausgezeichnet

Mit dem Droste-Hülshoff-Preis soll die literarische Leistung Cornelia Funkes gewürdigt werden. Sie sei eine "hinreißende und kunstvolle Erzählerin, die es versteht, Leserinnen und Leser jeden Alters in verschiedenste Fantasiewelten eintauchen zu lassen", heißt es in der Begründung der Jury. Die Vorliebe für Märchen teile die Schriftstellerin mit der Namensgeberin des Preises, Annette von Droste-Hülshoff. Der Preis wird am 3. Dezember in Oelde verliehen. Er ist mit 12.800 Euro dotiert. Funke gilt als erfolgreichste deutsche Kinder- und Jugendbuchautorin, die es auch international zu Renommee gebracht hat. Zu ihren bekanntesten Werken zählen "Die Wilden Hühner", "Drachenreiter" und die "Tintenwelt"-Trilogie, die zum Teil verfilmt wurden. Der Landschaftsverband verleiht den westfälischen Literaturpreis seit 1953 alle zwei Jahre im Wechsel mit dem Konrad-von-Soest-Preis (Kunst) und dem Hans-Werner-Henze-Preis (Musik).

"Die Welt" trennt sich von Matussek

Eklat bei der Zeitung – Autor fliegt raus

Nach der Eskalation einer Redaktionskonferenz trennt sich die Welt-Gruppe mit sofortiger Wirkung von Autor Matthias Matussek. Der Kolumnist hatte die Chefredakteure Jan-Eric Peters und Vize Ulf Pschardt als "Arschloch" bezeichnet. Eine Sprecherin der Axel Springer SE bestätigte MEEDIA, wird sich die Weltgruppe mit sofortiger Wirkung von ihrem Autor trennen. Der langjährige Spiegel-Autor und Kulturchef Matussek hatte bei Facebook nach den Attentaten geschrieben: „Ich schätze mal, der Terror von Paris wird auch unseres Debatten über offene Grenzen und eine Viertelmillion unregistrierter junger islamischer Männer im Lande in eine ganz neue frische Richtung bewegen"… und sein Posting mit einem Smiley abgeschlossen.

"Charlie Hebdo" reagiert auf Terror von Paris

Dem Terror wird Lebensfreude entgegengesetzt

Mehrere französische und deutsche Medien haben online die neue Titelseite des Pariser Satiremagazins verbreitet. "Sie haben die Waffen", steht auf dem rot unterlegten Titel. "Wir scheißen auf sie, wir haben den Champagner!" Auf dem Cover ist ein Mann zu sehen, der ein Glas Champagner trinkt. Aus seinem von Kugeln durchlöcherten Körper strömt der Alkohol. Der Titel ist als Reaktion auf die Terroranschläge mit 129 Todesopfern am Freitag in Paris zu verstehen. Die einzige Antwort auf die Terroristen müsse lauten, dass der Terror, den sie versuchen zu verbreiten, unnütz sei, zitierte die französische Zeitung "Libération" heute aus dem Leitartikel der Ausgabe. Das Heft erscheint morgen.

Verdacht auf NS-Raubkunst in Kunsthalle Mannheim

Darunter Werke von Degas und Moholy-Nagy

Auf der Suche nach NS-Raubkunst hat die Kunsthalle Mannheim mehrere Verdachtsfälle aufgespürt. Bei 18 Skulpturen und Malereien gebe es Hinweise, dass es sich um NS-Raubkunst handeln könnte, teilte die Kunsthalle mit. Darunter seien Werke namhafter Künstler wie László Moholy-Nagy, Max Slevogt und Edgar Degas. Die Gemälde und Skulpturen würden nun dem Deutschen Zentrum für Kulturgutverluste gemeldet und auf der Homepage der Online-Datenbank Lostart veröffentlicht. Damit sollen während des Nationalsozialismus unrechtmäßig entzogene Kunstwerke ihren früheren Besitzern oder deren Erben zurückgegeben werden. Bereits seit Ende 2011 erforscht die Kunsthalle die Herkunft aller Gemälde, Skulpturen und Grafiken aus dem eigenen Bestand. Mit der Überprüfung von Malereien und Skulpturen sei nun nach drei Jahren der erste Abschnitt abgeschlossen.

Haruki Murakami erhält Hans-Christian-Andersen-Preis

Preis wird in Odense verliehen

Der japanische Autor Haruki Murakami ist mit dem diesjährigen Hans-Christian-Andersen-Literaturpreis ausgezeichnet worden. Die Jury würdigte in ihrer Entscheidung Murakamis "Mischung aus klassischer Erzählung, Popkultur, japanischer Tradition, traumartigem Realismus und philosphischen Debatten". Die Preisverleihung findet im Oktober in Odense statt, dem Geburtsort des dänischen Märchen-Autors Hans Christian Andersen. Murakami hat eine eingeschworene Fangemeinde und wird immer wieder als Anwärter für den Literaturnobelpreis gehandelt.

Franz Schubert im Internet

Akademie der Wissenschaften stellt Schubert-Archiv online

Die Österreichische Akademie der Wissenschaften hat mehr als 1000 handschriftliche und gedruckte Quellen des Wiener Komponisten Franz Schubert (1797-1828) ins Internet gestellt. Unter www.schubert-online.at finden sich Handschriften sowie Erst- und Frühdrucke von Liedern, Klavier- und Kammermusik, Symphonien, Messen und Bühnenwerken, heißt es von der Akademie. Hinzu kommen Briefe und persönliche Unterlagen. Die Dokumente stammen unter anderem aus dem Bestand der Österreichischen Nationalbibliothek, der Norwegischen Nationalbibliothek sowie der Staatsbibliothek zu Berlin. Nach Angaben der Österreichischen Akademie der Wissenschaften handelt es sich um die weltweit größte digitale Schubert-Sammlung.

Bund fördert Verbundprojekt der freien Theater

12 Millionen für Kooperationsprojekt

Der Bund fördert ein Verbundprojekt der sieben größten Zentren der freien Tanz- und Theaterszene in Deutschland. Der Haushaltsausschuss des Bundestages gab dafür zwölf Millionen Euro in den kommenden drei Jahren frei. Allein in Nordrhein-Westfalen sind drei Häuser an dem Projekt beteiligt: das Forum Freies Theater und das tanzhaus nrw in Düsseldorf sowie PACT Zollverein in Essen. Außerdem gehören die Theater HAU Hebbel am Ufer in Berlin, Hellerau Europäisches Zentrum der Künste Dresden, Kampnagel Hamburg und Künstlerhaus Mousonturm Frankfurt am Main zu dem Verbund. Im Laufe der vergangenen Jahrzehnte seien die sieben Bühnen zu wichtigen und weltweit bekannten Institutionen geworden, heißt es zur Begründung. Bundesweit wollen sie nun ihre Ressourcen und Kompetenzen bündeln.

Enzyklopädie des Märchens vollendet

Nach knapp 60 Jahren abgeschlossen

Eines der größten volkskundlichen Editionsprojekte der deutschen Wissenschaft ist abgeschlossen. Knapp 60 Jahre nach Beginn der Arbeiten sei die Enzyklopädie des Märchens vollendet, teilte die Akademie der Wissenschaften zu Göttingen mit. Das Handwörterbuch zur historischen und vergleichenden Erzählforschung liege nun in 15 Bänden vor. Mehr als 1000 Autoren aus 80 Ländern sind darin mit knapp 4000 Artikeln vertreten. Offiziell endet das Großprojekt mit einer internationalen Konferenz der Erzählforscher am 25. und 26. November in Göttingen.

"Jugend musiziert" in Kassel

Bundeswettbewerb in Documenta-Stadt

Die 53. Auflage des Bundeswettbewerbs "Jugend musiziert" wird kommendes Jahr in Kassel veranstaltet. Nach Angaben der Stadtverwaltung werden etwa 2500 Teilnehmer erwartet. Für den Bundeswettbewerb vom 13. bis zum 20. Mai müssen sich die Kinder und Jugendlichen in Regional- und Landeswettbewerben qualifizieren.

Erneut Bamberger Kirche gesperrt

Die Kirche wurde wegen Einsturzgefahr geschlossen

Die Bamberger Kirche Sankt Getreu ist wegen statischer Mängel ab sofort gesperrt. Dies habe ein Gutachten ergeben, teilte die Stadt mit. Demnach könnte die Dachkonstruktion teilweise zusammenbrechen. Bereits im März war das Gotteshaus zum Teil gesperrt worden, da große Putzfragmente herabfielen. Die Sankt-Getreu-Kirche ist eine der schönsten barocken Sakralbauten in Bayern. Sie entstand zwischen 1652 und 1732 nach Plänen von Justus Heinrich Dientzenhofer. Die Kirche ist nach der Klosterkirche Sankt Michael bereits das zweite Gotteshaus in Bamberg, das wegen statischer Probleme nicht betreten werden kann. Bis Ende 2014 war Sankt Getreu Ausweichquartier für das Gotteshaus auf dem Michaelsberg.

Cologne Fine Art erstmals mit zeitgenössischer Kunst

COFA Contemporary

Die Kunstmesse Cologne Fine Art zeigt dieses Jahr erstmals auch zeitgenössische Kunst. Diese Werke, die nach dem Jahr 2000 entstanden sind, werden in einem eigenen Bereich unter der Bezeichnung COFA Contemporary präsentiert. Die 40 Aussteller dieser Plattform kommen alle aus dem Rheinland und wurden von der Messe speziell eingeladen. Die Gefahr einer Konkurrenz zur wesentlich größeren Art Cologne im Frühjahr sehe sie nicht, sagte Messechefin Cornelia Zinken. Es gehe hier eher um eine "Leistungsschau des Rheinlands". Den Hauptteil der Messe vom 18. bis zum 22. November gestalten 107 Galerien und Kunsthändler, deren Spektrum von der Antike bis zum 20. Jahrhundert reicht.

Rund 2000 Jahre altes Schlachtfeld lokalisiert

Hier fand Schlacht zwischen Treverern und Römern statt

Auf einer Anhöhe bei Riol in Rheinland-Pfalz soll es nach dem Tod des Kaisers Nero eine bedeutende Schlacht mit den Römern gegeben haben. Das habe eine neu aufgetauchte private Sammlung von Funden aus den 80er Jahren bestätigt, heißt es von der Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz. Zu den rund 20 Funden gehörten etwa Schnallen von Schienenpanzern, eiserne Lanzenspitzen und Schleuderbleie. Die Schlacht zwischen Treverern und Römern im Jahr 70 bei Riol war bekannt, aber nicht der genaue Ort des Schlachtfeldes.

Berlinale-Retrospektive über deutsch-deutsches Kino

Filmische Perspektiven in Ost und West

Die 66. Berlinale erzählt in ihrer Retrospektive ein Stück deutsch-deutsche Filmgeschichte. Unter dem Titel "Deutschland 1966 - Filmische Perspektiven in Ost und West" zeigen die Internationalen Filmfestspiele Berlin Filme, die ein Wendepunkt im deutschen Kino waren. Vor 50 Jahren habe Aufbruchstimmung geherrscht, so die Berlinale. Im Westen stellten sich die Autorenfilmer den Widersprüchen der Wirtschaftswunderzeit, im Osten hinterfragten junge Regisseure den sozialistischen Alltag, heißt es weiter. Gezeigt werden 20 Spiel- und Dokumentarfilme, darunter Peter Schamonis "Schonzeit für Füchse", Volker Schlöndorffs "Der junge Törless", Hermann Zschoches "Karla" und Jürgen Böttchers "Jahrgang 45". Die Berlinale findet vom 11. bis 21. Februar statt.

Nena sagt Konzert in Passau ab

Grund ist die aktuelle Flüchtlingslage

Das Konzert war für Donnerstag in der Dreiländerhalle geplant. Es seien immer wieder Anfragen von besorgten Fans beim Veranstalter eingegangen, ob denn das Konzert in Passau aufgrund der angespannten Lage dort überhaupt stattfinden würde, teilte die Sängerin auf ihrer Internetseite mit. Die Fans hätten Bedenken geäußert, dass die Dreiländerhalle, die auch als Notquartier für Flüchtlinge dient, extra für das Konzert geräumt werden müsse. Das Konzert wird nun auf den 9. Juni im nächsten Jahr verschoben. Die Karten behalten ihre Gültigkeit. Bei der Stadt Passau stößt die Absage auf Unverständnis. Am 3. November wurde die Halle geräumt und stände zur Verfügung, sagte eine Stadtsprecherin. Beide Seiten müssten sich an die vertraglichen Bestimmungen halten.

Institut für Religion und Gesellschaft

Start an der Universität Bochum

Das neue Institut für Religion und Gesellschaft (IFRG) an der Universität Bochum wird kommende Woche eröffnet. Die Einrichtung unter Leitung der Professorin für Praktische Theologie, Isolde Karle, solle eine Schnittstelle zwischen Theologie und Soziologie, Religionswissenschaft und Anthropologie bilden, teilte die Ruhr-Uni heute in Bochum mit. Anhand möglichst lebensnaher Forschungsfragen soll geklärt werden, welche Rolle Religion und Kirche in Kultur und Gesellschaft spielen und welche Bedeutung sie für die Lebensführung einzelner Menschen haben. Impulse sollen dabei regelmäßige Kontakte zu Forschern insbesondere aus dem Ausland setzen, hieß es. Die Eröffnung des Instituts für Religion und Gesellschaft findet am Mittwoch, den 25. November statt.

Ehrung für Deutsches Hygiene-Museum

Sächsischer Museumspreis

Das Deutsche Hygiene-Museum in Dresden wird unter anderem für seine Angebote für Jugendliche und Kinder geehrt. Sachsens Kunstministerin Eva-Maria Stange lobte bei der Preisverleihung in Radebeul auch die Sonderausstellungen, die sich mit aktuellen Fragestellungen beschäftigen. Die Hauptauszeichnung des Sächsischen Museumspreises ist mit 20.000 Euro dotiert.

Hilfsfonds für französische Musiker nach Paris-Attentaten

Geld soll Mehrausgaben nach Anschlägen kompensieren

Nach den Attentaten in Paris will die französische Kulturministerin Fleur Pellerin einen Hilfsfonds für Musikschaffende ins Leben rufen. Man werde alles tun, damit die Musik in Frankreich weiterhin lebe, sagte die sozialistische Politikerin. Mit dem Geld solle unter anderem den Produzenten von Musikveranstaltungen und Betreibern von Konzertsälen geholfen werden, die Mehrkosten für zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen zu bezahlen oder den möglichen Gewinnausfall durch rückläufige Besucherzahlen auszugleichen. Angesichts der Barbarei sei die Kultur Frankreichs wichtigster Schutzschild, die Künstler seien die beste Waffe, so Pellerin. Die Höhe des Hilfsfonds wurde nicht bekanntgegeben.

Denzel Washington bekommt Golden-Globe-Ehrenpreis

Auslandspresse ehrt seine "lange Karriere"

US-Schauspieler Denzel Washington erhält den "Cecil B. DeMille Award", den Golden-Globe-Ehrenpreis, wie der Verband der Auslandspresse in Los Angeles bekanntgab. "Washingtons lange und geschichtenreiche Karriere ist gekennzeichnet durch seine zahllosen Rollen vor und hinter der Kamera", so Verbandspräsident Lorenzo Soria zur Begründung. Verliehen wird die Auszeichnung dem 60-Jährigen bei der Golden-Globe-Gala am 10. Januar 2016. Washington ist zweifacher Oscar- und zweifacher Golden-Globe-Preisträger.

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Fazit

Visual Lead AwardsMit Fotografien neue Erzählformen finden
Die Deichtorhallen präsentieren vom 27. August bis 30. Oktober 2016 alle Nominierten und Gewinner des Visual Lead Awards. (Tamara Göbel)

Auch in diesem Jahr werden in den Hamburger Deichtorhallen die Nominierten und Gewinner der Visual Lead Awards ausgestellt: Die besten Fotoreportagen, Anzeigen und Websites, die 2015 in Deutschland erschienen sind. Einige findet unsere Autorin herausragend. Mehr

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