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Kulturnachrichten

Sonntag, 1. November 2015

Clemens J. Setz erhält Wilhelm-Raabe-Literaturpreis

Er wurde für seinen neuesten Roman geehrt

Der österreichische Schriftsteller und Übersetzer Clemens J. Setz (32) hat in Braunschweig den mit 30.000 Euro dotierten Wilhelm-Raabe-Literaturpreis bekommen. Der Schriftsteller wurde für seinen Roman "Die Stunde zwischen Frau und Gitarre" geehrt. Die Jury lobte vor allem den virtuosen Schreibstil des Autors. Der Wilhelm-Raabe-Literaturpreis gehört zu den bedeutendsten literarischen Auszeichnungen im deutschsprachigen Raum. Mit großem Sprachwitz entwerfe der universal gebildete Autor einen Thriller mit zahllosen Bezügen zur Hoch- und Populärkultur, hieß es. Spielerisch würden verschiedene Erzählarten integriert und Realitätsversionen probiert. Setz führe mitten hinein in zentrale Fragen der Gegenwart. Der Preis wurde bei einem Matinee-Festakt im Braunschweiger Staatstheater übergeben.

Michael Werner kritisiert geplantes Kulturgutschutzgesetz

Kunsthändler sieht keinen Bedarf an Gesetzes-Novelle

Kunsthändler Michael Werner hat sich in einem Kommentar in der Zeitung "Die Welt" entschieden gegen die geplante Novelle zum Kulturgutschutzgesetz gestellt. Laut Werner seien Kultur und Geld keine Gegner und man dürfe nationale Identität und Kunsthandel nicht zu Kontrahenten aufbauen. Der Handel sei gar der wichtigste Teil des Kunstbetriebs. "In unserer Realität muss jeder Künstler, allein oder mithilfe eines Galeristen, auf dem Markt Abnehmer finden, ohne dabei seine Kunst aus den Augen zu verlieren", schrieb Werner. Grütters sollte die Kunst beschützen, schade ihr aber nur, wenn sie den Kunsthandel gefährde, denn "ohne den Kunstmarkt gibt es keine Kunst." Werner schreibt weiter, der Kunsthandel sei nicht Gegner, sondern einziger Träger des Kunstlebens. Gerade der Handel könne einen entscheidenden Beitrag zur nationalen Identität leisten.

Grütters plant neues Filmförderungsgesetz

Kreativität und Mut sollen im deutschen Film gestärkt werden

Kulturstaatsministerin Monika Grütters will mit einem neuen Filmförderungsgesetz Kreativität und Mut im deutschen Film stärken. Sie kündigte "inhaltliche Weichenstellungen" an, die die kulturpolitischen und kulturellen Aspekte der Filmförderung verstärken. "Auch weniger bekannte Filmemacher und innovative Formen sollen einen angemessenen und vielleicht auch größeren Raum bekommen", sagte Grütters. Zu den geplanten Maßnahmen gehören etwa eine verstärkte Drehbuch- und Kurzfilmförderung, die Berufung von mehr Filmexperten in die Entscheidungsgremien und eine bessere Versorgung der Kinos mit Filmkopien im ländlichen Raum.

Schauspieler Hans Teuscher gestorben

Er erlag seinem Krebsleiden

Der Schauspieler Hans Teuscher ist im Alter von 78 Jahren gestorben. Er sei am Samstag in Berlin seinem Krebsleiden erlegen, teilte seine Agentur Nicolai mit. Teuscher, der 1937 in Dresden geboren wurde, stammte aus einer weit verzweigten Schauspielerfamilie. Nach dem Krieg lebte er vorübergehend im Allgäu, wo er bereits als Kind zum Theater kam. Nach seinem Abschluss an der Theaterhochschule Leipzig spielte er unter anderem als Mitglied an der Berliner Volksbühne, dem Deutschen Theater Berlin und dem Staatsschauspiel Dresden. Bald kam er zum Film und wirkte in der DDR bei Dutzenden Produktionen mit. 1988 ging Teuscher nach Westdeutschland und spielte auch dort auf zahlreichen Bühnen. In Berlin war er unter anderem am Renaissance-Theater und in verschiedenen Musical-Produktionen des Theaters des Westens zu sehen - etwa in "My Fair Lady" oder "Zustände wie im alten Rom".

Polnische Doku erhält internationale Goldene Taube

Der Preis im deutschen Wettbewerb geht an Tom Lemke

Der polnische Dokumentarfilm "Brothers" von Wojciech Staron hat die Goldene Taube im internationalen Wettbewerb des Dokumentar- und Animationsfilmfestivals Dok Leipzig gewonnen. Für seinen Film über ein altes polnisches Brüderpaar erhielt der polnische Filmemacher außerdem den Preis der Ökumenischen Jury. Im deutschen Wettbewerb erhielt Tom Lemke die Goldene Taube für seinen Film "Land am Wasser". Beide Preise sind mit jeweils 10 000 Euro dotiert. Erstmals wurde in diesem Jahr der beste kurze deutsche Dokumentar- und Animationsfilm mit einer Goldenen Taube ausgezeichnet. Sie ging an Benjamin Kahlmeyer für "Eisen". Insgesamt wurden in Leipzig sieben Goldene und eine Silberne Taube sowie weitere Auszeichnungen mit einem Preisgeld von zusammen 75 500 Euro vergeben. Damit ist DOK Leipzig das nach Veranstalterangaben höchstdotierte Dokumentarfilmfestival in Deutschland. Dieses Jahr hat es seinen Besucherrekord geknackt. Wie die Organisatoren zum Abschluss am Sonntag mitteilten, wurden in der zurückliegenden Woche rund 48.000 Gäste gezählt.

Parzinger fordert Rettung der Schinkel-Kirche in Berlin

Kirche sei durch geplante Luxuswohnungen gefährdet

Der Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Hermann Parzinger, hat eindringlich zur Rettung der Friedrichswerderschen Kirche in der historischen Mitte Berlins aufgerufen. Durch geplante neue Luxuswohnungen nur wenige Meter entfernt sei der einmalige Schinkel-Bau in seiner Substanz gefährdet, sagte Parzinger. "Berlin muss in allerletzter Minute dafür sorgen, dass der Neubau genügend Abstand zu diesem Kleinod hält." Der Bau eines ersten Luxusblocks nur dreieinhalb Meter entfernt hatte 2012 zu so schweren Schäden geführt, dass der neugotische Backsteinbau geschlossen werden musste. Die Stiftung hatte das aufwendig restaurierte Gebäude, das im Besitz der evangelischen Kirche ist, seit 2001 für eine Skulpturenausstellung der Alten Nationalgalerie genutzt.

Rainald Goetz mit Georg-Büchner-Preis ausgezeichnet

Ehrung gilt als wichtigste literarische Auszeichnung in Deutschland

Der Schriftsteller Rainald Goetz hat den renommierten Georg-Büchner-Preis erhalten. Dem 61-jährigen Autor wurde die mit 50 000 Euro dotierte Auszeichnung im Darmstädter Staatstheater verliehen. Die Ehrung gilt als wichtigste literarische Auszeichnung in Deutschland. Goetz habe sich "mit einzigartiger Intensität zum Chronisten der Gegenwart und ihrer Kultur gemacht", hieß es in der Begründung der Jury. Im Rahmen der Verleihung wurde der Sprachwissenschaftler Peter Eisenberg mit dem Sigmund-Freud-Preis ausgezeichnet, die Journalistin Gabriele Goettle erhielt den Johann-Heinrich-Merck-Preis. Beide Auszeichnungen sind jeweils mit 20 000 Euro dotiert.

Zwei berühmte Bilder von Hieronymus Bosch in Zweifel gezogen

Experten bezweifeln, dass die Bilder von ihm persönlich gemalt wurden

Zwei berühmte Bilder, die bisher dem niederländischen Maler Hieronymus Bosch (etwa 1450 bis 1516) zugeschrieben wurden, sind nach Ansicht von Experten vermutlich nicht vom Meister persönlich gemalt worden. Dies ist das Ergebnis einer mehrjährigen Untersuchung durch das Bosch Research and Conservation Project. Das Bild "Die Kreuztragung" aus dem Museum der Schönen Künste in Gent sei zwar in seinem Atelier hergestellt worden, aber nicht von Bosch gemalt worden. Dies gelte vermutlich auch für das weltbekannte Werk "Die sieben Todsünden" aus dem Prado in Madrid, das allerdings von den Wissenschaftlern nicht eingehend untersucht worden sei. Hingegen sei eine in privatem Besitz befindliche Zeichnung "Höllenlandschaft", die bisher der Werkstatt Boschs zugeordnet wurde, ein Werk des Meisters selbst. Diese Zeichnung soll unter anderem im kommenden Februar in einer Ausstellung im Noordbrabants Museum in 's-Hertogenbosch gezeigt werden.

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