Seit 01:05 Uhr Tonart
 
  • facebook
  •  
  • twitter
  •  
  • instagram
  •  
  • spotify
 
Seit 01:05 Uhr Tonart
 
 

Kulturnachrichten

Samstag, 12. März 2016

Burgtheater-Finanzskandal: Intendant Hartmann entlastet

Gutachten belastet die ehemalige kaufmännische Direktorin

Vor zwei Jahren wurde der Intendant des Wiener Burgtheaters, Matthias Hartmann, wegen seiner angeblichen Verwicklung in einen Finanzskandal entlassen, jetzt klärt ein Gutachten über die Vorgänge auf wie österreichische Medien berichten. Die ehemalige kaufmännische Direktorin des Burgtheaters, Silvia Stantejsky, wird nun der Steuerhinterziehung und Bilanzfälschung verdächtigt. Es geht um Abgabenhinterziehung in Höhe von 2,4 Millionen Euro in den Jahren 2008 bis 2013. Unter anderem waren Künstler schwarz beschäftigt, so wie Steuern und Sozialabgaben hinterzogen worden. Matthias Hartmann klagte seit seiner Entlassung gegen seinen ehemaligen Arbeitgeber, inzwischen arbeitet er als künstlerischer Leiter des Fernsehsenders Servus TV.

Peter Conradi ist tot

Der Architekt und SPD-Politiker wurde 83 Jahre als

Peter Conradi, der SPD-Politiker und ehemalige Präsident der Bundesarchitektenkammer, ist tot. Conradi starb im Alter von 83 Jahren, das bestätigte ein Sprecher des baden-württembergischen Landesverbands. Conradi war studierter Architekt und begann seine Karriere am Universitätsbauamt Stuttgart. Seit 1959 war er Mitglied der SPD. Von 1999 bis 2004 war er Präsident der Bundesarchitektenkammer, in dieser Position setzte sich Conradi für eine bessere Baukultur in Deutschland ein und regte viele gesellschaftliche Debatten an. In den letzten Jahren sprach er sich gegen den Wiederaufbau des Berliner Stadtschlosses und gegen den Bahnhofsbau Stuttgart 21 aus.

Limbach-Kommission: Jüdischer Weltkongress hofft auf Vertreter

Monika Grütters will Person mit jüdischem Hintergrund in die Kommisssion holen

Der Jüdische Weltkongress begrüßt, dass Kulturstaatsministerin Monika Grütters im Streit um die Besetzung der sogenannten Limbach-Kommission einlenken will. Die CDU-Politikerin hatte angekündigt, dem Gremium, das in NS-Raubkunstfragen berät, die Einbeziehung einer Persönlichkeit mit jüdischem Hintergrund zu empfehlen. "Es ist entscheidend, dass die Perspektive der Opfer in der Kommission vertreten ist", teilte der Präsident des Jüdischen Weltkongresses, Ronald Lauder mit. Nach Informationen des Rundfunks Berlin-Brandenburg schlägt Lauder den früheren Direktor des Jüdischen Museums Berlin, Michael Blumenthal, vor. Die Kommission unter Leitung der früheren Präsidentin des Bundesverfassungsgerichts, Jutta Limbach, vermittelt auf Wunsch zwischen Beteiligten, wenn es Streit um mögliche Raubkunst gibt. Eine Gruppe von Anwälten aus Deutschland, Italien und den USA hatte in einem Offenen Brief kritisiert, dem bisherigen Verfahren mangele es an Fairness, Transparenz und Gerechtigkeit.

Doris Dörrie über Fukushima: "Wir hatten Angst"

Regisseurin drehte Film über die Atmonkatastrrophe vor Ort

Filmemacherin Doris Dörrie hat bei ihren Dreharbeiten im japanischen Fukushima große Sorgen gehabt. "Staub und Dreck wirbelten wochenlang durch die Luft. Wir hatten Angst. Mit Dosimetern haben wir immer wieder die Strahlenbelastung gemessen", sagte sie dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Im Atomkraftwerk Fukushima war es im März 2011 zu Kernschmelzen gekommen. Dörrie schildert in ihrem Schwarz-Weiß-Drama "Grüße aus Fukushima" die Verzweiflung nach dem Unglück. Die Debatte über die Folgen lassen Dörries Eindrücken zufolge in Japan aber mittlerweile nach: "Im privaten Gespräch bekennen sich viele zu ihrer Wut, Frustration, auch Angst. Aber öffentlich hat sich nichts geändert", sagte sie.

Neuer Mankell-Roman soll im August erscheinen

"Die schwedischen Gummistiefel" ist kein Krimi

Ein neuer Roman des schwedischen Schriftstellers Henning Mankell soll in Deutschland posthum am 22. August erscheinen. Der Roman "Die schwedischen Gummistiefel" wurde in Schweden kurz nach Mankells Tod veröffentlicht. Der berühmte Erfinder von Kommissar Kurt Wallander war am 5. Oktober 2015 an Krebs gestorben. Der neue Roman soll eine Art Fortsetzung von Mankells "Die italienischen Schuhe" und kein Krimi sein.

Google schlägt Mensch - Go-Meister unterliegt Computer

Sieg ist Meilenstein in der Entwicklung künstlicher Intelligenz

Den spektakulären Kräftevergleich zwischen Mensch und Computer im verzwickten Brettspiel Go hat die Google-Software AlphaGo vorzeitig für sich entschieden. Das Programm besiegte in Seoul auch im dritten der fünf angesetzten Duelle den Südkoreaner Lee Sedol, der das Strategiespiel jahrelang dominiert hatte. Schon der erste Sieg des Programms am vergangenen Mittwoch wurde als ein Meilenstein bei der Entwicklung selbstlernender Maschinen und künstlicher Intelligenz gewertet. Go mit seinen vielen möglichen Spielzügen galt bis zuletzt als zu komplex für Computer. Die Programmierer fütterten sie ursprünglich mit Millionen Zügen der besten menschlichen Spieler, doch lernt sie selbst dazu.

Clemens-Brentano-Preis geht an Lyriker Thilo Krause

Die Auszeichnung ist mit 10.000 Euro dotiert

Der Lyriker Thilo Krause wird mit dem Clemens-Brentano-Förderpreis für Literatur der Stadt Heidelberg 2016 ausgezeichnet. Krause erhält den mit 10.000 Euro dotierten Preis für seinen im Verlag poetenladen erschienenen zweiten Gedichtband "Um die Dinge ganz zu lassen". Thilo Krause wurde 1977 in Dresden geboren, der promovierte Wirtschaftsingenieur arbeitet heute an der Zürcher Hochschule der Angewandten Wissenschaften. Nach seinem literarischen Debüt "Und das ist alles genug" im Jahr 2012 folgte 2015 sein zweiter Gedichtband. Der Clemens Brentano Preis wird jährlich im Wechsel in den Sparten Lyrik, Erzählung, Essay und Roman an deutschsprachige Autoren vergeben. Der Preis wird in diesem Jahr am 28. Juni in Heidelberg überreicht.

Keyboard-Legende Keith Emerson ist tot

Polizei geht von Suizid aus

Keith Emerson, der Keyboarder der britischen Rockband "Emerson, Lake and Palmer", ist tot. Emerson starb im Alter von 71 Jahren in seinem Haus bei Los Angeles, wie die Band am Freitag auf ihrer Facebook-Seite mitteilte. Nach Angaben der Polizei nahm sich der Musiker vermutlich das Leben. Emerson wurde in der Nacht zum Freitag mit einer Schusswunde am Kopf gefunden. Inspiriert von dem spektakulären Umgang von Jimi Hendrix mit seiner Gitarre, hatte der Engländer Emerson einen völlig neuen Bühnen-Stil am Keyboard entwickelt und die Tasten etwa mit Messern angeschlagen oder das Instrument verkehrt herum von der Decke hängen lassen. Emerson gilt als einer der ersten Musiker, die den Synthesizer als ein zentrales Instrument in der Rockmusik einsetzten. Die 1970 gegründete Formation "Emerson, Lake and Palmer" veröffentlichte zahlreiche Platin-Alben, "Lucky Man" gehört zu ihren bekanntesten Hits. Nach der Auflösung der Band im Jahr 1978 hatten sich die Musiker in den 1990er Jahren wiedervereint. Seit 2004 hatte Emerson seine eigene Gruppe, die Keith Emerson Band. Er machte sich auch als Solokünstler am Synthesizer sowie mit mehreren Klavierwerken und Filmmusik einen Namen.

Kulturnachrichten hören

März 2016
MO DI MI DO FR SA SO
29 1 2 3 4 5 6
7 8 9 10 11 12 13
14 15 16 17 18 19 20
21 22 23 24 25 26 27
28 29 30 31 1 2 3

Fazit

weitere Beiträge

Kompressor

Identitäten"Auch bestimmte Szenen sind keine homogenen Gebilde"
Der queere Künstler Tucké Royale im Studio von Deutschlandradio Kultur. (Deutschlandradio - Andreas Buron)

Dass nach den Wahlerfolgen von Rechtspopulisten jetzt manche Intellektuelle ein Ende des "Identitätszirkus" fordern, findet der queere Künstler Tucké Royale arrogant. Menschen seien unterschiedlich schutzbedürftig, und jede Szene sei "von Mehrfachverknüpfung durchdrungen".Mehr

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandradio Kultur