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Zeitfragen / Archiv | Beitrag vom 13.12.2010

Brav geprügelt

Ehemalige Heimkinder fordern ihre Rechte ein

Von Barbara Zillmann

Geborgenheit und persönliche Zuwendung: Für Heimkinder war das meist nicht vorgesehen. (Stock.XCHNG / kat callard)
Geborgenheit und persönliche Zuwendung: Für Heimkinder war das meist nicht vorgesehen. (Stock.XCHNG / kat callard)

Wer in der frühen Bundesrepublik ein auffälliges Kind war, unehelich, elternlos oder dunkelhäutig, kam schnell "ins Heim". In den meisten Kinderheimen, oft von den Kirchen geführt, herrschten aber Rohrstock und schwarze Pädagogik.

Viele der 800.000 Mädchen und Jungen in Heimen vermissten schmerzlich persönliche Zuwendung und Förderung. Statt dessen setzte ein demütigender Erziehungsstil auf Strafe und Züchtigung, viele "Zöglinge" wurden zu schwerer Arbeit gezwungen, sexueller Missbrauch war keine Seltenheit.

Der Petitionsausschuss des Deutschen Bundestages befasste sich drei Jahre lang mit der damaligen Heimerziehung und kam zu dem Schluss, dass die Aufarbeitung durch ein parlamentarisches Verfahren alleine nicht möglich ist.

Diese sollte der Anfang 2009 gegründete "Runde Tisch Heimerziehung" unter Beteiligung von ehemaligen Heimkindern, Politikern sowie Vertretern von Kirchen und Sozialverbänden leisten. Nun legt das Gremium seinen Abschlussbericht vor.

Inwieweit wird die Forderung ehemaliger Heimkinder nach Entschädigung erfüllt, geht die Aufarbeitung des Kapitels Heimerziehung weiter?

Manuskript zur Sendung als PDF-Dokument oder im barrierefreien Textformat

Links:
Runder Tisch Heimerziehung
Verein ehemaliger Heimkinder e.V.
Prof. Dr. Manfred Kappeler zu Vergangenheitsschuld in der Kinder- und Jugendhilfe

Literatur:
Peter Wensierski: "Schläge im Namen des Herrn", Die verdrängte Geschichte der Heimkinder in der Bundesrepublik. Erfahrungsberichte. Goldmann TB 2007
Ika Hügel-Marshall: Daheim unterwegs - ein deutsches Leben, Autobiografie, Orlanda Verlag 1998

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