Montag, 24. November 2014MEZ22:37 Uhr

Interview

Gurlitt-Erbe"Das ist in Ordnung"
Das Kunstmuseum in Bern von außen.

Seit heute ist es offiziell: Das Kunstmuseum Berlin wird das Gurlitt-Erbe antreten. Der Provenienzforscher Christian Fuhrmeister sieht die Sammlung dort in guten Händen.Mehr

Atomgespräche"Albtraumszenario" für Saudi-Arabien
In Wien ringen der Iran und seine Vertragspartner um ein Atomabkommen.

In Wien kämpft der Iran mit dem Westen um einen Atom-Deal. Ein Erfolg der Verhandlungen hätte nicht nur positive Konsequenzen, analysiert die Nahostexpertin Nora Müller: So könnte er die Machtverhältnisse in der Region deutlich verschieben.Mehr

weitere Beiträge

Interview / Archiv | Beitrag vom 04.06.2011

Biowaffen-Experte: Aufklärung über gefährliche Forschung zu gering

Könnten Infektionen wie bei EHEC auch von Terroristen ausgelöst werden?

Der EHEC-Erreger in einer Petrischale
Der EHEC-Erreger in einer Petrischale (picture alliance / dpa/Bodo Marks)

Der Gründer der Forschungsstelle Biowaffen der Universität Hamburg, Jan van Aken, warnt im Zusammenhang mit der Ausweitung der EHEC-Infektionen vor militärischen Gentechnik-Projekten mit "sehr offensivem Charakter".

Die Öffentlichkeit wisse im Moment von keinem einzigen Staat, wer woran im biologischen Bereich forsche, sagte der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Linksfraktion im Bundestag im Deutschlandradio Kultur. "Ich denke, es gibt einige Staaten, die zumindest im Graubereich zwischen der so genannten Abwehrforschung und der Offensivforschung arbeiten." Es erfolgten auf diesem Gebiet kaum Kontrollen, anders als bei den chemischen und den atomaren Waffen, wo Inspektionen zum Überwachungsprogramm gehörten. Hier brauche es eine politische Lösung, forderte van Aken.

Harte Informationen über mögliche Forschungen mit biologischen Kampfstoffen gibt es nach Einschätzung van Akens insbesondere aus den USA. "Einige Projekte sind bekannt, die haben einen tatsächlich sehr offensiven Charakter. Das heißt, da werden (…) mit Hilfe der Gentechnik neue gefährliche Erreger hergestellt mit dem Argument, wir müssen doch gucken können, was mögliche Gegner tun könnten", sagte van Aken.

Der Biologe schloss aus, dass die aktuellen Infektionen mit dem EHEC-Erreger von Terroristen ausgelöst werden konnten. Die Entwicklung eines solchen Erregers im Labor übersteige die Möglichkeiten terroristischer Vereinigungen, sagte van Aken. "Die sind in den letzten Jahren und Jahrzehnten schon an den ganz alten, einfachen, klassischen Biowaffen gescheitert."

Das vollständige Interview mit Jan van Aken können Sie bis zum 4. November 2011 in unserem Audio-on-Demand-Angebot als MP3-Audio hören.