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Kulturpresseschau

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Fazit

FilmmusikKlänge für den Kampf gegen den Hai
Pierre Brice (l) als Apachen-Häuptling Winnetou und Lex Barker als sein Blutsbruder Old Shatterhand in einer Szene des Karl-May-Films "Im Tal des Todes". Lex Barker sitzt auf einem Pferd mit einem Gewehr in der Hand. Beide schauen in die Ferne.

Moderne Musik für einen Stummfilmklassiker: Bei den Filmmusiktagen Sachsen-Anhalt üben sich zum Beispiel junge Komponisten. Doch auch die renommierten Vertreter der Branche kommen in Halle an der Saale auf ihre Kosten. Mehr

OperDie Verehrer sind allesamt Trottel
Das Gebäude des Nationaltheaters in München, einer der Spielorte der Bayerischen Staatsoper. Vor dem Gebäude steht das Reiterdenkmal des ersten Königs von Bayern, Max I. Joseph.

In "Die Sache Makropulos" lebt die Hauptfigur Emilia Marty ohne zu Altern, umschwärmt von Liebhabern mehrerer Generationen, und fragt sich: Weiterleben oder doch endlich sterben? Musikalisch gelingt diese tragikomische Oper, doch hapert es bei der Regie.Mehr

Sibylle BergKeine peinlichen Momente!
Die Schriftstellerin Sibylle Berg auf der Leipziger Buchmesse im Jahr 2004.

Eine gute Mischung "aus viel Quatsch, Humor und ein bisschen Traurigkeit" - so könnte man einen gelungenen Theaterabend umschreiben, sagt die Schriftstellerin Sibylle Berg. Im besten Fall sei Theater gelungene Unterhaltung, meint sie. Sie selbst habe dort aber oft "Qual-Gefühle".Mehr

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Fazit / Archiv | Beitrag vom 20.06.2012

Bewährter Musikblog und ein neues Mediengenre

Grimme Online Awards zum vierten Mal vergeben

Michael Schwertel im Gespräch mit Alexandra Gerk

Grimme Online Award 2012
Grimme Online Award 2012 (Grimme Akademie)

Das Grimme Institut hat acht Webangebote prämiert. Der Juryvorsitzende und Medienschaffende Michael Schwertel zeigt sich verblüfft über die Einreichungen. Dieses Jahr wurde zum ersten Mal auch eine Applikation prämiert.

Die Jury der Grimme Online Awards um Vorsitzenden Michael Schwertel hatte auch dieses Jahr die Qual der Wahl. Unter 1.800 Einreichungen wurden zunächst 26 Nominierte, dann nur acht Preisträger ausgewählt.

Michael Schwertel:"Die Einreichungen waren sehr vielfältig und in einer sehr hohen Qualität. Wir haben alle erdenklichen Perspektiven eingenommen, sind dann aber sehr einstimmig auf die Sieger gekommen."

Denn hier sind sich Michael Schwertel und Kollegen einig: Bei den Gewinnern soll es sich um Blaupausen handeln, die das Internet von morgen bestimmen.

"Wenn wir beispielsweise einen Videokanal wie den von Klaus Kauka auswählen, dann ist das ein Beispiel dafür, wie wir uns wünschen, dass Videos demnächst gemacht werden."

Klaus Kauka bringe auf seinem Videoportal "MusikTraining", auch musikalischen Laien Musik auf moderne und faszinierende Art und Weise näher. Von diesem Portal ist Schwertel auch persönlich ganz begeistert:

"Ich meine, nicht jeder hat Klavierunterricht gehabt und wenn einem jemand das Thema so schön nahe bringt, dann ist das eine Riesenleistung. Und das wünscht man sich eigentlich von allen anderen Seiten und Formaten, dass sie so professionell aufgebaut sind."

Als überragend bezeichnete die Jury weiterhin die Website "berlinfolgen". Der Medienschaffende sieht den Pioniergeist des Projektes klar im Vordergrund. Hier sei mit wenig Mitteln ein neues Mediengenre etabliert worden:

So gennannte Audio-Slideshows, also digitale Diafolgen mit Musiksequenzen unterlegt, werden hier mit Videosequenzen gemischt.

"Und so etwas wäre im Fernsehen gar nicht möglich und gab es bisher dort auch noch nicht. Und wenn so viel Kreativität plötzlich mit einem neuen Format auftaucht, dann ist das schon Wahnsinn."

Von vielen Einreichungen war Michael Schwertel begeistert und überrascht - eine Auswahl musste die Jury für die Preisverleihung dennoch treffen:

"Wir haben leider nur acht Preise zu vergeben, so dass man nicht jedes tolle Angebot mit einem Preis ehren kann. Und wenn man von 1.800 Angeboten unter die besten 25 kommt, dann ist die Luft schon recht dünn. Und da bin ich schon froh, dass wir eine gute Auswahl getroffen haben."

Kriterien für die Verleihung der Awards seien vor allem publizistische Qualität und auch Werbefreiheit gewesen. Die publizistische Qualität im Netz zeigt sich für Schwertel vor allem darin, dass hier Spartenangebote einen Platz finden. Angebote wie das Musikportal von Klaus Kauka hätten im öffentlich-rechtlichen Rundfunk keinen Platz und auch zu wenig Zuschauer.

"Im Internet findet sich aber die Zuschauerschaft,und die ist ja auch gar nicht so klein. Sonst hätte Herr Kauka ja nicht fast den Publikumspreis bekommen"

Den Preis der Nutzer gewann die Applikation der Tagesschau. Das Musikportal war ihr nur 35 Stimmen unterlegen. Und damit sieht Schwertel bewiesen: Im Internet seien die Möglichkeiten für kleine Angebote genauso groß wie für Projekte großer Firmen.

"Für uns als Jury ist es immer sehr schwer zu entscheiden, welches Angebot hat große finanzielle Mittel oder haben wir hier einen Einzelkämpfer mit wahnsinnig interessantem Angebot. Da diskutieren wir uns dann die Köpfe heiß."

Deutschlandradio Kultur kam bei der diesjährigen Verleihung mit dem Projekt "RADIOORTUNG - Hörspiele für Selbstläufer", eine neue Hörspielreihe von Deutschlandradio Kultur, unter die 25 Nominierten. Im vergangenen Jahr gewann Deutschlandradio Wissen in der Kategorie" Information" einen Award.

Sie können das vollständige Gespräch mindestens bis zum 20.11.2012 als MP3-Audio in unserem Audio-on-Demand-Player nachhören.


Links bei dradio.de:

Musiktraining und Lobbykontrolle - Acht Preisträger beim Grimme Online Award 2012

Mehr bei deutschlandradio.de

Externe Links:

Grimme Online Award 2012