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Konzert / Archiv | Beitrag vom 03.03.2016

Berliner Philharmoniker mit Mariss JansonsFerne Welten

Live aus der Philharmonie

Mariss Jansons beim Neujahrskonzert 2012 in Wien. (picture alliance / dpa / Herbert Neubauer)
Der Dirigent Mariss Jansons (picture alliance / dpa / Herbert Neubauer)

Seit langem ist Mariss Jansons einer der beliebtesten Gastdirigenten der Berliner Philharmoniker. In seinem aktuellen Programm spannt er einen weiten Bogen von Berlioz über Dutilleux zu seinem Lieblingskomponisten Schostakowitsch.

Seit Jahrzehnten pflegt Mariss Jansons eine enge Beziehung zu den Berliner Philharmonikern. Oft stand die Musik von Dmitrij Schostakowitsch auf den gemeinsamen Programmen, nie aber dessen 10. Sinfonie, eines der Hauptwerke des Komponisten. Mit dem 73 Jahre alten lettischen Dirigenten kann man eine gewissenhafte und im besten Sinne "authentische" Interpretation erwarten: Schon als Kind kam Jansons – Sohn eines Dirigenten – mit Schostakowitschs Musik und den Menschen in Berührung, denen sie auf den Leib geschrieben war. Die Auseinandersetzung mit dem Schicksal Russlands, die in diesem Werk mit Händen zu greifen ist, kann Jansons aus eigener Anschauung nachvollziehen.

Schostakowitsch schrieb seine Zehnte 1953, unmittelbar nach dem Tode Stalins. Der Diktator persönlich hatte den Komponisten immer wieder in unvorstellbare Bedrängnis gebracht, und so ist dieses Werk einerseits vom Aufbruch, andererseits vom Rückblick in eine Ära des Schreckens geprägt. Einen völligen Kontrast dazu bietet vor der Pause das Cellokonzert von Henri Dutilleux: "Tout un monde lointain..." beschwört die lyrische Welt von Charles Baudelaire; der Magier verfallender Schönheit und künstlicher Paradiese wird in dieser titelgebenden "fernen Welt" musikalisch porträtiert.

Dutilleux komponierte sein Cellokonzert über einen längeren Zeitraum in den 1960er Jahren, die Uraufführung spielte der Widmungsträger Mstislaw Rostropowitsch. Mit dem russischen Jahrhundertcellisten schließt sich der Kreis zu Schostakowitsch, denn Rostropowitsch hat auch mit ihm eng zusammengearbeitet. Der norwegische Meistervirtuose Truls Mørk, dessen Aufritte zu den Höhepunkten der Celloszene gehören, wird sich an diesem Abend gewiss als würdiger Erbe Rostropowitschs erweisen.

 

Live aus der Philharmonie Berlin

 

Hector Berlioz

"Le Carnaval romain", Ouverture caractéristique op. 9

 

Henri Dutilleux

"Tout un monde lointain...", Konzert für Violoncello und Orchester

 

ca. 20.50 Konzertpause, darin: "Meine innere Welt ist ganz verbunden mit seiner". Olaf Wilhelmer im Gespräch mit Mariss Jansons über Dmitrij Schostakowitsch

 

Dmitrij Schostakowitsch

Sinfonie Nr. 10 e-Moll op. 93

 

Truls Mørk, Violoncello

Berliner Philharmoniker

Leitung: Mariss Jansons

Konzert

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