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Kompressor | Beitrag vom 16.02.2016

Berlinale: Forum ExpandedFilm als politisches Mittel

Hartwig Vens im Gespräch mit Christine Watty

Blick auf Häuserruinen im Schnee im Zentrum Sarajevos, aufgenommen im Februar 1996. (picture alliance / dpa / Lehtikuva Oy )
Blick auf Häuserruinen im Schnee im Zentrum Sarajevos, aufgenommen im Februar 1996. (picture alliance / dpa / Lehtikuva Oy )

Eine Reihe von Diskussionsrunden des "Forum Expanded" bei der Berlinale steht unter dem Titel "Visionary Archives". Hier zeigt sich ganz besonders der politische Kern des Film-Festivals.

Wenn das "Forum" die Risikozone der diesjährigen Berlinale ist, dann überschreitet das "Forum Expanded" vollends die Grenzen zwischen Kino und Kunst: Installationen, Performatives, kritische und reflektierende Projekte zur Filmwelt.

Eine Reihe von Diskussionsrunden steht unter der Überschrift "Visionary Archives": filmische Hinterlassenschaften der sowjetischen Kulturinstitute im Nahen Osten, indonesische Filme aus der Zeit der Militärdiktatur oder nach der Dekolonisierung Nigerias.

Privatfilme auf VHS von der Belagerung Sarajevos

Unser Redakteur Hartwig Vens hat einige davon gesehen. Ein Projekt etwa aus Sarajevo mit dem Titel "Between us": ein Videoarchiv mit Privatfilmen, die während der Belagerung von Sarajevo 1992 bis 1996 von der Bevölkerung auf VHS-Filmen aufgenommen wurden. "Die Menschen erzählen von Angst und Ohnmacht", während im Hintergrund Granaten einschlagen, erklärt Vens. Die Filmemacherin Clarissa Thieme, die an dem Projekt beteiligt ist, beschreibt die Aufnahmen als "radikal subjektive Filme".

"Es wurde ganz deutlich, dass Film ein politisches Mittel im engsten Sinne ist", beschreibt Vens seinen Gesamteindruck. Im Falle des Sarajevo-Projektes seien die Aufnahmen "sogar ein Überlebensmittel" gewesen, da viele Menschen nicht wussten, ob sie den Krieg Anfang in den 1990er-Jahren in Bosnien überleben - oder nur ihre Aufnahmen bleiben.

Radio aus dem Hotelzimmer - Hinter den Kulissen des Deutschlandradio Kultur Berlinale Studios from Deutschlandradio Kultur on Vimeo.

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