Seit 11:07 Uhr Tonart
 
Dienstag, 24. Mai 2016MESZ11:57 Uhr

Thema / Archiv | Beitrag vom 07.10.2010

Beckstein hofft auf "Euro-Islam"

CSU-Politiker: Sanktionen gegen Integrationsverweigerer zu gering

Der CSU-Politiker und ehemalige Ministerpräsident von Bayern Günther Beckstein (AP)
Der CSU-Politiker und ehemalige Ministerpräsident von Bayern Günther Beckstein (AP)

Der Islam hat nach Ansicht des ehemaligen bayerischen Ministerpräsidenten Günther Beckstein (CSU) seinen Platz in Deutschland – allerdings nur innerhalb der hier herrschenden "Leitkultur", zu der auch Religionsfreiheit gehöre.

"Ich hoffe sehr, dass wir zu einer Art Euro-Islam kommen, dass die Grundwerte unseres Grundgesetzes (…) auch die Grundlage des Islam werden", sagte Beckstein im Deutschlandradio Kultur. Dabei bezeichnete er es als "Riesenproblem", dass der "Kreis jener, die eine liberale islamische Haltung" hätten, relativ klein sei – "jedenfalls in den Organisationen". So sei der Verband "Ditib" nicht integrationsfreundlich, und "Milli Görüs" werde vom Verfassungsschutz beobachtet – wegen Fundamentalismus.

Zwar räumte Beckstein ein, dass die "überwältigende Mehrheit der Muslime tolerante Leute" seien. Dennoch gebe es zehn oder 15 Prozent "hartnäckige Integrationsverweigerer", für die man "ein Leben lang Sozialleistungen" aufbringen müsse. Dies sei ein Ärgernis für eine große Mehrheit der Bevölkerung. Die Sanktionen seien "zu gering", zumal der Staat rechtlich "kaum Möglichkeiten" habe. "Mit der doppelten Staatsangehörigkeit ab Geburt haben wir den hartnäckigen Integrationsverweigerern sogar die rechtliche Position geschaffen, dass sie darüber lachen können", sagte der ehemalige bayerische Innenminister.

Dieses Problem hätte Bundespräsident Christian Wulff in seiner Rede zum 20. Jahrestag der Wiedervereinigung "deutlicher ansprechen sollen", meinte Beckstein. Ähnlich wie in der Debatte um die Thesen des Ex-Bundesbankvorstands Thilo Sarrazin sehe er auch hier "ein Auseinanderklaffen zwischen veröffentlichter Meinung und der Meinung der großen Mehrheit der Deutschen."

Thema

Karl der GroßeKunstsinniger Barbar
Eine Figur Karls des Großen steht am 16.06.2014 in Aachen (Nordrhein-Westfalen) im Centre Charlemagne. Die Ausstellung "Karl der Große, Macht, Kunst, Schätze" ist vom 20.06.2014 bis zum 21.09.2014 in Aachen zu sehen.  (picture alliance / dpa / Oliver Berg)

Er war einer der Gründungsväter Europas: Karl der Große hat die karolingische Renaissance eingeleitet. Eigentlich sei es ihm aber nur um die Legitimierung seiner Macht gegangen, meint Kunsthistoriker Michael Imhof. Mehr

DDR-GeschichteSieg über den Ort des Grauens
Der ehemalige politische Gefangene Gilbert Furian in einer Gefängniszelle der Gedenkstätte Zuchthaus Cottbus vom Verein Menschenrechtszentrum in Cottbus (Brandenburg). (picture alliance / dpa / Patrick Pleul)

Weil er in der DDR Interviews mit Punks publizierte, kam Gilbert Furian in den Cottbuser Knast. In der heutigen Gedenkstätte wird er nun in der Oper "Fidelio" mitsingen - um einen "großen Rucksack Bitterkeit" erleichtert.Mehr

Agenturfotos"Das ist sicher ein Aufbruch"
Sheryl Sandberg, Geschäftsführerin des US-amerikanischen Internetkonzerns Facebook  (picture alliance / dpa / Foto: Jean-Christophe Bott)

Die Karrierefrau, die am Schreibtisch sitzt, oder das schamlose Zeigen von Terroropfern in Afrika - Sheryl Sandberg von Facebook und Pam Grossman von der Bildagentur Getty Image wollen solchen Klischeefotos etwas entgegensetzen. Sie haben die Datenbank "Lean In Collection" gegründet. Mehr

weitere Beiträge

Das könnte sie auch interessieren

fghjghj