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Kulturnachrichten

Montag, 25. Januar 2016

Banksy-Bild kritisiert Polizeieinsatz gegen Flüchtlinge in Calais

Wandbild nahe französischer Botschaft in London

Der geheimnisvolle Street-Art-Künstler Banksy hat mit einem neuen Wandbild das Vorgehen der französischen Polizei im provisorischen Flüchtlingscamp bei Calais kritisiert. Das Bild auf einer Holzwand gegenüber der französischen Botschaft in London zitiert eine Illustration des Buchs und des Musicals "Les Misérables". Zu sehen ist ein junges Mädchen vor der französischen Fahne, dem Tränen aus den Augen laufen. Am Boden liegt eine Dose Tränengas. Erstmals hat Banksy, dessen Identität nicht bekannt ist, sein Werk mit einem QR-Code versehen, den man mit dem Handy scannen kann. Er führt zu einem Video, das den Einsatz von Tränengas und Gummigeschossen im "Dschungel" genannten Lager bei Calais zeigen soll. Dort leben Tausende Flüchtlinge teils unter elenden Bedingungen. Banksy bestätigte auf seiner Website, dass das Bild echt sei. Sei Montag nachmittag ist es jedoch mit Sperrholzplatten verdeckt. Das zuständige Immobilienunternehmen erklärte, dies sei zum "Schutz" des Werks geschehen. Banksy-Werke können Preise von mehreren hunderttausend Euro erzielen.

Kultusministerkonferenz: Bildung für Flüchtlinge zentral

Außerdem soll Digitalisierung an Schulen künftig eine größere Rolle spielen

Bildung in der Zuwanderungsgesellschaft und in der digitalen Welt sieht die Kultusministerkonferenz (KMK) derzeit als drängendste Herausforderungen an. "Beide Themen bewegen nicht nur die allgemeine Politik, sondern sind auch von besonderer bildungs- und gesellschaftspolitischer Bedeutung", sagte die neue KMK-Präsidentin Claudia Bogedan in Berlin. Jungen Flüchtlingen müsse der Zugang zu Bildung ermöglicht werden, so Bogedan weiter. "Bildung und Spracherwerb sind der erste Schritt für eine gelungene Integration." Es handle sich um eine nationale Aufgabe. An Schulen müsse künftig zudem die Digitalisierung eine größere Rolle spielen. "Das Beherrschen der digitalen Medien, die informatorische Grundkompetenz, ist für einen erfolgreichen Bildungs- und Berufsweg unabdingbar", betonte Bogedan. In diesem Bereich solle eine "umfassende Strategie" entwickelt werden.

Früherer BR-Fernsehdirektor Oeller gestorben

Oeller gehörte zu den Gründern der Hochschule für Film und Fernsehen

Der ehemalige Fernsehdirektor des Bayerischen Rundfunks, Helmut Oeller, ist tot. Wie der Sender mitteilte, starb Oeller am Sonntag im Alter von 93 Jahren. Er war von 1971 bis 1987 Fernsehdirektor. In seiner Amtszeit ging der BR als erster ARD-Sender mit einem dritten Fernsehprogramm auf Sendung. BR-Intendant Ulrich Wilhelm würdigte Oeller als "große, prägende Persönlichkeit", die sich durch wachen Verstand und prägnante Sprache auszeichnete. Oeller habe die Grundlage für das Bayerische Fernsehen als erstes Vollprogramm der ARD gelegt. Auch der hohe Stellenwert des Bildungsfernsehens sei sein Verdienst, sagte Wilhelm. 1960 wurde der gebürtige Würzburger Leiter der Hauptabteilung Produktion Fernsehen, ein Jahr später Fernsehbeauftragter des Intendanten Christian Wallenreiter. 1967 begründet Oeller das Telekolleg: Über das Fernsehen können sich seither Schüler auf den staatlichen Abschluss auf dem zweiten Bildungsweg vorbereiten. Außerdem war Oeller an der Gründung der Hochschule für Film und Fernsehen beteiligt, deren Leiter er später wurde.

Roberto Schopflocher gestorben

Autor starb am Samstag in Buenos Aires mit 92 Jahren

Der deutsch-argentinische Autor Roberto Schopflocher ist tot. Schopflocher wurde 1923 in Fürth geboren. Er stammte aus einer deutsch-jüdischen Familie und musste 1937 mit seinen Eltern nach Argentinien auswandern. Er verfasste zunächst Romane und Novellen in spanischer Sprache, bevor er in den späten 1990er Jahren begann, auf Deutsch zu publizieren. Sein letzter Roman "Das Komplott zu Lima", ein Roman über die Geschichte der Judenverfolgung im Lateinamerika des 17. Jahrhunderts, erschien im Herbst 2015. Schopflocher war Ehrenmitglied des P.E.N.-Zentrums deutsch-sprachiger Autoren im Ausland sowie Preisträger des Jakob-Wassermann-Literaturpreises der Stadt Fürth und Träger des Bundesverdienstkreuzes am Bande. Verleger Joachim Unseld: „Roberto Schopflocher ist die deutsche Stimme Argentiniens. Verfolgung und Flucht waren die großen Lebensthemen im seinem Werk, insbesondere die Verfolgung der Juden weltweit, durch die Jahrhunderte. Mit ihm verlieren wir eine wichtige Stimme der deutschsprachigen Literatur."

J.K. Rowling erhält Pen/Allen-Preis

"Harry Potter"-Erfinderin wird auch für ihre Wohltätigkeit ausgezeichnet

J.K. Rowling, die „Harry Potter"-Erfinderin, wird für ihre literarischen Verdienste erneut ausgezeichnet: Die Literaturzeitschrift PEN America, die von der Schriftstellervereinigung PEN American Center herausgegeben wird, wird der Autorin am 16. Mai im Rahmen des jährlichen Frühjahrstreffens den Preis der PEN/Allen-Stiftung überreichen. Rowling tritt neben ihrer schriftstellerischen Tätigkeit auch für die Meinungsfreiheit ein. Zudem hat sie die Wohltätigkeitsstiftung Volant gegründet, die die Erforschung von Multipler Sklerose unterstützt. „Es ist eine große Ehre für mich, von einer Organisation ausgezeichnet zu werden, deren Arbeit ich so sehr bewundere, sagte Rowling heute.

Opern werben für Weltoffenheit und Mitmenschlichkeit

Konzertreihe startet am 12. Februar

Die deutschen Opern starten anlässlich der Flüchtlingsdebatte eine bundesweite Konzertreihe für Weltoffenheit und Mitmenschlichkeit. "Opernbühnen waren schon immer das Forum, in dem brisante Problemstellungen thematisiert werden", erläuterte der Vorsitzende der Deutschsprachigen Opernkonferenz, Bernd Loebe, in Dresden. Für die Opernhäuser und ihre Arbeit sei zudem das interkulturelle Miteinander elementar. Bei den Sonderkonzerten sollen auch Texte aus der Bibel und dem Koran vorgelesen werden. Der Auftakt findet am 12. Februar in der Dresdner Semperoper statt. Es folgen Konzerte in Frankfurt am Main, Duisburg und Berlin. Das Programm variiert dabei von Standort zu Standort. Mit einem Eintrittspreis von 10 Euro wollen die Opernhäuser einem möglichst breiten Publikum den Besuch ermöglichen. Die teilnehmenden Künstler treten ohne Gage auf. Der kommissarische Intendant der Dresdner Semperoper, Wolfgang Rothe, erklärte: "Diese Reihe soll ein klingendes Plädoyer für den offenen Umgang mit den Themen der Zeit schaffen, insbesondere jetzt, wo diffuse Ängste und Polemik sich ausgebreitet haben."

Büchersammlung der tschechischen Avantgarde nach Dresden

Kollektion umfasst über 400 Bücher

Die Sächsische Landesbibliothek in Dresden hat eine umfangreiche Büchersammlung der tschechischen Avantgarde aus der Zeit von 1918 bis 1938 angekauft. Die Kollektion umfasst über 400 teils seltene Bücher. Vorzugs- und Widmungsausgaben von Gestaltern wie Josef Capek, Karel Teige, Adolf Hoffmeister, Frantisek Muzika oder Ladislav Sutnar machten sie zu einer der weltweit bedeutendsten Sammlungen ihrer Art. Die Bücher sollen digitalisiert werden sowie wissenschaftlich und online nutzbar sein. Zudem ist eine Ausstellung geplant.

Deutscher Journalist auf Kuba verhaftet

Journalist war Zeuge von Übergriffen des Geheimdienstes geworden

Auf Kuba ist der deutsche Journalist Benedikt Vallendar vorübergehend festgenommen und stundenlang verhört worden. Wie die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte mitteilte, hatte er beobachtet, wie Mitglieder der Menschenrechtsorganisation "Damen in Weiß" nach der Sonntagsmesse in Havanna von Geheimdienstmitarbeitern zusammengeschlagen worden seien. Gemeinsam mit rund einem Dutzend anderer Passanten sei er daraufhin umringt und abgeführt worden. Der Journalist und Lateinamerika-Experte Vallendar schreibt für mehrere katholische Medien, unter anderem für die Katholische Nachrichten-Agentur. Er wird am Mittwoch in Deutschland zurückerwartet.

Christoph Eschenbach Ehrendirigent der Bamberger Symphoniker

Internationale Tournee im April

Die Bamberger Symphoniker haben Christoph Eschenbach (75) zu ihrem Ehrendirigenten ernannt. Der Pianist und Dirigent arbeitet seit mehr als 50 Jahren mit der Bayerischen Staatsphilharmonie zusammen. "Mit den Bamberger Symphonikern verbindet mich eine jahrzehntelange Freundschaft", sagte Eschenbach. Im April 2016 wird er die Bamberger Symphoniker auf einer internationalen Tournee leiten. Zuletzt waren die Symphoniker und Eschenbach gemeinsam im Frühjahr 2015 aufgetreten, als dem Dirigenten in München der Ernst-von-Siemens-Musikpreis verliehen wurde.

Rockmusiker Jimmy Bain gestorben

Bassist der Bands Dio und Rainbow wurde 68 Jahre alt

Der Rockmusiker Jimmy Bain, Bassist der Bands Dio und Rainbow, ist im Alter von 68 Jahren gestorben. Das bestätigte Vivian Campbell, der Gitarrist der Gruppe Def Leppard, mit dem Bain bei Dio und Rainbow zusammen gespielt hatte, auf Facebook. Über die näheren Todesumstände wurde zunächst nichts bekannt. Der gebürtige Schotte hatte am Album "Rising" (1976) von Rainbow mitgewirkt. Später spielte er vor allem in der Band Dio von Sänger Ronnie James Dio mit. Zuletzt spielte Bain den Bass in der Band Last In Line. Die Band war angekündigt, auf einer von Def Leppard organisierten Kreuzfahrt unter dem Motto "Hysteria On The High Seas" aufzutreten. Die Kreuzfahrt sollte vom 21. bis 25. Januar von Miami aus zu den Bahamas und zurück führen. Ob Bain an Bord war und dort starb, ist unklar.

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