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Fazit / Archiv | Beitrag vom 09.08.2011

Autorin: Britische Politik ignoriert arme Jugendliche

Zoe Jenny über die Gewaltausbrüche in England

Ein junger Mann zieht im Londoner Stastteil Hackney einen brennenden Müllcontainer hinter sich her. (AP - Lefteris Pitarakis)
Ein junger Mann zieht im Londoner Stastteil Hackney einen brennenden Müllcontainer hinter sich her. (AP - Lefteris Pitarakis)

Die britische Politik verhalte sich ignorant gegenüber der Lage der verarmten Jugendlichen, sagt die in London lebende Autorin Zoe Jenny. In manchen Gegenden herrsche extremes Elend - und schon seit Jahre liege eine latente Aggression in der Luft.

Die Schweizer Schriftstellerin Zoe Jenny, die mit ihrer Familie in London lebt, ist wenig überrascht über die aktuellen Gewaltausbrüche in London und anderen Städten Großbritanniens.

"Ich denke, es liegt schon seit einigen Jahren eine latente Aggression in der Luft", sagte Jenny im Deutschlandradio Kultur. "Wir mussten selber umziehen." In Islington, wo ihre Familie gelebt habe, sei es "immer gewalttätiger" geworden. Das soziale Gefälle im Land sei einfach zu groß geworden.

Der britischen Politik warf Jenny vor, ignorant gegenüber der Lage der verarmten Jugendlichen zu sein. Sie würden als Kriminelle beschimpft, ohne dass es die Regierungsvertreter interessiere, wie es den Menschen eigentlich gehe.

Insbesondere kritisierte sie den britischen Premierminister David Cameron: "Vielleicht sollte er mal einen Ausflug machen nach Lewisham oder nach Bellingham und schauen, wie die Leute dort leben müssen. Das ist ein Elend, wie man es sich eigentlich nicht vorstellen kann", sagte Jenny. Die Menschen hausten in ihren Blocks "in winzigen Rattenlöchern" – anders könne man das nicht sagen.

Die Lage sei sehr besorgniserregend: "Wenn alle auf die Straße gehen, die jetzt frustriert sind, dann ist das eine Art Bürgerkrieg."

Hören Sie das vollständige Gespräch mit Zoe Jenny als mp3-Audio.

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