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Im Gespräch / Archiv | Beitrag vom 14.12.2013

Aus MedizinersichtDie Kraft der Musik

Gast: Prof. Dr. Eckart Altenmüller, Leiter des Instituts für Musikphysiologie und Musikermedizin an der Hochschule für Musik, Theater und Medien in Hannover

Die Weihnachtszeit ist die Zeit der Musik: Allerorten gibt es Konzerte. Shoppingmalls und Weihnachtsmärkte werden gnadenlos beschallt. Auch wir widmen uns an diesem dritten Advents-Samstag der Musik und ihrer Wirkung.

Der Musik der Weihnachtszeit kann sich kaum jemand entziehen, selbst die größten Musikmuffel können „Stille Nacht“ mitsummen.

Musik berührt uns aber nicht nur zur Weihnachtszeit; Liebeslieder rühren uns zu Tränen, Rockmusik puscht uns in den Tag, manche Lieder setzen sich als Ohrwürmer in unserem Gedächtnis fest.

Was macht diese Kraft der Musik aus?

„Musik ist ein uralter emotionaler Signalgeber“,

sagt Prof. Dr. Eckart Altenmüller, Leiter des Instituts für Musikphysiologie und Musikermedizin an der Hochschule für Musik, Theater und Medien in Hannover.

In der Musik stecken vermutlich Klänge und Laute drin, die unsere Vorfahren schon lange vor dem Spracherwerb als emotionalen Ausdruck verstanden haben: seufzen, lachen, rufen und so weiter.“

Schon Johann Sebastian Bach habe bewusst auf die emotionale Wirkung gezielt:

Der zweite Teil des Weihnachtsoratoriums beginnt nicht umsonst mit einem ´Sizilianer`, einem Hirtenlied. Das hat genau diese Assoziation des Ländlichen, Weihnachtlichen – ein wiegender Sechsachteltakt, der stark mit Sehnsucht verknüpft ist. Genauso funktionieren die Titelmelodie der ´Love Story` oder die Walzer von Brahms.“

Musik, so der Neurologe, aktiviere das Gehirn, mache nachweislich glücklich und fördere die Gesundheit – in jedem Alter.

Das Chorsingen führt durch die Aktivierung der Atmung, die Kontrolle der Atemmuskulatur und nicht zuletzt durch das Gemeinschaftserlebnis zur Ausschüttung einer ganzen Reihe von positiven Emotionshormonen. Zum Beispiel werden Oxytocin, das sogenannte Kuschelhormon, sowie die klassischen Glückshormone, die Endorphine, ausgeschüttet. Außerdem wird beim Singen Immunglobulin gebildet – das heißt: Singen stärkt die Abwehrkräfte.“

Eckart Altenmüller, der selbst Flöte studiert hat, erforscht auch die heilende Wirkung der Musik:

Speziell bei Schlaganfällen, Depressionen, Demenzen oder bei Menschen mit Kontaktschwierigkeiten lassen sich deutliche Therapieerfolge erzielen. Und Schmerzpatienten können mit Musik in einen Zustand versetzt werden, in dem sie weniger Narkosemittel benötigen. Musiktherapie verhilft zudem vielen Patienten zu höherer Lebensqualität.“

Seine Überzeugung: "Es ist nie zu spät, ein Instrument zu erlernen."

Eckart Altenmüller ist heute von 9 Uhr 05 bis 11 Uhr zu Gast bei Gisela Steinhauer.

Beide diskutieren über die Kraft und die Faszination der Musik. Hörerinnen und Hörer können sich beteiligen unter der Telefonnummer 00800 2254 2254 oder per E-Mail unter gespraech@deutschlandradiokultur.de.

 

  - Teil I zum Nachhören

 - Teil II zum Nachhören

 

Weiterführende Information

Über Prof. Dr. Eckart Altenmüller

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