Seit 01:05 Uhr Tonart
 
  • facebook
  •  
  • twitter
  •  
  • instagram
  •  
  • spotify
 
Seit 01:05 Uhr Tonart
 
 

Fazit / Archiv | Beitrag vom 08.02.2012

Auf der Suche nach dem Selbst

Der Film "Die Unsichtbare" überzeugt vor allem emotional

Von Jörg Taszman

Fine (gespielt von Stine Fischer Christensen) muss lernen, sich selbst zu behaupten. (Falcom Media)
Fine (gespielt von Stine Fischer Christensen) muss lernen, sich selbst zu behaupten. (Falcom Media)

Der zweite Film von Christian Schwochow, nach "Novemberkind", hat beim Filmfestival in Rotterdam immerhin Platz drei der Publikumswertung abgeräumt. Sehr emotional wird darin die Geschichte der jungen Schauspielerin Fine erzählt, die sich allzu sehr manipulieren lässt - sexuell wie persönlich.

Fine ist Schauspielstudentin in Berlin und wird gerne übersehen. Das introvertierte Mädchen patzt immer wenn es darauf ankommt und wird vom Leiter der Schauspielschule hart abgekanzelt. Als sie dennoch völlig überraschend die Hauptrolle der Camille in der Inszenierung eines umstrittenen Theatergurus landet, verändert sich die junge Frau.

Sexuell noch unerfahren beginnt sie eine Überidentifikation mit dieser Rolle einer fast nymphomanisch veranlagten Frau, die sich für Männer erniedrigt und im Leid eine große Lusterfüllung sucht. Geschickt manipuliert wird sie dabei von ihrem Entdecker, dem Regisseur Kaspar Friedmann, der auch privat ein zu intimes Verhältnis zu seiner Hauptdarstellerin eingeht. Dabei gelingt es Fine, sich von ihrer Mutter zu emanzipieren, die sich nur um die geistig behinderte Schwester Jule kümmert und Fine lernt einen jungen Mann kennen, der ihr gefällt, dem sie jedoch sehr lange etwas vorspielt, dabei vor allem aus Textpassagen von "Camille" zitiert.

Auch der zweite Film von Christian Schwochow nach "Novemberkind" ist nicht frei von einer gewissen "Überdramatisierung", etwas das die Amerikaner "overplotting" nennen. Dank sehr guter Darsteller vor allem Stine Fischer Christensen in der Hauptrolle und einem sehr gut aufgelegten Ulrich Noethen als ebenso zwiespältigen, abgefuckten und selbstzerstörerischen "Künstler", kann aber "Die Unsichtbare" vor allem emotional überzeugen. Der Film packt trotz gewisser Künstlerklischees den Zuschauer. In Rotterdam beim Filmfestival wurde der Film übrigens nach "Monsieur Lazhar" und "Hugo Cabret" Dritter in der Publikumsgunst.

Deutschland 2011. Regie: Christian Schwochow. Darsteller: Stine Fischer Christensen, Ulrich Noethen, Ronald Zehrfeld, Dagmar Manzel, Christina Drechsler, Anna-Maria Mühe. Ab 12 Jahren. 113 Minuten.

Filmhomepage "Die Unsichtbare"

Kulturpresseschau

weitere Beiträge

Fazit

Auszeichnung für HouellebecqPreis für den Provokateur
Der französische Künstler Michel Houellebecq (Ennio Leanza / dpa / picture alliance)

Der französische Schriftsteller Michel Houllebecq erhält den Frank-Schirrmacher-Preis. Man habe einen Autor ausgewählt, "der als Anreger und Visionär eine ebenso präzise wie hintergründige Sprache" pflege, heißt es von Seiten des Stiftungsrates.Mehr

Antike Kunst in ÄgyptenMuseum in Mallawi wieder eröffnet
Die Büste des Pharaos Echnaton im Museum in Luxur  (picture alliance/dpa/Foto: Rech)

Während Ausschreitungen in 2013 wurde das Museum für Altertümer im oberägyptischen Mallawi geplündert und zerstört. Nach einer liebevollen Restaurierung ist es jetzt wiederöffnet worden. Damit soll auch ein Zeichen des Neuanfanges in der Region gesendet werden. Mehr

weitere Beiträge

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie Deutschlandradio Kultur