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Studio 9 | Beitrag vom 06.01.2016

AtomstreitNordkorea testet Wasserstoffbombe

Peter Kujath im Gespräch mit Dieter Kassel

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Menschen in Seoul schauen auf einen Fernseher, in dem über einen Wasserstoffbombentest Nordkoreas berichtet wird. (AFP / Jung Yeon-Je)
Menschen in Seoul schauen auf einen Fernseher, in dem über einen Wasserstoffbombentest Nordkoreas berichtet wird. (AFP / Jung Yeon-Je)

Nordkorea hat nach eigenen Angaben eine Wasserstoffbombe getestet. Der Test sei erfolgreich gewesen, sagte eine Nachrichtensprecherin im staatlichen Fernsehen. "Wir sind jetzt eine Atommacht", hieß es in der dort gesendeten Erklärung. Südkorea und Japan drohen schon mit Konsequenzen.

Mehrere Bebenwarten hatten in der Nacht eine schwere Erschütterung in Nordkorea registriert. Wenig später berichtete die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap, das Zentrum des Bebens habe sich unweit einer nordkoreanischen Atomtest-Anlage ereignet. Ähnlich äußerte sich ein Sprecher der japanischen Regierung. Die Kabinette beider Staaten wurden zu Krisensitzungen einberufen. Die US-Regierung erklärte, man prüfe die Berichte derzeit.

Sollten die Angaben Nordkoreas stimmen, hätte die Atomwaffenentwicklung des Landes eine neue Dimension erreicht. Zwischen 2006 und 2013 hatte Nordkorea drei herkömmliche Atomtests unternommen, auf die der UN-Sicherheitsrat jeweils mit neuen Strafmaßnahmen reagiert hatte.

Wasserstoffbomben verfügen über eine deutlich größere Sprengkraft als Atombomben. Staatschef Kim Jong Un hatte im Dezember erstmals angedeutet, dass sein Land eine solche Waffe besitzt. Er sagte laut einem Bericht der amtlichen Nachrichtenagentur KCNA, Nordkorea sei "ein mächtiger Atomstaat, der bereit ist, eine selbstständige Atombombe und eine Wasserstoffbombe zu zünden, um seine Souveränität zu verteidigen". Seine Aussagen wurden aber von internationalen Experten mit Skepsis aufgenommen. 

Auf die Frage, ob es wirklich eine Wasserstoffbombe war, die die Nordkoreaner getestet haben, antwortet Peter Kujath, viele Jahre lang ARD-Hörfunk-Korrespondent in Tokyo und damit auch zuständig für das Berichtsgebiet Nord- und Südkorea:

"Ich kann mir vorstellen, dass die Atombombe angereichert gewesen ist. (...) Der Punkt ist, das herauszufinden, das war schon 2013 extrem schwierig, was da eigentlich getestet worden ist, weil dafür muss man die radioaktiven Partikel finden und analysieren. (...) Gerade, wenn sie nur angereichert gewesen ist, dann wird man das nie wirklich ganz genau wissen."

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