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Filme der Woche / Archiv | Beitrag vom 16.09.2009

"Ashes of Time: Redux"

Anke Leweke über ein melancholisches Schwertkampf-Drama

Als Wong Kar-Wai 1994 den Film "Ashes ofTime" auf den Filmspielen in Venedig vorstellte, hatte er sich kurz zuvor mit seinem durchgedrehtem Liebesfilm "Chunking Express" international einen Namen gemacht. Damals verließen die Festivalbesucher einigermaßen verstört den Kinosaal. Man hatte einen Film um einen einsamen Schwertkämpfer gesehen, dessen Handlung man nicht folgen konnte, aber dessen Bilder eine eigenartige, soghafte Wirkung hatten.

Entkleidet man "Ashes of Time" seines äußeres Gewandes, trifft man auf die Motive, die Wong Kar-Wais Werk - von seinem Regiedebüt "As tears go by" bis "In the mood for love" - durchziehen. Auch hier geht es um einsame Liebende, um unerfüllte Sehnsüchte und um die Unmöglichkeit der Liebe.

Nachdem die Liebe seines Lebens seinen Bruder heiratete, lebt Ou-yang Feng zurückgezogen in der Wüste. Hier vermittelt er als eine Art Killer-Agentur Tötungsaufträge an Schwertkämpfer. Die meisten seiner Kunden und Kundinnen sind ebenfalls Liebeskranke, Eifersüchtige, traurige Existenzen.

Um diesen Film noch mehr zu einem Wong Kar-Wai zu machen, hat der Regisseur jetzt einige Änderungen vorgenommen und die Melodramatik noch weiter betont. Dafür hat er einige Schwertkampfszenen herausgenommen und durch meditative Meer- und Landschaftsbilder ersetzt, die unterkühlten Synthesizer Klänge wurden durch einen pathetischen Musikscore ausgetauscht. Zudem wurde der Film mit dem Effekt einer enormen Künstlichkeit nachkoloriert. Tatsächlich ist "Ashes of Time: Redux" nun ein typisches Wong-Kar-Wai-Werk, ein filmisches Gedicht, eine Feier der Melancholie, ein exzessiver Sehnsuchtsrausch.

China, Hongkong, Taiwan 1994 und 2008. Regie: Von: Wong Kar-Wai. Mit: Brigitte Lin, Leslie Cheung, Maggie Cheung. Farbe, 93 Minuten

Filmhomepage "Ashes of time - Redux"

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