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Nachspiel / Archiv | Beitrag vom 10.05.2015

Apps im SportTechnik, die motiviert und nervt

Von Elmar Krämer

Fitness-App (picture alliance / dpa / Foto: Sebastian Kahnert)
Eine Fitness-App auf einem iPhone. Im Hintergrund: Ein Mann auf einem Trimm-Dich-Pfad einen Klimmzug macht. (picture alliance / dpa / Foto: Sebastian Kahnert)

Wenn das Telefon ausrechnet, wie hoch der Puls ist und wie viele Kalorien verbraucht werden und zum Sport animiert, wird die Technik zum persönlichen Trainer. Mittlerweile gibt es für jede Sportart Apps, Sensoren oder Datenarmbändern.

Mit den Worten "Computer schießen keine Tore" belächelte einst Franz Beckenbauer die Einführung der Video-Analyse – seitdem hat sich einiges getan: Sensoren in Trikots, die Aufschluss über den Zustand eines Sportlers geben, Pulsuhren und Datenarmbänder am Handgelenk, die jede Bewegung überwachen. Datenbrillen, die dem Trainer den Zustand seiner Mannschaft im wahrsten Sinne vor Augen führen.

Technik all überall: Das Smartphone, das wenn man nicht aufpasst, auch mal ohne Wissen des Besitzers automatisch die täglichen Schritte, gelaufenen Kilometer und Stockwerke dokumentiert. Telefone, die den Kalorienverbrauch errechnen und zeigen, ob Puls zu hoch oder zu niedrig ist. 

Das Smartphone wird, mit der richtigen App, auch zu einem effektiven Personal-Trainer. Läufer und Radfahrer nutzen z.B. Runtastic. 

Die App zeichnet die Strecke auf einer Karte auf und dokumentiert z.B. Distanz, Geschwindigkeit und Höhenmeter. Einige Programme behaupten, die gesammelten Daten blieben im Telefon und würden nicht ins Netz hochgeladen. Das machen aber dann aber viele Nutzer freiwillig, indem Sie z.B. ihre Joggingrunden nebst Kilometerangaben und Zeiten in sozialen Netzwerken posten oder sich gar über diese Antreiben lassen.

Das kann motivieren, aber auch nerven.

Wer fit sein möchte, der sollte – da ist sich die Sportwissenschaft einig – nicht nur Ausdauertraining machen, sondern auch Krafttraining. Der Trend geht zum Training ohne Geräte und Maschinen, also nur mit dem eigenen Körpergewicht. Anleitung und Trainingspläne bieten unzählige Apps.

Sprecherin: "Workout Trainier, Fitness Home and Gym, 7-Minuten Training, Fitfit, Fitness-Buddy, Bauchmuskeln in acht Minuten ,Mi-Coach, Push Ups Work, Total Fitness, Pocket Yoga, Zirkeltraining Assistent, Zumba-Fitness, Dance-Fitness, Squats, Yoga to go, Fatburner-Coach, Heimfitness für Frauen, Heart Fitness, Extreme Workout, Schlingentraining, TRX-Fitness, Fitocrazy, Fitbit, Freeletics, You are your own gym."

Wer effektiv Sport treiben will, der muss sich bewegen

Der Klassiker ist die App "You are your own Gym" von Mark Lauren.

Die Übungen sind bei allen Fitness-Apps meist alte Bekannte, teils in neuen Variationen und Kombinationen und mit neuen Namen: Kniebeugen, die jetzt Squats genannt werden, Liegestütz (Push ups), Klimmzüge, Ausfallschritte, Bauchübungen.

Nicht zu unterschätzen ist die nötige Selbstmotivation, denn wenn der Trainer im Smartphone steckt, dann lässt er sich auch ohne Probleme ausschalten. 

Andererseits kann eine App aber auch ein schlechtes Gewissen machen und so dazu motivieren, die vorgegebenen Trainings abzuhaken. 

Um die Fitness-Apps ist im Internet eine Gemeinschaft gewachsen, die z.B. bei Facebook individuelle Fragen beantwortet.

Die Anhänger der App "Freelettics", bei der man z.B. auch gegen Freunde antreten kann, treffen sich in vielen Städten in Parks und trainieren gemeinsam. Smartphone und Gymnastikmatte ersetzen so nicht selten ein Fitnessstudio. 

Und auch wenn der Markt immer größer und die Kontroll- und Dokumentationsmöglichkeiten immer ausgefeilter werden: Wer effektiv Sport treiben will, der muss sich bewegen, das kann selbst die beste Technik nicht übernehmen. 

Mehr zum Thema:

Reihe: Auf und Apps – App-Trends 2014 - Mit der App zum Sixpack
(Deutschlandradio Kultur, Studio 9, 29.12.2014)

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(Deutschlandradio Kultur, Elektronische Welten, 24.04.2014)

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