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Elektronische Welten / Archiv | Beitrag vom 11.06.2013

Apple springt beim Musikstreaming auf

Mit iTunes Radio folgt der Konzern dem Trend

Von Christian Grasse

Internet-Software Manager Eddy Cue stellt bei der WWDC iTunes Radio vor. (picture alliance / dpa / Monica M. Davey)
Internet-Software Manager Eddy Cue stellt bei der WWDC iTunes Radio vor. (picture alliance / dpa / Monica M. Davey)

Die Bilanz der alljährlichen Apple-Entwicklerkonferenz fällt relativ nüchtern aus. Bei der WWDC in San Francisco lag der Schwerpunkt auf Software-Neuheiten. Besonders die neue Musikplattform iTunes Radio ließ die Beobachter aufhorchen.

Eddy Cue: "Today we are introducing an amazing way to discover new music. And we call it iTunes Radio."

"Heute zeigen wir Ihnen, wie Sie auf verblüffende Weise neue Musik entdecken können.” Mit diesen Worten stellte der Apple Manager Eddy Cue gestern den als iTunes Radio getauften Musikdienst vor:

"And that's iTunes Radio."

Trotz des frenetischen Applauses der versammelten App-Entwicklergemeinde und der obligatorischen Apple-Phrasen rund um "magischer” und "verblüffender” Technologie, bietet iTunes Radio wenig Neues. Die größte Überraschung dürfte wohl der Name sein, spekulierte die weltweite Technikpresse doch auf einen Dienst namens iRadio.

"Apple will introduce iRadio” / "Music Streaming Service iRadio” / "Apples iRadio”"

Fakt ist, Apple will bzw. muss seinen in die Jahre gekommenen Musikdienst iTunes auffrischen. Musik herunterladen und auf dem eigenen Computer, Smartphone oder MP3-Player speichern ist out. Musikstreaming heißt der neue Trend, den Apple als ergrauter Retter der digitalen Musikindustrie bisher ignoriert hat.

Sean Parker: ""They did'nt meet the bar that was set by napster in 1999."

iTunes hat es nicht geschafft, Napster in Sachen Geschwindigkeit und Einfachheit zu ersetzen, sagt Sean Parker, der Ende der 90er mit seiner illegalen und gleichzeitig extrem populären Musiktauschbörse Napster der Musikindustrie das Leben schwer machte. Über 10 Jahre musste Parker warten, bis es einen legalen Dienst gab, der seiner Meinung nach Napster gerecht wird:

"I spent 10 years waiting for a startup to emerge that could provide the same level of convenience, speed and user experience that Napster offered."

Bequem, schnell und einfach an Musik kommen. Das geht laut Sean Parker nur auf eine Weise: mit Musikstreaming. Anstatt eine Datei herunterzuladen und lokal abzuspielen, wird dabei ein Musikstück per Internetverbindung angehört. Ähnlich wie beim Radio. Die Musik befindet sich auf Computern im Internet und wird durch einen konstanten Daten- bzw. Musikfluss an Handy, Tablet oder Computer des Nutzers übertragen. In Deutschland bieten mittlerweile mehrere Firmen solche Streaming-Dienste an.

Spotify bisher am erfolgreichsten

Für einen monatlichen Festpreis können Musikfans so viele Alben hören wie sie wollen. Mit Werbung etwas eingeschränkt sogar kostenlos. Auch wenn sich die Anbieter nur wenig unterscheiden, einer gilt als besonders erfolgreich. Der 2006 in Schweden gegründete Musikstreaming-Dienst Spotify war einer der ersten Streaming-Anbieter und hat mittlerweile weltweit über 25 Millionen Kunden.

Daniel Ek: "The number one and the most important thing was, you have to create a product that's better than piracy."

In erster Linie ging es uns darum ein Produkt zu entwickeln, das besser als Piraterie ist, erklärt Spotify-Gründer Daniel Ek. Wir wollten einen Dienst, mit dem man sehr einfach Musik hören und mit seinen Freunden teilen kann.

Daniel Ek: "We wanted it to be easier to share music with your friends. The vision really was to ..."

Unsere Vision war es, so etwas wie iTunes zu erschaffen, inklusive Zugriff auf jedes Musikstück der Welt.

Daniel Ek: "What if you had iTunes but you had all the worlds music in it."

Diese Vision ist fast Realität geworden, egal ob Rdio, Simfy, Google oder Spotify, die angebotenen Musikarchive umfassen mehrere Millionen Lieder. Zu viel, um jemals gehört zu werden. Musikentdeckung und Empfehlung sind deshalb essenziell für die Streaming-Dienste. Pionier in diesem Bereich war und ist die US-Musik-Plattform Pandora, dessen Chef Tim Westergren Musik als eine Art DNA versteht:

"When you type a song in we look at that song and an algorithm calculates."

Wenn Sie einen Song bei uns eintippen, dann schaut unser System, welche anderen Musikstücke dazu passen könnten und spielt entsprechende Songs hintereinander ab. Wir haben eine mathematische Formel entwickelt, die anhand von Hunderten Variablen Musik quasi genetisch erkennen kann. Wenn sie dann noch die gehörten Lieder bewerten, lernt unser System ihren Geschmack noch besser kennen:

Tim Westergren: "So it learns what kind of things you are liking or not liking and it gets better over time."

Integriertes Lernkonzept

200 Millionen Nutzer schwören auf das lernfähige Konzept von Pandora. Genau diese Idee integriert Apple nun in sein iTunes Radio und lässt vorerst US-amerikanische Nutzer auf seine millionenstarke Musiksammlung los. Im Gegensatz zum klassischen Musikstreaming à la Spotify soll die musikalische Entdeckung bei iTunes Radio jedoch zum Kauf einzelner Songs animieren.

Das machte Apple Manager Eddy Cue besonders deutlich:

"Another great feature of iTunes Radio is that it keeps track of all the songs that you are listening to."

iTunes Radio speichert alle Songs, die man per Stream gehört hat und mit einem Klick kann man ein Lied, das eben noch mehr oder weniger zufällig durch ein Empfehlungsprogramm abgespielt wurde, kaufen, so Eddy Cue. Das ist zwar alles andere als innovativ, dürfte aber wohl die Musikindustrie weiterhin zufriedenstellen.

Eddy Cue: "You can preview and buy right from there. And that's iTunes Radio."

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