Seit 13:05 Uhr Breitband
 
  • facebook
  •  
  • twitter
  •  
  • instagram
  •  
  • spotify
 
Seit 13:05 Uhr Breitband
 
 

Kulturnachrichten

Donnerstag, 10. März 2016

Anwälte fordern Reform der Limbach-Kommission

Der Mangel an Fairness, Transparenz und Gerechtigkeit sei offensichtlich

Mehrere Juristen fordern eine Reform der Limbach-Kommission, die bei Streit über NS-Raubkunst vermittelt. "Der Mangel an Fairness, an Transparenz und Gerechtigkeit des Verfahrens ist offensichtlich", schreiben fünf Rechtsanwälte in einem Offenen Brief an Vertreter der Bundesregierung wie Kulturstaatsministerin Monika Grütters und Justizminister Heiko Maas. Zu den Unterzeichnern zählt auch Markus Stötzel, der zuletzt die Erben des jüdischen Galeristen Alfred Flechtheim vertreten hat. Diese hatten Ende Februar ihre freiwillige Teilnahme an einem Verfahren der beratenden Limbach-Kommission aufgekündigt. Die Limbach-Kommission vermittelt auf Wunsch zwischen Beteiligten, wenn es Streit um mögliche Raubkunst gibt. "Bisher wurden in dreizehn Jahren ganze elf Fälle vor der Kommission behandelt", kritisierten die Anwälte aus Deutschland, Italien und den USA. Sie fordern unter anderem transparente Regeln und, dass eine Partei auch ohne Zustimmung der anderen Seite das Gremium einschalten kann. Darüber hinaus sollten Vertreter der Verfolgtengruppen angehört werden und die Empfehlungen des Gremiums für Einrichtungen der öffentlichen Hand verbindlich sein.

"James Bond"-Designer Ken Adam gestorben

Der gebürtige Berliner wurde 95 Jahre alt

Der britische Filmarchitekt Sir Ken Adam ist tot. Der gebürtige Berliner hatte unter anderem sieben "James-Bond"-Filme ausgestattet - von "Dr. No" bis "Moonraker". Er sei am Donnerstag im Alter von 95 Jahren in London gestorben, sagte der Direktor des Martin-Gropius-Baus in Berlin, Gereon Sievernich. Adam hatte zwei Mal den Oscar gewonnen. Als Jugendlicher war er mit seiner Familie vor den Nationalsozialisten nach England geflohen. Nach dem Architekurstudium kam er zufällig zum Film. In den Jahrzehnten danach stattete er Dutzende Filme aus. Adam erfand etwa James Bonds Unterwasser-Scooter, den Schleudersitz im Aston Martin und die Raumstation für "Moonraker". Aber auch der berühmte "War Room" aus Stanley Kubricks "Dr. Seltsam. Oder: Wie ich lernte, die Bombe zu lieben" war eine Idee von Adam. Für die "Addams Family" entwarf er ein Gothic-Haus.

Siegfried Lenz' "Überläufer" ist ein fulminanter Erfolg

Erstmals seit "Deutschstunde" führt Lenz die Bestsellerliste an

Der posthum veröffentlichte Roman "Der Überläufer" von Siegfried Lenz ist nach Angaben seines Verlags Hoffmann und Campe ein fulminanter Erfolg. "Wir drucken gerade die fünfte Auflage und nähern uns der 100 000er-Marke. Wir kommen mit dem Nachdrucken gar nicht mehr nach", erklärte der Hamburger Verleger Daniel Kampa. Lenz hatte den Roman über den Irrsinn des Krieges und einen Wehrmachtssoldaten, der zur Roten Armee desertiert, bereits 1951 fertiggestellt. Damals wollte Hoffmann und Campe das Buch aus Sorge vor der politischen Stimmung im Kalten Krieg nicht drucken. Jetzt hat "Der Überläufer" Platz 1 der neuen "Spiegel"-Bestsellerliste erklommen. Das hatte Siegrief Lenz in seiner langen Karriere nur ein Mal geschafft: Sein Roman "Deutschstunde" schaffte es am 16. Dezember 1968 an die Spitzenposition der Bestsellerliste.

Deutscher Presserat entscheidet über 169 Beschwerden

Allein 20 betreffen die Berichterstattung zur Kölner Silvesternacht

Der Deutsche Presserat muss über 20 Beschwerden allein zur Berichterstattung über die Vorfälle in der Silvesternacht in Köln entscheiden. Dabei geht es insbesondere um Verstöße gegen die Richtlinie 12.1 im Pressekodex, der die Nennung der Herkunft von Straftätern nur zulässt, wenn es einen begründbaren Sachbezug zur Tat gibt. Insgesamt beschäftigen sich die drei Beschwerdeausschüsse des Presserates mit 169 Beschwerden, überwiegend aus dem vergangenen Vierteljahr. Schwerpunkte der Kritik seien die Verletzung der Persönlichkeitsrechte und der Sorgfaltspflicht, sagte Presserats-Sprecherin Edda Eick.

Seethaler für internationalen Bookerpreis nominiert

Er gewann mit dem Buch bereits den Grimmelshausen-Preis

Der in Berlin lebende Autor Robert Seethaler ist für seinem Roman "Ein ganzes Leben" für den britischen Man Booker International Prize nominiert. Das Buch des Österreichers ist 2014 erschienen und gewann vergangenes Jahr bereits den Grimmelshausen-Preis. Am 16. Mai wird der Gewinner bekanntgegeben, wie die Veranstalter heute bekanntgaben. Das Preisgeld von 50 000 Pfund (rund 65 000 Euro) wird zwischen Autor und Übersetzer ins Englische aufgeteilt. Unter den Autoren auf der Longlist ist auch der in Graz lebende Kongolese Fiston Mwanza Mujila mit seinem französischen Buch "Tram 83".

Münchner Opernintendant Nikolaus Bachler hört 2021 auf

Er verlässt gemeinsam mit Generalmusikdirektor Petrenko die Staatsoper

Die Bayerische Staatsoper muss sich 2021 nicht nur auf die Suche nach einem neuen Chefdirigenten machen, sondern auch einen neuen Intendanten finden. Nikolaus Bachler wird die Oper im Jahr 2021 gemeinsam mit Generalmusikdirektor Kirill Petrenko verlassen. In einem Interview mit der Deutschen-Presse-Agentur sagte er: "Wir haben uns vorgenommen, 2021 gemeinsam hier aufzuhören, und das tun wir auch." Petrenko bleibt bis 2020 Generalmusikdirektor, in der Saison 2020/21 wird er nur noch als Gastdirigent in München tätig sein. Bachler hingegen sagte, er wisse noch nicht, was er nach 2021 mache. Bevor Bachler nach München kam, war er Chef des Wiener Burgtheaters. Über eine Nachfolge für Bachler und Petrenko werde zu gegebener Zeit entschieden, hieß es aus dem bayerischen Kunstministerium.

Politischer Architekturbiennale-Pavillon vorgestellt

Deutscher Beitrag der heißt "Making Heimat. Germany, Arrival Country"

Der deutsche Beitrag für die Architekturbiennale in Venedig wird in diesem Jahr hochpolitisch. Unter dem Titel "Making Heimat. Germany, Arrival Country" dreht sich alles um die Frage der Integration von Flüchtlingen. "Die neue Völkerwanderung" hat das Pavillon-Team um Generalkommissar Peter Cachola Schmal, Direktor des Deutschen Architekturmuseums in Frankfurt, die Präsentation des Pavillon-Konzeptes in München überschrieben. Die Ausstellung stellt verschiedene Entwürfe für Flüchtlingsunterkünfte vor, die in einer Datenbank zusammengefasst werden, um Entscheidern in Behörden die Auswahl zu erleichtern. Außerdem setzen sich die Macher mit dem Buch "Arrival City" von Doug Saunders auseinander und stellen ein gelungenes Beispiel einer "Ankunftsstadt"vorr: Offenbach. Schmal forderte von deutschen Politikern ein Bekenntnis zum Einwanderungsland: "Wir fordern, dass wir endlich zugeben, dass wir ein Einwanderungsland sind. Wir brauchen Einwanderungsgesetze und Einwanderungsministerien." Die Architekturbiennale findet vom 28. Mai bis 27. November in Venedig statt. Der deutsche Beitrag soll im Frühjahr 2017 außerdem in Frankfurt zu sehen sein.

Ruine des Königspalasts in Kabul wird wieder aufgebaut

Maßnahme soll Kulturerbe retten und Tourismus fördern

Der in mehreren Kriegen zerstörte afghanische Königspalast in Kabul soll in alter Pracht wiederauferstehen. Das Kabinett habe die Renovierung der Ruine genehmigt, hieß es in einer Mitteilung des Büros von Präsident Aschraf Ghani. Über die kommenden fünf Jahre werde der Darulaman-Palast in mehreren Phasen wiederaufgebaut. Das Ministerium für Stadtplanung habe dafür ein Budget von rund 16 Millionen Euro. Ein Sprecher des Präsidenten, Hamid Sosan, sagte der Deutschen Presse-Agentur, die Maßnahme solle helfen, Kulturerbe zu retten und Tourismus zu fördern.

Hamburger Kunsthalle einigt sich mit jüdischer Familie

Zwei Werke gehen gehen an die Erben von Michael Berolzheimer zurück

Die Hamburger Kunsthalle hat sich mit der Erbengemeinschaft des früheren jüdischen Kunstsammlers Michael Berolzheimer über den Verbleib von vier Werken geeinigt. Zurückgegeben wurden die beiden Zeichnungen "Französische Berglandschaft mit Fluß, Brücke und Ortschaft" von Constant Bourgeois und "Verfallenes Bauernhaus" von Eugène Isabey, wie die Kunsthalle mitteilte. In ihrer Sammlung bleiben zwei Exponate, die zurückgekauft wurden. Unter dem NS-Regime war die jüdische Familie Berolzheimer massiven Repressalien ausgesetzt, so dass sie 1938 in die USA emigrierte und ihre Sammlung großteils zurücklassen musste. Diese wurde im März 1939 versteigert. Es bleibe eine Selbstverständlichkeit, Werke aus der Sammlung zurückzuerstatten, die auf unrechtmäßigem Wege zur Kunsthalle gekommen seien, teilte Kunsthallen-Direktor Hubertus Gaßner mit.

Adele ist Favoritin unter den Echo-Nominierten

Helene Fischer, Sido und Namika sind ebenfalls für den Preis vorgeschlagen|

Sängerin Adele geht mit drei Nominierungen als Favoritin ins Rennen um den diesjährigen Echo. Die Britin ist für das "Album des Jahres", den "Hit des Jahres" und als "Künstlerin Rock/Pop international" nominiert, wie der Bundesverband Musikindustrie mitteilte. Ebenfalls drei Mal nominiert sind Schlagerstar Helene Fischer, Rapper Sido und die Frankfurter Sängerin Namika, teils aber in weniger bekannten Kategorien. Der Echo wird am 7. April in Berlin verliehen. Auftreten sollen etwa Udo Lindenberg und Sarah Connor, die doppelt nominiert ist.

Cornelia Funke gründet Hörbuchverlag "Atmende Bücher"

"Die Feder eines Greifs" erscheint als erste Produktion im September

Bestsellerautorin Cornelia Funke wird Hörbuch-Verlegerin. Der Verlag "Atmende Bücher" sei ein Gemeinschaftsprojekt mit Eduardo Garcia vom Hamburger Tonstudio "German Wahnsinn" und werde sämtliche neuen Stoffe von Cornelia Funke produzieren, teilte der Verlag mit. "Wie all meine Leser spätestens seit "Tintenherz" wissen, hatte ich schon immer eine Leidenschaft für das klingende Wort", sagte Funke. "Da ist es natürlich nur ein kleiner Schritt zum Traum, meine Worte selbst in klingende Bücher zu verwandeln." Zunächst sind jährlich etwa zwei bis drei Produktionen geplant, zusätzlich auch eigene kurze Lesungen Funkes. Mit "Die Feder eines Greifs", der Fortsetzung des Bestsellers "Drachenreiter", werde zeitgleich zum Buch im September dieses Jahres das erste Hörbuch bei "Atmende Bücher" erscheinen.

Jazz-Festival Moers 2016 ist finanziell gesichert

Stadt will finanzielle Verluste ausgleichen, muss das Geld aber woanders einsparen

Das Jazz-Festival Moers 2016 findet trotz finanzieller Turbulenzen statt. Die Stadt Moers will für erwartete finanzielle Verluste der Festivals 2015 und 2016 von bis zu 420 000 Euro aufkommen. Das beschloss der Hauptausschuss der Stadt in einer Dringlichkeitssitzung, wie ein Sprecher mitteilte. Die Bezirksregierung hatte für diesen Schritt vorher grünes Licht gegeben, daran aber eine Bedingung geknüpft: Im Ernstfall müsste die Kommune bei ihren freiwilligen Leistungen in der Kultur sparen. Freiwillige Leistungen werden in Moers etwa für das Kulturbüro, die Volkshochschule oder die Bibliothek ausgegeben. "Der Garantievertrag zieht in dem Moment, wo Gläubiger nicht mehr bedient werden können", sagte der Sprecher der Stadt, Klaus Janczyk. Es bestehe eine Chance, zumindest einen Teil der Garantiesumme auszugleichen. Der Geschäftsführer der Moers Kultur GmbH habe ja eher vorsichtig gerechnet. Bei einer Absage des Festivals, das im Mai über Pfingsten stattfindet, wäre die Summe nach Berechnungen der Moers Kultur GmbH auf gut 560 000 Euro gestiegen.

Google-Software gewinnt auch zweite Partie

Go-Meisterspieler verliert nach viereinhalb Stunden

In einem vielbeachteten Duell zwischen Mensch und Computer im asiatischen Brettspiel Go hat die Google-Software AlphaGo auch die zweite Partie gegen den Spitzenspieler Lee Sedol gewonnen. Der Südkoreaner verlor die Partie nach etwa viereinhalb Stunden Spielzeit. Lee hatte sich am Tag zuvor nach der Auftaktniederlage in dem Fünf-Spiele-Match in Seoul überrascht über die Spielstärke des Computers gezeigt. Der Sieg des Programms gegen einen der weltbesten Go-Spieler wurde als ein Meilenstein bei der Entwicklung selbstlernender Maschinen gewertet. Das Match läuft bis zum 15. März und wird live auf der Google-Videoplattform YouTube gezeigt.

Berliner Nachtclub "Tresor" wird 25 Jahre

Jubiläumstour durch Clubs

Der Berliner Nachtclub "Tresor" feiert am Sonntag seinen 25. Geburtstag. Am 13. März 1991 öffnete sich erstmals die Stahltür zum Tresorraum des ehemaligen Luxus-Kaufhauses Wertheim an der Leipziger Straße für Nachtschwärmer. "Der Tresor wurde zum "Home of Techno"", sagt sein Gründer Dimitri Hegemann. Vor allem DJs aus der US-Metropole Detroit wie Jeff Mills, Mike Banks und Juan Atkins beeinflussten den Sound im "Tresor". Der raue und intensive Sound habe optimal zum industriellen Ambiente des Raums gepasst, sagt Hegemann. Nach der Schließung 2005 kam der Nachtclub in verschiedenen Räumen unter, bis er 2007 an seiner heutigen Location, einem ehemaligen Heizkraftwerk, eröffnete. Zum Jubiläum geht der "Tresor" auf Tour durch Clubs auf drei Kontinenten. Außerdem wird mit einem Festival im kommenden Juli gefeiert.

Chef von Biennale-Pavillon fordert Bekenntnis

"Deutschland ist ein Einwanderungsland"

Der Generalkommissar des deutschen Pavillons für die Architekturbiennale fordert von deutschen Politikern ein Bekenntnis zum Einwanderungsland. "Wir fordern, dass wir endlich zugeben, dass wir ein Einwanderungsland sind. Wir brauchen Einwanderungsgesetze und Einwanderungsministerien», sagte der Direktor des Deutschen Architekturmuseums Peter Cachola Schmal. Für eine gelungene Integration sei künftig auch der Wohnungsbau ein wichtiges Kriterium, betonte er. Der deutsche Beitrag für die Architekturbiennale in Venedig (28. Mai- 27. November 2016) wird in diesem Jahr hochpolitisch. Unter dem Titel "Making Heimat. Germany, Arrival Country" hat sich das Team um Schmal mit der Frage auseinandergesetzt, wie und wo Flüchtlinge in Deutschland künftig untergebracht werden könnten - und wie der Städtebau bei der Integration helfen kann.

Jazz-Perkussionist Naná Vasconcelos gestorben

Der achtfache Grammy-Gewinner wurde 71 Jahre alt

Der bekannte brasilianische Jazz-Perkussionist Naná Vasconcelos ist tot. Am Mittwoch erlag der Musiker im Alter von 71 Jahren in seiner Geburtsstadt Recife einem Lungenkrebsleiden, wie brasilianische Medien meldeten. Bekannt wurde er durch seine Zusammenarbeit mit dem Musiker Milton Nascimento, einem der prägenden Vertreter der Música Popular Brasileira. Über die Jahrzehnte tat sich Vasconcelos mit vielen anderen berühmten Musikern und Gruppen für Projekte zusammen, darunter mit der Band U2. Das US-Jazz-Magazin "DownBeat" führte den achtmaligen Grammy-Gewinner von 1983 bis 1991 jedes Jahr als Perkussionist des Jahres.

Grütters plädiert für Kunstfreiheit

Kulturstaatsministerin: Kunst kann religiöse Gefühle verletzen

Kulturstaatsministerin Monika Grütters hat die Freiheit der Kunst auch im Austausch mit Religionen bekräftigt. Bei einem Treffen mit dem vatikanischen Kulturminister Kardinal Gianfranco Ravasi in Berlin sagte sie, dass sich Kunst nicht "auf die Grenzen des politisch Wünschenswerten" festlegen lasse. Denn wenn Kunst immer den Anspruch religiöser Wahrheiten respektiere, das Risiko verletzter Gefühle scheue oder einer Moral oder Weltanschauung diene, beraube sie sich ihrer Möglichkeiten und ihres Wertes. Zugleich gestand sie ein, dass in manchen Fällen religiöse Gefühle verletzt würden. Wichtig sei es Empathie zu fördern. Kunst und Kirche müssten und sollten nicht immer einer Meinung sein, aber sie verbinde etwas Elementares: das Ringen nach Antworten, sagte Grütters. "Ohne die große künstlerische Inspirationskraft der christlichen Theologie wäre die Kultur des Abendlandes ärmer an Geist und Sinnlichkeit". Überwältigend sei allein schon das materielle kulturelle Erbe, das im Auftrag der Kirche entstanden sei. Grütters war zuletzt im Mai vergangenen Jahres zu Gesprächen über Kulturpolitik bei Kardinal Ravasi im Vatikan gewesen.

Kunstsammlungen Dresden mit Besucherrückgang

Zahlen für 2015 vorgelegt

Das negative Image von Dresden schlägt sich offenbar auch in den Besucherzahlen der Staatlichen Kunstsammlungen nieder. Nach einem Aufwärtstrend von 2006 bis 2013 geht das Interesse jetzt seit zwei Jahren kontinuierlich zurück. Im vergangenen Jahr wurden rund 2,3 Millionen Gäste in den 14 Museen gezählt und damit sechs Prozent weniger als 2014, wie der Kaufmännische Direktor der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, Dirk Burghardt, mitteilte. 2014 waren es noch 2,5 Millionen Besucher gewesen, 2013 rund 2,6 Millionen. Burghardt sieht als Ursache für den Schwund vor allem den starken Rückgang russischsprachiger Gäste. Dass weniger Besucher aus dem Inland kämen habe möglichweise auch mit den Montagsumzügen der Pegida-Bewegung zu tun. Auch der bisherige Generaldirektor der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, Hartwig Fischer, kehrt Dresden den Rücken. Am Donnerstag wird er offiziell verabschiedet und wechselt als Direktor zum Britisch Museum nach London. Dort sind die Besucherzahlen in den letzten 5 Jahren um 1 Million stetig gestiegen.

Dieter Wedel stellt Ensemble für Festspiele vor

Die Freilichtsaison in Bad Hersfeld beginnt in drei Monaten

Gut drei Monate vor Beginn der Bad Hersfelder Festspiele hat Intendant Dieter Wedel die Schauspieler präsentiert. So werden unter anderem Elisabeth Lanz, Richy Müller und André Hennicke bei dem Freilicht-Theaterfestival (24. Juni bis 28. August) auf der Bühne stehen. Bei der Ensemble-Vorstellung nannte Wedel auch Horst Janson, Hans Peter Hallwachs, Brigitte Grothum, Christian Nickel und Motsi Mabuse - sie alle wirken bei der Eröffnungspremiere "Hexenjagd" mit, wo Wedel selbst Regie führt. Für das Musical "My Fair Lady", das erstmals in Bad Hersfeld gezeigt wird, wurden Gunther Emmerlich und Ilja Richter verpflichtet.Sieben neue Stücke und zwei Wiederaufnahmen stehen auf dem Programm. Für den erfolgreichen Fernsehregisseur Wedel ist es die zweite Spielzeit. Das Festival hat einen Rekordetat von 7,1 Millionen Euro.

Chorleiter der Deutschen Oper wechselt nach London

Ein Nachfolger steht noch nicht fest

Der Chorleiter der Deutschen Oper in Berlin geht nach London. William Spaulding sei ans Royal Opera House in Covent Garden berufen worden, teilte das Opernhaus in der Hauptstadt heute mit. Der gebürtige Amerikaner soll im Laufe der kommenden Spielzeit 2016/2017 wechseln. Das Team der Deutschen Oper wünsche ihm das Allerbeste "und ein ebenso begeistertes Publikum, wie er es in Berlin gefunden hat", hieß es in der Mitteilung. Ein Nachfolger für den 55-Jährigen steht noch nicht fest.

Wikipedia vereinfacht Einstieg für Autoren

Neue Software soll auch Autorenschwund stoppen

Das Online-Lexikon Wikipedia will neuen Autoren den Einstieg in die Bearbeitung von Artikeln erleichtern. Dafür wurde eine neue Arbeitsumgebung geschaffen, die sich an bekannten Textverarbeitungsprogrammen orientiert, teilte Wikimedia, der Förderverein hinter dem Online-Lexikon, in Berlin mit. Bilder und Tabellen ließen sich jetzt leichter in Wikipedia-Artikel einbinden, bisher musste eine spezielle Auszeichnungssprache erlernt werden. Wer in der Wikipedia mitschreiben möchte, könne das jetzt viel intuitiver tun, sagte Lukas Mezger, stellvertretender Vorsitzender des Präsidiums von Wikimedia Deutschland. Für alle neuen Nutzer ist die Arbeitsumgebung automatisch voreingestellt. Wikipedia zählt zu den bekanntesten Web-Enzyklopädien. In letzter Zeit ging die Zahl der Autoren des Online-Lexikons zurück.

Grimme-Preisträger stehen fest

Gleich drei Serien erhalten Auszeichnungen

Beim Grimme-Preis können die Privatsender in diesem Jahr Erfolge verbuchen. Vier von 14 Trophäen des Fernsehpreises gehen an Private, kündigte das Grimme-Institut in Essen an. Im vergangenen Jahr waren alle Auszeichnungen an öffentlich-rechtliche Sender gegangen. Grimme-Direktorin Frauke Gerlach hob beispielhaft die Sendereihe "Marhaba - Ankommen in Deutschland" für Flüchtlinge hervor, mit der n-tv "großes gesellschaftliches Engagement" bewiesen habe. Drei Serien erhalten einen Grimme-Preis in der Kategorie Fiktion: die dritte Staffel von "Weissensee", "Weinberg" und "Deutschland 83". Der in diesem Jahr erstmals verliehene Preis für eine "Besondere Journalistische Leistung" geht an den Beitrag "Tödliche Exporte" über illegalen Waffenhandel. Zwei Preise erhalten in der neuen Kategorie Kinder und Jugend die VOX-Serie "Club der roten Bänder" und die KiKA-Mitmachsendung "Ene Mene Bu". ZDF-Satiriker Jan Böhmermann erhält gemeinsam mit Philipp Käßbohrer und Matthias Murmann für den Beitrag "Hashtag Varoufake", eine Satire zur Stinkefinger-Affäre um den griechischen Ex-Finanzminister Gianis Varoufakis, einen Spezial-Preis. Der undotierte Grimme-Preis wird zum 52. Mal vergeben und gilt als wichtigster deutscher Fernsehpreis. Die Preisverleihung findet am 8. April in Marl statt.

Kulturnachrichten hören

März 2016
MO DI MI DO FR SA SO
29 1 2 3 4 5 6
7 8 9 10 11 12 13
14 15 16 17 18 19 20
21 22 23 24 25 26 27
28 29 30 31 1 2 3

Fazit

Internationaler Leibniz-KongressEuropa als Universum der Gelehrten
Blick auf die Leibniz Universität in Hannover (Juli 2016) (imago/Rust)

Unter dem Motto "Für unser Glück oder das Glück anderer" wird Hannover im Rahmen des Internationalen Leibniz-Kongresses Schauplatz von mehr als 300 wissenschaftlichen Vorträgen. Dabei setzt die Europa-Vision des Universalgelehrten Gottfried Wilhelm Leibniz einen besonderen Akzent.Mehr

weitere Beiträge

Kompressor

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandradio Kultur