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Kulturnachrichten

Sonntag, 24. Januar 2016

Anklagen wegen Anklebens von Tutanchamun-Bart

Der ehemalige Direktor des Ägyptischen Museums und der Chef der Restaurierungsabteilung sind unter den Beschuldigten

Wegen der stümperhaften Reparatur der weltberühmten Totenmaske von Pharao Tutanchamun müssen sich acht Ägypter vor einem Disziplinargericht verantworten. Sie hätten beim eiligen Wiederankleben des versehentlich abgebrochenen Bartes der Maske im August 2014 in Kairo "grob fahrlässig" gehandelt, warf ihnen die Staatsanwaltschaft in einem Schreiben vor. Dabei sei der 3300 Jahre alte goldene Kunstschatz zerkratzt worden. Unter den Beschuldigten sind auch der damalige Direktor des Ägyptischen Museums und der Chef der Restaurierungsabteilung. Der Unfall passierte, als die mehr als zwölf Kilogramm schwere Maske nach dem Auswechseln einer Glühbirne wieder auf den Sockel gehievt wurde: Der Zeremonialbart brach vom weltberühmten Konterfei. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft benutzen die Beschuldigten scharfe Gegenstände, um nach der "Reparatur" Reste des Kunstharz-Klebers von der Maske zu schaben. Vor Weihnachten war der Bart mithilfe deutscher Experten erst wieder von der Maske getrennt und anschließend fachmännisch angebracht worden. Seitdem ist auch die Klebstofffuge zwischen Bart und Maske nicht mehr zu sehen.

Oberender bleibt bis 2021 Festspiele-Intendant

Thomas Oberender ist damit weitere fünf Jahre für das Theatertreffen, das Jazzfest Berlin und für Maerzmusik zuständig

Der Autor und Dramaturg Thomas Oberender (49) bleibt für weitere fünf Jahre Intendant der Berliner Festspiele. Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) verlängerte seinen Vertrag bis 2021, wie das Haus mitteilte. Die Festspiele sind als kulturelle Einrichtung des Bundes sowohl für den Martin-Gropius-Bau mit seinen renommierten Ausstellungen wie auch für mehrere Berliner Festivals verantwortlich - darunter für das Theatertreffen, das Jazzfest Berlin und für Maerzmusik. Oberender ist seit 2012 Intendant. Zuvor war er unter anderem Schauspieldirektor bei den Salzburger Festspielen und leitender Dramaturg am Schauspielhaus Bochum. Er veröffentlichte mehrere Bücher.

Österreichisches Jugenddrama gewinnt Max-Ophüls-Preis

Gala war von Sorgen um die Zukunft des Traditionsfestivals geprägt

Das österreichische Jugenddrama "Einer von uns" des Regisseurs Stephan Richter hat den Max Ophüls Preis (MOP) 2016 gewonnen. Richter erhielt in Saarbrücken den mit 36 000 Euro dotierten Preis für seinen auf einer wahren Begebenheit basierenden Spielfilm. In dem 86 Minuten langen Streifen erzählt der 1980 in Dresden geborene Richter die Geschichte des 14-jährigen Julian (Jack Hofer), der auf einem trostlosen Supermarktparkplatz mit Kumpels rumhängt. Als er zusammen mit dem gerade aus dem Jugendgefängnis entlassenen Marko (Simon Morzé) in die bunte Warenwelt einbricht, endet das Abenteuer für ihn tödlich. Ein ähnliches Schicksal eines Jugendlichen hatte 2009 hohe Wellen in Österreich geschlagen. Die Gala zur Preisverleihung war über weite Strecken von den Emotionen angesichts des Weggangs der langjährigen künstlerischen Leiterin Gabriella Bandel geprägt. Filmschaffende und Cineasten applaudierten minutenlangen im Stehen, als Bandel mit Tränen in den Augen die Bühne betrat. Bei der Rede von Saarbrückens Oberbürgermeisterin Charlotte Britz ertönten dagegen laute Pfiffe und Buhrufe. Sie erklärte, die Finanzierung des MOP bleibe gesichert. Als beste Nachwuchsdarstellerin wurde Odine Johne für ihre Rolle in "Agnes" ausgezeichnet. Der Hauptdarsteller des Spielfilms "Rockabilly Requiem", Ben Münchow, wurde als bester Nachwuchsschauspieler geehrt. Den vom Saarländischen Rundfunk und vom ZDF vergebene Fritz-Raff-Drehbuchpreis erhielten die Autorinnen Paula Cvjetkovic und Bernadette Knoller für ihren Streifen "Ferien".

Spike Lee hält trotz Reformen an Oscar-Boykott fest

Aber die Akademie versuche das Richtige zu tun, so Lee

US-Regisseur Spike Lee hält an seinem Boykott der diesjährigen Oscar-Gala fest - trotz der Vielfalts-Offensive der für die Vergabe der Preise zuständigen Academy of Motion Picture Arts. Zwar denke er, dass die Reformen helfen würden und die Akademie das Richtige zu tun versuche, sagte Lee in einem Interview der Nachrichtenagentur AP. Das heiße aber nicht, dass er es sich jetzt anders überlegen und nun doch an der Oscar-Verleihung teilnehmen werde. Das zweite Jahr in Folge finden sich in den Darstellerkategorien für die begehrten Filmpreise keine Namen von schwarzen Schauspielern. Aus Unmut darüber kündigten neben Lee auch Schauspieler Will Smith und dessen Frau Jada Pinkett-Smith an, der Gala am 28. Februar fernbleiben zu wollen.Die Academy reagierte und kündigte drastische Reformen an: Die Zahl der Frauen und Angehörigen von Minderheiten unter ihren Mitgliedern will sie bis 2020 verdoppeln. Auch das Stimmrecht der Mitglieder soll künftig zeitlich begrenzt werden.

Thalia-Intendant: Theater soll nicht "politisch korrekt" sein

In Hamburg haben die Lessingtage unter dem Thema "Das neue Wir" begonnen

Joachim Lux, der Intendant des Hamburger Thalia Theaters, ist ein entschiedener Verfechter politischen Theaters. Dabei sieht er jedoch durchaus die Gefahr "politischer Korrektheit" gegeben. "Wenn jetzt etwa alle ihr Herz in einer naiven Weise für die Flüchtlinge öffnen, ist das weder politisch noch für die Kunst wirklich gut", sagte Lux (58). "Wir sind dazu aufgerufen, auch mit Widersprüchen und Unangenehmem umzugehen. Das ist ein ganz schweres Feld, weil Stellungnahmen und Ereignisse momentan auf oft widerliche Art instrumentalisiert werden", erklärte der Bühnenchef. Bis zum 7. Februar ist Lux Gastgeber der siebten Lessingtage in der Hansestadt. Gastspiele, Eigenproduktionen und Sonderveranstaltungen rund um das gesellschaftspolitische Thema "Das neue Wir" stehen auf dem Programm.

NRW-Kleinkunstpreis für Christian Ehring

Zweite Preisträgerin ist Simone Solga

Der Kabarettist Christian Ehring hat den nordrhein-westfälischen Kleinkunstpreis "Bocholter Pepperoni" erhalten. Ehring mache "Politkabarett, wie es sein sollte" hieß es in der Begründung bei der Preisverleihung im münsterländischen Bocholt. Ehring ist im Team der "heute-show" des ZDF, Moderator der NDR-Sendung "extra 3" und Mitglied im Ensemble des Düsseldorfer "Kom(m)ödchen". Der Kleinkunstpreis "Bocholter Pepperoni" ist mit insgesamt 15 000 Euro dotiert und gilt als einer der höchstdotierten der Branche. Der erste Preis für Ehring ist mit 10 000 Euro dotiert, die Auszeichnung für die zweite Preisträgerin Simone Solga ist mit 5000 Euro verbunden. Der Preis wird alle zwei Jahre verliehen. Ausgezeichnet wurden bislang auch Dieter Hildebrandt, Volker Pispers und Dieter Nuhr.

Berliner Filmdekorateur für Oscar nominiert

Bernhard Henrich ist in der Kategorie "Production Design" nominiert

Mit dem Filmdekorateur Bernhard Henrich ist auch ein Berliner für die diesjährigen Oscars nominiert. Der 63-Jährige, der beim Studio Babelsberg in Potsdam arbeitet, könnte die begehrte Auszeichnung in der Kategorie "Production Design" für den Spielfilm "Bridge of Spies" von Steven Spielberg erhalten. Babelsberg war Koproduzent bei dem Projekt. "Ich habe die Bekanntgabe in meiner Berliner Wohnung über das Internet verfolgt", erzählte Henrich. "Als ich meinen Namen gelesen habe, hat mich glatt der Schlag getroffen." Tage später habe es einen Nachschlag gegeben, als er auch für den britischen Filmpreis Bafta nominiert wurde. Diese Verleihung findet zwei Wochen vor den Oscars am 14. Februar im Londoner Kensington Palace statt. Henrich ist seit den 1970er Jahren im Geschäft und war an vielen Blockbustern wie "Monuments Men" unter der Regie von George Clooney beteiligt.

Phil Collins: Genesis-Wiedervereinigung wäre reizvoll

Collins wisse aber nicht, ob Peter Gabriel "das machen würde"

Sänger Phil Collins könnte sich eine Wiedervereinigung der legendären Rockband Genesis vorstellen. "Wenn Peter dazu bereit wäre, würde ich sagen: "Klar, auf jeden Fall", sagte Collins im Interview der "Welt am Sonntag". Frontmann Peter Gabriel hatte die Gruppe 1975 verlassen; danach machte Genesis unter Collins' Führung eine Wandlung hin zum Mainstream. "Nur weiß ich nicht, ob er das machen würde", sagte Collins, der mit Songs wie "In The Air Tonight" zu den kommerziell erfolgreichsten Popstars der Welt gehört. "Aber reizvoll wäre das schon. Wenn sich das Band-Komitee das nächste Mal trifft, werde ich das Thema auf die Tagesordnung setzen." Collins feiert am 30. Januar seinen 65. Geburtstag. Einen Tag zuvor erscheinen die Alben "Face Value" (1981) und "Both Sides" (1993) neu abgemischt und mit zusätzlichem Material versehen. Collins hatte bereits seinen Abschied aus dem Musikgeschäft verkündet, denkt nun aber wieder anders: "Ich kann es mir vorstellen, wieder Konzerte zu geben."

Producers Guild zeichnet "The Big Short" aus

Drama über Finanzkrise zum besten Film des Jahres gekürt

Das Finanzkrisendrama "The Big Short" ist von der Producers Guild of America (PGA) mit der höchsten Auszeichnung geehrt worden. Der US-Filmverband kürte den Film über die globale Finanzkrise 2008, in dem Stars wie Christian Bale, Steve Carell, Ryan Gosling und Brad Pitt mitspielen, zum besten Film des Jahres. Er setzte sich damit gegen andere Favoriten wie "The Revenant", "Spotlight" und "The Martian" durch. Die PGA ist ein Verband der US-Film- und Fernsehproduzenten, dessen 7000 wahlberechtigten Mitglieder jeweils im Januar die besten Filme des Jahres auszeichnen. Die Auszeichnungen der PGA gelten als verlässlicher Hinweis, wer im Februar den Oscar gewinnt. So wurde im vergangenen Jahr "Birdman" von der PGA ausgezeichnet, bevor er den Oscar für den besten Film gewann. Neben dem Spielfilm "The Big Short" ehrte die PGA auch den Dokumentarfilm "Amy" über die Soulsängerin Amy Winehouse, die 2011 nach jahrelanger Drogensucht starb, sowie den Animationsfilm "Inside Out" der Pixar-Studios.

Kulturhauptstadt San Sebastián: Ärger um Eröffnungsfeier

Zuschauer reagierten mit Unverständnis auf die Darbietungen, einige auch mit Pfiffen

Die Europäische Kulturhauptstadt San Sebastián hat mit ihrem Programm keinen guten Start erwischt. Eine große Show, die der "unvergessliche Höhepunkt" der Eröffnungsfeiern sein sollte, kam beim Publikum in der nordspanischen Küstenstadt nicht gut an. Der stellvertretende Bürgermeister Ernesto Gasco bat die Bewohner der baskischen Metropole um Entschuldigung dafür, dass es "keine angemessene Eröffnung" gegeben habe. Eine Licht- und Sound-Spektakel des Künstlers Hansel Cereza auf der traditionsreichen María-Cristina-Brücke hatte gestern Abend etwa 50 000 Menschen an die Ufer des Flusses Urumea gelockt. Das Publikum nahm die Show, mit der eine sinnbildliche "Brücke des Zusammenlebens" dargestellt werden sollte, jedoch ausgesprochen unterkühlt auf. Viele Zuschauer reagierten mit Unverständnis auf die Darbietungen, einige auch mit Pfiffen. Ein Teil des Publikums war vor allem verärgert darüber, dass die Darbietungen auf den großen Bildleinwänden vielerorts nicht zu sehen waren. "Die Eröffnungsfeier hat die Erwartungen offensichtlich nicht erfüllt", konstatierte die Zeitung "Diario Vasco". Das renommierte Madrider Blatt "El País" meinte: "San Sebastián hätte eine bessere Eröffnung verdient gehabt."

Delpy entschuldigt sich für Kommentar über Afroamerikaner

Julie Delpy: "Ich kann Ungleichheit oder Ungerechtigkeit jeglicher Art nicht ausstehen"

Die Schauspielerin Julie Delpy hat sich in der Kontroverse um mangelnde ethnische Vielfalt bei der Oscar-Verleihung für einen Kommentar über Schwarze entschuldigt. In einem Interview der Entertainment-Webseite "The Wrap" hatte die 46-Jährige am Freitag erklärt: "Manchmal wünschte ich, ich wäre Afroamerikanerin, weil die Leute sie hinterher nicht schlechtmachen, wenn sie etwas über die Realität eines xenophoben Umfelds sagen." Zudem meinte Delpy, es gäbe nichts Schlimmeres, als in der Unterhaltungsbrache eine Frau zu sein. Nach erneuter Kritik an ihrem Kommentar über Afroamerikaner ruderte Delpy in einer Stellungnahme auf der Nachrichtenseite Entertainment Weekly zurück. Sie habe nicht das Unrecht verniedlichen wollen, das afroamerikanischen Künstlern oder irgendjemand anderem geschehe. Sie könne Ungleichheit oder Ungerechtigkeit jeglicher Art nicht ausstehen.

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Fazit

Schirrmacher-PreisAuszeichnung für den Provokateur
Michel Houellebecq, hier beim Filmfest in Venedig. (imago/Xinhua)

Der französische Schriftsteller Michel Houllebecq erhält den Frank-Schirrmacher-Preis. Man habe einen Autor ausgewählt, "der als Anreger und Visionär eine ebenso präzise wie hintergründige Sprache" pflege, heißt es von Seiten des Stiftungsrates.Mehr

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