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Interview / Archiv | Beitrag vom 04.10.2013

Amnesty international: EU muss mehr Flüchtlinge aufnehmen

EU-Direktor Nicolas Beger: Nicht weiter zusehen, wie Menschen an der EU-Außengrenze sterben

Nahe Lampedusa wird ein Flüchtling aus dem Wasser gerettet. (dpa / pa)
Nahe Lampedusa wird ein Flüchtling aus dem Wasser gerettet. (dpa / pa)

Die EU investiere viel Geld, um ihre Grenzen zu schließen – und bringe dadurch Menschen, die als Flüchtlinge nach Europa streben, in Gefahr, sagt Nicolas Beger, Direktor des Brüsseler Büros von Amnesty International. Es sei nicht akzeptabel, dass Europa nur einen Bruchteil der Weltflüchtlinge aufnehme.

Vor dem Hintergrund des Flüchtlingsdramas vor Lampedusa hat der Direktor des Brüsseler Büros der Menschenrechtsorganisation Amnesty International, Nicolas Beger, die EU aufgefordert, mehr Flüchtlinge aufzunehmen und gleichzeitig mehr Mittel für die Suche und Rettung von Flüchtlingen bereitzustellen.

"Es fragt sich wirklich, wie viele Tragödien wir noch sehen müssen, bis die EU wirklich aufwacht und hier anständig etwas unternimmt", sagte Beger. Fast alle Investitionen der EU in diesem Bereich würden darauf verwendet, die Grenzen zu schließen. Dadurch würden Leben in Gefahr gebracht anstatt sie zu retten. "Es geht darum, diese Menschen aufzunehmen, ihre ersten Bedürfnisse zu befriedigen und ihnen dann einen fairen Zugang zu einem Asylverfahren zu geben", mahnte der Direktor des EU-Büros von amnesty international.

Derzeit nehme die EU nur einen Bruchteil der Weltflüchtlinge auf, weniger als ihr entsprechend der Größe des Kontinents eigentlich zukommen würde, kritisierte Beger. So habe das UN-Flüchtlingshilfswerk 2012 für 172.000 Flüchtlinge Plätze gesucht. "Davon sind überhaupt nur 4.500 nach Europa aufgenommen worden."

Deutschland forderte er auf, seine Abschottungspolitik aufzugeben und sich für mehr Solidarität einzusetzen. "Die Bundesregierung darf nicht zusehen, wie weiter Flüchtlinge an der europäischen Außengrenze sterben und Asylsuchenden ein faires Verfahren verweigert wird. Das ist nicht mehr akzeptabel."

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