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Radiofeuilleton - Wissenschaft und Technik / Archiv | Beitrag vom 03.06.2012

Am Mittwoch ist Venustransit

Erst im Jahr 2117 wird sich das seltene Naturschauspiel wiederholen - Bei der Beobachtung die Augen schützen

Von Joachim Baumann

Seltenes Schauspiel: Venustransit
Seltenes Schauspiel: Venustransit (Stellarium)

Mittwoch früh erleben wir einen ganz besonderen Sonnenaufgang. Die Sonne erscheint nicht als makellose gelbe Scheibe, denn vor ihr steht die Venus, die sich als dunkler Punkt abzeichnen wird. Der Planet zieht in dieser Nacht genau zwischen Sonne und Erde hindurch.

Von kurz nach Mitternacht bis kurz vor sieben läuft die Venus über die Sonnenscheibe. In Deutschland ist nur etwa das letzte Drittel dieses Himmelsschauspiel zu verfolgen. Komplett zu sehen ist es nur im Norden Skandinaviens, in Ostasien, Alaska, Teilen Australiens und großen Bereichen des Pazifiks.

Die Venus ist schon mit bloßem Auge als dunkler Fleck auf der Sonne auszumachen – vorausgesetzt, man schützt die Augen mit einer Finsternisbrille, wie vielleicht manche sie noch von der Sonnenfinsternis 1999 haben. Zur Not kann man sich mit mehreren Lagen dunklen Filmstreifen oder Rettungsfolie behelfen. Nie mit einem Fernglas oder Teleskop in die Sonne blicken! Man wäre sofort blind. Viele Planetarien und Volkssternwarten laden am Mittwoch zu öffentlichen Beobachtungen ein. Wer diesen Venus-Transit, wie die Astronomen das Ereignis nennen, verpasst, braucht viel Geduld: Erst am 11. Dezember 2117 wiederholt sich dieses Schauspiel.

Venus-Transite gelten als die seltensten, regelmäßig stattfindenden Himmelsereignisse. Früher waren sie wissenschaftlich sehr bedeutend, weil sich durch die genaue Beobachtung eines Transits die Entfernung Erde-Sonne bestimmen lässt. Die relativen Abstände im Planetensystem waren seit 1618 bekannt, aber die absolute Eichung erfolgte erst mit den Messungen des Venus-Transits 1769.

Der war, ähnlich wie in diesem Jahr, in Mitteleuropa nur teilweise zu sehen. So reisten die Astronomen schon Jahre vorher in die Südsee, nach Indien, Baja California, Sibirien oder in den Norden Skandinaviens. Viele Expeditionen scheiterten, aber manche konnten exzellente Beobachtungen durchführen und so das Sonnensystem präzise vermessen.


Literatur-Tipp:

Gudrun Bucher: Die Spur des Abendsterns. Die abenteuerliche Erforschung des Venustransits
Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2011
215 Seiten, 29,90 Euro


Mehr zum Venustransit auf dradio.de:

Sternzeit: Weltraumrepublik Venus

Mehr Infos im Netz:

Venustransit 2012: Festival in Vardo, Norwegen

Venustransit 2012: Live-Webcast