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Radiofeuilleton - Kino und Film / Archiv | Beitrag vom 03.07.2011

"Alles koscher"

Britischer Humor: Junger Moslem findet heraus, dass er eigentlich ein Jude ist

Von Jörg Taszman

Koscher-Shop in Hannover (picture alliance / dpa - Holger Hollemann)
Koscher-Shop in Hannover (picture alliance / dpa - Holger Hollemann)

In Großbritannien haben Multikulti-Komödien Tradition. Mit viel schwarzem Humor und jeder Menge "politischer Unkorrektheit" werden Araber, Juden, Liberale und Dogmatiker aufs Korn genommen. Nun kommt mit "Alles koscher" ein weiterer Film in die Kinos, der genüsslich provoziert.

Mahmud Nasir sitzt gerne auf der Couch und sieht fern. Er ist untersetzt, kahlköpfig, eigentlich Pakistani und Moslem, aber mit Religion hat er es nicht so. Wie unpassend, dass ihm dann sein Sohn Rashid eröffnet, er wolle die hübsche Stieftochter eines berüchtigten Hasspredigers heiraten:

"'Dad, es ist so, ich will Uzma wirklich heiraten, und ihr Stiefvater ist vielleicht ein bisschen streng, aber er muss unbedingt glauben, dass wir richtige Muslime sind.'

'Wir sind richtige Muslime.'

'Ja, ich weiß, ich meine richtig Praktizierende …'

'Na gut, ich verspreche, dass wenn Fundamentalist Freddy Fatwa-Fresse in mein Haus kommt, dann werde ich …'

'Dad, bitte tu das nicht.'

'War nur 'n Scherz. Ich verspreche, wenn Uzmas Stiefvater vorbei kommt, dann bin ich der beste Moslem, der ich überhaupt sein kann.'"

Nicht genug, dass Mahmud nun einen frommen Moslem mimen muss. Nach dem Tod seiner Mutter erfährt Mahmud, dass er adoptiert wurde. Die gestrenge britische Dame vom Amt darf ihm aber keine Auskünfte über seine wahre Herkunft erteilen, und das bringt Mahmud dann doch in Rage.

"'Ich muss einen Blick reinwerfen. Danke! ... Shim ... Shim ...'

'Ich glaube, es spricht sich Shimshillowitz aus … Security!'

'Das bedeutet ich war ... ich bin?'

'Ja, Mister Nasir. Wie es auch am Ende dieser Urkunde bestätigt wird, sind Sie wie viele aus dieser Gegend von Geburt an Jude.'

'Aber Nein. Bitte. Gucken sie mich doch mal an. Das ist doch wohl offensichtlich, dass ich das nicht bin!'"

Mit viel Tempo und ordentlich Klamauk erzählt "Alles Koscher" von einem Juden wider Willen. Das führt zu turbulenten Szenen und vielen kleinen Lügen. Mal nimmt Mahmud als Solly Shimshillewitz an einer Barmitzva teil, kurz darauf verbrennt er seine neue jüdische Kippa, um bei einer anti-israelischen Demo nicht als Jude aufzufallen. Dumm nur, dass sich langsam die Polizei für ihn interessiert. Aber irgendwie findet Mahmud alias Solly aus diesem "meschuggenem Schlamassel" auch wieder heraus.

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"Alles koscher!"
Ein Crashkurs im Jüdischsein

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