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Literatur / Archiv | Beitrag vom 16.09.2012

Allen Ginsberg und die prophetische Tradition des "anderen" Amerika

Eine Collage aus Texten und Tönen des Dichters der Beat-Generation

Von Klaus Emrich

Allen Ginsberg im Jahr 1997
Allen Ginsberg im Jahr 1997 (AP)

Seine Verse sollten eine "Wehklage für das Lamm in Amerika" sein, ein "vergängliches Amerikanisches Geheul". Allen Ginsberg hat seine Erfahrungen in Worte gesetzt: atemlos, sich an den Rhythmen des Jazz orientierend.

Sein Gedicht "Howl" ist der "Auswurf einer geschlagenen Generation". Dem Hass und der Gewalt in der tief gespaltenen Gesellschaft begegnete der Dichter der Beat Generation mit seiner Lyrik und mit meditativen Gesängen. "Nur manchmal ändern Gedichte die Welt, manchmal ändert die Welt Gedichte".

Allen Ginsberg gehört in eine lange prophetische Tradition in der amerikanischen Literatur, an deren Anfang Walt Whitman stand. Ginsbergs Verse beeinflussten die Poeten des Rock, wurden selbst zu Rock und griffen in gesellschaftliche Verhältnisse ein. Mit der Gruppe The Fugs demonstrierte er gegen den Krieg in Vietnam, mit The Clash gegen die Contras in Nicaragua. Seine "biblische" Sprache brachte überkommene Verhältnisse zum Tanzen und Mauern zum Einstürzen.

15 Jahre nach Ginsbergs Tod haben sich die Risse in der amerikanischen Gesellschaft verändert, aber sie sind noch immer sichtbar.

Links dradio.de:

Wie man ein Gedicht verfilmt <br> "Howl - Das Geheul" - nach Allen Ginsberg (DLF)

"Howl - das Geheul" <br> Filmische Hommage an den Dichter Allen Ginsberg

"Das ist ja sehr langsam und auch sehr subtil passiert"