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Profil / Archiv | Beitrag vom 04.01.2013

Alle Kinder sind willkommen

Chor der Woche: Der Wolfratshauser Kinderchor

Von Gerhard Richter

Egal, ob die Kinder anfangs singen können  - Kinoshita führt die Kinder auf ein hohes Niveau.  (AP)
Egal, ob die Kinder anfangs singen können - Kinoshita führt die Kinder auf ein hohes Niveau. (AP)

Bei Wettbewerben liegt der Chor meist weit vorne, 1998 und 2006 waren die Kinder aus Wolfratshausen sogar Sieger beim Bundes-Chorwettbewerb. Hinter dem Erfolg steht der deutsch-japanische Chorleiter Yoshihisa Matthias Kinoshita, der seit 22 Jahren mit den Wolfratshauser Kindern arbeitet.

Julia Leitner: "Er bringt uns das Singen ziemlich gut bei und er sagt auch, wenn wir was falsch machen, und ich finde ihn ziemlich nett."

Yoshihisa Kinoshita: "Es sind viele Kinder, die am Anfang kommen und keine Melodie grade singen können, überhaupt nicht singen können, die Stimmung nicht halten können, gar nix."

Julia Leitner: "Bei manchen Chören sind die Lehrer ziemlich streng und dann macht das Singen keinen Spaß, aber beim Yoshi macht's einfach Spaß."

Yoshihisa Kinoshita: "Gut, gut, gut, diese lockere gute Stimmung, die ihr habt ist sehr wichtig, klar. Schschschsch - hey! Nur ihr müsst in der Lage sein, zack, das zu ändern. Und einfach mal diese Konzentration zu haben!"

Lotte Bauer: "Der Yoshi kann auch von klein bis groß, der kann mit allen Leuten gut umgehen. Und er kümmert sich auch um den Einzelnen und geht nicht immer nur auf den ganzen Chor. Der macht halt manchmal auch so Einzelstimmproben und das passt einfach gut."

Kinoshita: "Wie ist bei dir Finn? Sing mal: Sa Sa Sa Sa Sa"

Finn: "sa sa sa sa sa sa"

Kinoshito: "Sa Sa Sa Sa Sa"

Finn: "sa sa sa sa sa"

Kinoshito: "Aha, ich glaub, deine Stimme ist auch tiefer geworden."

Yoshihisa Kinoshita: "Wie schafft man es, jedes Kind zu sehen? Das hat etwas mit meiner Haltung zu tun. Und dann, dass ich den Kindern das Gefühl gebe, egal wie viel sie können, in dem Moment, wo sie in den Chor reinkommen, dass sie die Möglichkeit haben, da immer mitzumischen, was wir machen, auch wenn das Niveau sehr hoch ist, zwischendurch."

Kinoshita: "Ich muss euch vorstellen: Die Carina, ihr kennt sie anscheinend teilweise schon, die Carina ist heute zum ersten Mal da."

Julia Leitner: "Der Yoshi macht das immer so, dass er uns einfach da mit reinstellt."

Ludwig Prosinger: "Dann hört man zu und dann lernt man´s halt."

Lucy Thomas: "Man merkt sich ziemlich schnell den Text und dann kann man schon mitsingen."

Kinoshita: "My world´s a silent one, but it´s enough for me, o.k?"

Yoshihisa Kinoshita: "Ja die ältesten sind 16 und die jüngsten hier in dieser Gruppe zwölf."

Julia Leitner: "Ja also es sind auch immer so Konzerte, also die Weihnachtskonzerte, die sind mir immer sehr gut in Erinnerung. Weil das immer so schön ist mit den Weihnachtsliedern und ich war in Japan dabei, zwei Wochen lang ... und sonst auch schon einiges."

Lotte Bauer: "Also ich fand die Wettbewerbe gut, wir waren ja jetzt schon bei zwei, wo ich schon dabei war."

Julia Leitner: "Der Chor konzentriert sich davor eigentlich noch viel mehr, als wie er´s sonst eigentlich tut. Und dann wächst die Gruppe noch mal viel mehr zusammen und das ist echt gut."

Lotte Bauer: "Dass wir vierter Platz geworden sind, war schon erstaunlich, weil von sechs Chören. Und wir sind halt drei Punkte am dritten Platz vorbei, also hinter den Philippinen."

Yoshihisa Kinoshita: "Das ist halt mehr so Pop, Pop, na so populär, ne. Ich schau halt, dass wir einen guten Mix haben. Also als nächstes zum Beispiel würd ich gern so ein Renaissance-Stück mal wieder auflegen. Was ich eben auch sehr gerne habe, sind diese modernen Sachen. Wie soll man sagen? Die wirken einfach und die gehören auch zu unserer Zeit."

Lucy Thomas: "Ja da ist natürlich schon schwer, sich die ganzen Lieder zu merken. Und es macht natürlich auch Spaß ... und es wird schon immer schwieriger merk ich. Aber das wird schon - denk ich."

Yoshihisa Kinoshita: "Und wenn ich ein neues Stück auflege, dann sag ich den Kindern: Eure Kommentare will ich gar nicht hören. Wir machen das einfach, und wenn wir´s können, dann singen wir´s vor und dann können wir immer noch überlegen, ob wir´s im Repertoire behalten, weil es gibt, natürlich auch manchmal Stücke, wo ich mich vertue.

Also ich hab schon Stücke gehabt, wo die mich auf Knien gebeten haben, das nicht zu singen. Und erst gemerkt haben, was für ein Stück das ist, nachdem sie gemerkt haben, wie das Publikum reagiert."

Julia Leitner: "Ich bin im Wolfratshauser Kinderchor seit neun Jahren und bin jetzt 16 Jahre alt. Jetzt müssen wir eben raus, weil wir zu alt sind. Das ist echt schwer jetzt, sich zu verabschieden."

Yoshihisa Kinoshita: "Wer hat schon die Möglichkeit mit Kindern und Jugendlichen solange zusammenzuarbeiten? Die sind dann ja fünf, sechs, sieben, neun oder zehn Jahre bei mir gewesen. Das ist eigentlich eine unglaubliche Freude und ein unheimlicher Gewinn, solange mit Kindern arbeiten zu können, wenn sie wollen.

Schöner Klang, also bis nächste Woche, tschau."

Zur Homepage Wolfratshauser Kinderchor

Immer mehr Menschen in Deutschland singen im Chor. In Zusammenarbeit mit der Arbeitsgemeinschaft deutscher Chorverbände (ADC) stellt Deutschlandradio Kultur jeden Freitag um 10:50 Uhr im Profil Laienchöre aus der ganzen Republik vor: Im "Chor der Woche" sollen nicht die großen, bekannten Chöre im Vordergrund stehen, sondern die Vielfalt der "normalen" Chöre in allen Teilen unseres Landes: mit Sängern und Sängerinnen jeden Alters, mit allen Variationen des Repertoires, ob geistlich oder weltlich, ob klassisch oder Pop, Gospel oder Jazz und in jeder Formation und Größe.

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