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Im Gespräch / Archiv | Beitrag vom 22.12.2012

Alle Jahre wieder: Festtage = Stresstage?

Gäste: Berit Brockhausen, Psychologin und Paartherapeutin - und Nikolai Geils-Lindemann, Psychologe und Familientherapeut

Moderation: Dieter Kassel

Festtage mit der Familie können harmonisch und fröhlich verlaufen, oft prallen aber auch verschiedene Erwartungen aufeinander.
Festtage mit der Familie können harmonisch und fröhlich verlaufen, oft prallen aber auch verschiedene Erwartungen aufeinander. (picture alliance / dpa /Patrick Pleul)

"Oh du fröhliche" - Von wegen! Pünktlich zum Fest steigt der Stresspegel in vielen Familien: Schnell noch die letzten Geschenke besorgen, Essen planen, die Wohnung schmücken. Dann die Festtage mit der Familie. Warum ist Weihnachten anfällig für Familienstress?

Festtage mit der Familie können harmonisch und fröhlich verlaufen, oft prallen aber auch verschiedene Erwartungen aufeinander, man hetzt von einem Termin zum anderen - und schon hängt der Weihnachtssegen schief. Und dabei wollten alle eigentlich nur das Beste.

Was tun, damit die Festtage nicht zu Stresstagen werden?
Warum ist Weihnachten anfällig für Familienstress?


"Das liegt daran, dass es alle sehr gut haben wollen und am besten zusammen sehr gut haben wollen", sagt die Psychologin und Paartherapeutin Berit Brockhausen.

"Das Problem ist aber, dass jeder eine andere Vorstellung hat, was schön ist, dass die Erwartungen sehr hoch sind und die Bemühungen so stark, dass es anstrengend wird."

An Weihnachten träfen unterschiedliche Generationen und Konstellationen aufeinander: Eltern, Groß- und Schwiegereltern, junge Paare, die vielleicht auch einmal etwas anders machen möchten, sich aber nicht trauen, weil sie fürchten, die Älteren zu enttäuschen. Man habe es "doch immer so gemacht" - alte Rituale, ein gewisser Harmoniezwang. All dies - so Berit Brockhausen - seien "Garantien zum Unglücklichsein".

Ihre Gegenstrategie: "Das erste ist: Ich muss herausfinden, was mir wichtig ist. Das zweite: Was ist den anderen wichtig. Dem einen ist ein super schönes Essen wichtig, dem anderen nicht."

Gerade junge Paare müssten sich bewusst werden: "Sie sind die neue Kernfamilie, Sie können eine neue Kultur sähen."

Das Wichtigste dabei sei die Kommunikation, klar zu sagen, was man will und was nicht. Und das nicht nur an Weihnachten.

Ihre Erfahrung: "Wenn es wirklich gelingt, es zusammen gut zu haben, dann ist es, wie das Akku aufzuladen, ob als Paar oder als Familie."

"Weihnachten ist etwas Tolles, ein wichtiges Ritual - es gibt heutzutage nicht mehr so viele Familienrituale", sagt der Familientherapeut und Psychologe Nikolai Geils-Lindemann. Es sei wichtig, zu schauen, was lohne, beibehalten zu werden, und an welchen Punkten man etwas ändern kann. "Die nächste Generation muss das Recht haben, diese Rituale weiterzuentwickeln."

Stress oder eine anstrengende Stimmung entstünden auch, weil sich die Familienmitglieder eigentlich sehr nahe sind - dies sei auch eine große Chance.

Sein Tipp: "Es ist hilfreich, sich eine Liste zu machen, wie könnte es anders aussehen. Und sich von den Punkten die zwei wichtigsten vorzunehmen. Betrifft es die ganze Familie, dann muss man gucken: Wo könnten Kompromisse sein? Vielleicht ist es die Mutter, die sagt, `Der ganze Einkauf und das Kochen machen mich irre!`. Da wäre dann die Frage: Müssen es wirklich zwei Gerichte sein? Welche Ideen gibt es?"

"Alle Jahre wieder: Festtage = Stresstage?"
Darüber diskutiert Dieter Kassel heute von 9 Uhr bis 11 Uhr mit Berit Brockhausen und Nikolai Geils-Lindemann. Hörerinnen und Hörer können sich beteiligen unter 00800 2254 2254 oder per E-Mail unter gespraech@dradio.de.

Informationen im Internet
Über Berit Brockhausen
Über Nikolai Geils-Lindemann