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Kulturnachrichten

Samstag, 26. März 2016

Albertina-Direktor: "Kunstmarkt wird immer kurzatmiger"

Das heutige Werteverständnis für Kunst sei stark marktgetrieben, sagt Kunsthistoriker

Der Direktor des Wiener Museums Albertina Klaus Albrecht Schröder (60) macht eine sich immer schneller wandelnde Kunstwelt aus, um mehr Umsätze zu generieren. Trends würden auf Messen und Kunstveranstaltungen vorgestellt und nur wenige Monate später wieder vergessen. "Das mag für manche Kulturpessimismus sein, ich halte es für eine Gegenwartsanalyse", sagte Schröder der Deutschen Presse-Agentur. "So wenig wie heute hat sich noch nie eine Gegenwart für die Zukunft interessiert", meinte der österreichische Kunsthistoriker. Die Profilierung von neuen Künstlern durch Ausstellungen in Museen und Galerien sei schon fast vernachlässigbar geworden: "Wir machen keine Künstler mehr, sie werden vom Markt gemacht", so Schröder. Nach Angaben des "Art Market Report" soll es 2015 einen weltweiten Umsatz am Kunstmarkt von 57,5 Milliarden Euro gegeben haben. Dass Superreiche die Preise für Gemälde immer mehr in die Höhe treiben, sieht Schröder für Museumsbetreiber aber nicht als Problem an. "Wir haben uns diese Bilder auch nicht leisten können, als sie nur ein Viertel davon gekostet haben."

"The Independent" letztmals als Druckausgabe erschienen

Britische Tageszeitung ab sofort nur noch online zu lesen

Die britische Tageszeitung "The Independent" hat nach 30 Jahren ihre gedruckte Ausgabe eingestellt. Am Samstag erschien das Blatt letztmals auf Papier. "Stop Press" stand in roten Buchstaben auf der weißen Titelseite, darunter der Hinweis auf die Erscheinungsjahre 1986 bis 2016. Dahinter kam die eigentliche Seite 1 zum Vorschein, die sich den Ermittlungen zu den Brüsseler Anschlägen widmet sowie einem Mordkomplott gegen den früheren saudiarabischen König Abdallah, in den ein in Großbritannien lebender Dissident verwickelt sein soll.
"Die Druckmaschinen wurden angehalten, die Tinte ist trocken und bald wird die Zeitung nicht mehr knittern", hieß es im Leitartikel der letzten Printausgabe. "Independent"-Besitzer Evgeny Lebedev hatte die Neuausrichtung im Februar angekündigt und mit dem Wandel in der Medienbranche begründet. Die Zeitung müsse sich diesen Veränderungen anpassen, die Zukunft sei digital, erklärte er. Das Mutterhaus ESI Media will sich künftig auf die "Independent"-Website konzentrieren und eine mobile Anwendung herausbringen. Wie viele andere Zeitungen litt das Blatt in der letzten Zeit unter einem Auflagenschwund. Derzeit hat es eine verkaufte Auflage von rund 40.000 und ist damit die am wenigsten gelesene überregionale Tageszeitung im Vereinigten Königreich.

Hindus in Brüssel sagen wegen Terror Fest ab

Statt Frühlingsfest gemeinsame Gebete für die Terroropfer und ihre Angehörigen

Die indische Hindu-Gemeinde in Brüssel hat in Anbetracht der Terroranschläge das alljährliche Frühlingsfest "Holi" abgesagt. Wie das Indische Kulturzentrum mitteilte, werde das Farbenfest am 27. März aus Respekt vor den Opfern der Anschläge nicht stattfinden. Das indische "Holi"-Fest wird jedes Jahr am ersten Tag nach dem Vollmond im Hindu-Monat Phalgun gefeiert. Das "Fest der Farben" dauert mindestens zwei, in einigen Gemeinden auch bis zu zehn Tage.

Leipziger Buchmesse 2017 stellt Litauen vor

In diesem Jahr besuchten rund 195.000 Menschen die Leipziger Buchmesse

Die Leipziger Buchmesse blickt in den nächsten beiden Jahren nach Osteuropa. 2017 steht das Gastland Litauen im Mittelpunkt, 2018 ist Rumänien zu Gast in den Messehallen, das teilten die Veranstalter in Leipzig mit. Im kommenden Jahr öffnet die Buchmesse vom 23. bis 26. März ihre Türen.

Theologin Käßmann: Ostern ist kein "Häschenfest"

Küken, Hasen und Eier verniedlichen die christliche Botschaft, so Käßmann

Ex-Bischöfin Margot Käßmann warnt vor einem Blick auf Ostern als "Häschen-, Küken- und Eierfest". Das habe etwas Verniedlichendes, sagte sie der "Passauer Neuen Presse". Am Fest der Auferstehung Christi gehe es "um die fundamentale Erfahrung der Menschen, dass der Tod nicht das letzte Wort hat". Sie selber glaube daran, "dass es Auferstehung gibt, eine Zukunft nach diesem Leben", fügte die frühere Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) hinzu. "Wie das genau aussehen wird, darüber mache ich mir keine Gedanken. Das kann ich gut Gott überlassen." Käßmann ist EKD-Botschafterin für die Feierlichkeiten zum 500. Reformationstag 2017.

New York zeigt Kunstprojekt über Migration nach Europa

Museum of Modern Art (MoMA) zeigt Videoarbeit der französisch-marokkanischen Künstlerin Bouchra Khalili

Ein Kunstprojekt über die Migration von Flüchtlingen aus Afrika nach Europa ist ab April im New Yorker Museum of Modern Art (MoMA) zu sehen. Das Projekt bestehe aus acht Videos der französisch-marokkanischen Künstlerin Bouchra Khalili, die derzeit in Berlin lebt und arbeitet, teilte das Museum mit. In jedem Video erzählt ein Flüchtling seine Geschichte und zeichnet seine Fluchtroute auf einer Karte nach. "Zusammen funktionieren diese Videos als Atlas alternativer geopolitischer Karten, definiert von den prekären Leben staatenloser Menschen", heißt es in einer Mitteilung des MoMA, das das Kunstwerk im vergangenen Jahr erworben hatte. Zu sehen ist es vom 9. April bis zum 28. August.

Britische Stars fordern mehr Engagement für Flüchtlinge

Vivienne Westwood, Jude Law und Ken Loach appelieren an David Cameron

Eine Gruppe von 90 Prominenten hat an den britischen Premierminister David Cameron appelliert, mehr Flüchtlinge aufzunehmen. In einem offenen Brief in der Zeitung "The Guardian" schrieben Schauspieler Jude Law, Sängerin Paloma Faith und die übrigen Unterzeichner, das Vereinigte Königreich blicke auf eine stolze Geschichte beim Schutz von Kriegsopfern zurück. "Wir rufen Sie auf, unsere Zusage zur Umsiedlung (von Flüchtlingen) zu erhöhen sowie die Grundsätze von Familienzusammenführungen zu stärken, um unbegleiteten Kindern und getrennten Familien zu helfen", heißt es in dem Appell mit Blick auf eine UN-Konferenz über syrische Flüchtlinge kommende Woche in Genf. Zu den Unterzeichnern der von einer britischen Hilfsorganisation unterstützten Aktion zählen auch Modedesignerin Vivienne Westwood, die Filmregisseure Sam Mendes, Ken Loach und Mike Leigh, Monty-Python-Komiker Michael Palin sowie die Künstler Jake und Dinos Chapman. Die britische Regierung hat bislang zugesagt, bis zum Jahr 2020 insgesamt 20 000 syrische Flüchtlinge aus Lagern an der syrischen Grenze ins Land zu lassen und mehrere hundert unbegleitete Minderjährige aufzunehmen. Kritiker werfen Cameron vor, dies sei zu wenig.

Rolling Stones spielen erstmals in Havanna

Etwa 500.000 Fans durften britische Rockband gratis erleben

Seit der Revolution 1959 gab es auf der Karibikinsel kein Großkonzert einer ausländischen Band. Ausländische Bands galten in dem abgeschotteten Land als umstürzlerisch und wurden deshalb nicht im Radio gespielt. So auch die Musik der Stones. Begünstigt durch die diplomatische Annäherung Kubas mit dem Westen sprachen die Bilder am Freitag eine ganz andere Sprache: Einem Konterfei von Nationalheld Che Guevara vor dem Open-Air-Gelände wurde das ikonische Zungensymbol der Stones verpasst. Jagger, Keith Richards, Ronnie Wood und Charlie Watts starteten ihr Konzert am Freitag mit dem Klassiker "Jumpin' Jack Flash". Es folgten "Sympathy for the Devil" und "Satisfaction". Mit dabei waren bei dem Konzert auch Prominente. Das ehemalige Supermodel Naomi Campbell, Schauspieler Richard Gere und Sänger Jimmy Buffet waren gekommen und feierten in einem VIP-Bereich. Mit dabei war auch Raúl Castros Sohn Alejandro, eine der treibenden Kräfte hinter der kubanischen Entspannungspolitik zu den USA. Das Stones-Konzert folgte auf einen historischen Staatsbesuch von Barack Obama. Er war vor wenigen Tagen als erster US-Präsident im Amt seit knapp 90 Jahren nach Kuba gereist. Und hatte live im Staatsfernsehen für Demokratie geworben, bevor er sich dann mit dem kubanischen Staatspräsidenten Raúl Castro Seite an Seite ein Baseballspiel ansah.

Kunstdiebstahl im Magdeburger Dom

Diebe sägten Nachbildung der Heiligen Lanze ab

Im Magdeburger Dom ist die wertvolle Nachbildung der sogenannten Heiligen Lanze gestohlen worden. Die handgeschmiedete Gold-Replik sei vermutlich während der Öffnungszeiten des Doms abgesägt worden, sagte Domprediger Giselher Quast. Er habe Anzeige erstattet. Die Polizei ermittelt. Bislang seien die Hintergründe der Tat jedoch völlig unklar, sagte ein leitender Einsatzbeamter. Die Replik der Lanze war direkt neben dem Grab Ottos des Großen im Dom ausgestellt. Nach Angaben von Prediger Quast wurde die Nachbildung im Wert von etwa 2000 Euro Anfang der 1990er-Jahre angefertigt. Das Original, das wahrscheinlich aus dem 8. Jahrhundert stammt, ist in der Wiener Hofburg ausgestellt. Die Lanze wurde deutschen Kaisern bei der Krönung überreicht.

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Fazit

Renaissance unter der LupeDer Bilderwald des Aby Warburg
Der Theatervorhang mit einer Kopie von Raffaels Fresco "Der Parnass", ausgestellt am 08.11.2013 im Theatermuseum Zauberwelt der Kulisse in Meiningen, Thueringen. Darauf zu sehen ist Apollon (M), umgeben von Musen, griechischen und roemischen Dichtern sowie italienischen Schriftstellern der Renaissance.  (picture alliance / Beate Schleep)

Der Kunsthistoriker Aby Warburg praktizierte zu Beginn des 19. Jahrhunderts eine bis dahin beispiellose Renaissanceforschung. Seine These dabei: die Wiederkehr antiker Bildformeln. Das ZKM Karlsruhe hat seinen Bilderatlas nun nahezu vollständig rekonstruiert.Mehr

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