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Literatur / Archiv | Beitrag vom 05.11.2013

Albert Camus: Solares Denken

Zum 100. Geburtstag des algerisch-französischen Schriftstellers

Von Ruthard Stäblein

Der Schriftsteller, Philosoph und Freidenker Albert Camus (picture alliance / dpa)
Der Schriftsteller, Philosoph und Freidenker Albert Camus (picture alliance / dpa)

Der helle und klare Himmel des Südens bildet den Horizont im Leben, Schreiben und Denken von Albert Camus. Albert Camus wächst vaterlos mit seiner analphabetischen Mutter im Armenviertel Belcourt von Algier auf. In seinem letzten Roman "Der erste Mensch", den man bei seinem Unfalltod 1960 im Auto findet, verherrlicht Camus diese Kindheit als ein Geschenk des Lichtes und des Meeres.

Sein Leben lang verteidigt er sein französisches Algerien. Allein schon wegen seiner Erinnerungen und seiner Mutter, die während des antikolonialistischen Befreiungskampfes in Algier bleibt. Sein Exfreund Sartre verkündet die Lektionen der Geschichte, Camus preist dagegen die vitale Natur, den Süden, die anarchische Freiheit des Einzelnen, den Lebensgenuss ohne höheren Sinn. Und zugleich auch die Klarheit eines engagierten Denkens, das sich aufbäumt gegen das Schicksal, den Systemzwang einer Idee, eines Systems.

Camus entwickelt ein "mittelmeerisches Denken", ein "solares" Prinzip, das in der Debatte um Nord- gegen Südeuropa wieder aktuell wird. In der Sendung wird der Kern dieses solaren Denkens entfaltet anhand von Werkauszügen und beeindruckenden O-Tönen Camus' seiner Tochter Cathérine sowie Kommentaren von zeitgenössischen Denkern wie dem französischen Biografen und Philosophen Michel Onfray.

Manuskript zur Sendung als PDF-Dokument[/url] oder im barrierefreien Textformat[/url]

Mehr bei dradio.de :

Auseinandersetzung mit dem Absurden <br /> Albert Camus: "Sämtliche Dramen", Rowohlt Verlag, Reinbek 2013, 592 Seiten

In Zeiten des Krieges <br /> Albert Camus: "Die Pest", Audio Verlag Berlin 2011, 2 CD

Suche nach Liebe und Schönheit <br /> Albert Camus: "Hochzeit des Lichts", Arche Paradies, Zürich/ Hamburg 2009, 171 Seiten

Literatur

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