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Konzert / Archiv | Beitrag vom 05.03.2016

Alban Bergs "Lulu" aus New YorkFragile Femme Fatale

Aufzeichnung aus der MET

Marlis Petersen als "Lulu" in Alban Bergs gleichnamiger Oper an der Metropolitan Opera New York (Ken Howard/MET)
Marlis Petersen als "Lulu" in Alban Bergs gleichnamiger Oper an der Metropolitan Opera New York (Ken Howard/MET)

Alban Bergs unvollendete Oper "Lulu" war in der Fassung von Friedrich Cerha an der New Yorker MET zu erleben - den Mitschnitt vom November letzten Jahres mit Marlis Petersen in der Hauptrolle senden wir hier.

Alban Bergs Zwölfton-Oper "Lulu" gilt als eines der bedeutendsten Musiktheaterwerke des 20. Jahrhunderts. Der Stoff um eine junge Frau, die scheinbar systematisch die Männerwelt um ihren Verstand bringt und dabei in ein Netz aus Verstrickungen und Morden hineingerät, fasziniert Theater-, Film- und Opernregisseure bis heute. An der Metropolitan Opera New York war die "Lulu" in dieser Saison in einer neuen Inszenierung von William Kentridge zu sehen.

Zwei Erzählungen des Fin-de-Siècle-Autors Frank Wedekind boten die Vorlage für Bergs "Lulu". Die Oper erzählt die tragische Geschichte um den sozialen Auf- und Abstieg einer jungen Frau – von der wohlhabenden Edelkurtisane zur ärmlichen Prostituierten – in deren Verlauf etliche Leben auf der Strecke bleiben. Lulu ist femme fatale und femme fragile zugleich und gerade in dieser Mehrdeutigkeit ein Faszinosum für die Opernwelt.

Alban Berg hatte die letzten acht Lebensjahre mit der Komposition seiner "Lulu" verbracht. Als er 1935 starb, blieb die Oper unvollendet. Der dritte Akt lag lediglich als Fragment vor. Erst 30 Jahre später wagte ein Komponist sich an diese Skizze heran: der Österreicher Friedrich Cerha. Auf Basis des Berg’schen Quellenmaterials vervollständigte er die Oper, so dass die "Lulu" seit 1979 in Gänze auf die Bühne gebracht werden kann.

In der aktuellen MET-Produktion singt Marlis Petersen die Lulu – eine Rolle, die ihr scheinbar auf den Leib geschrieben ist und die ihr schon mehrfach die Auszeichnung "Sängerin des Jahres" einbrachte. Der Bariton Johan Reuter ist Dr. Schön und die Mezzosopranistin Susan Graham debütiert in der Rolle der Gräfin Geschwitz. Lothar Koenigs leitet das Orchester der Metropolitan Opera New York in einer Neuproduktion im Stil der späten 20er Jahre von William Kentridge.

Metropolitan Opera New York

Aufzeichnung vom 21. November 2015

Alban Berg

"Lulu" - Oper in einem Prolog und drei Akten nach Frank Wedekinds Tragödien "Erdgeist" und "Die Büchse der Pandora"

Lulu – Marlis Petersen, Sopran

Gräfin Geschwitz – Susan Graham, Mezzosopran

Eine Theatergarderobiere u.a. – Elizabeth DeShong, Alt

Der Medizinalrat u.a. – James Courtney, Bass

Der Maler u.a. – Paul Groves, Tenor

Dr. Schön / Jack the Ripper – Johan Reuter, Bariton

Alwa – Daniel Brenna, Tenor

Schigolch – Franz Grundheber, Bass

Ein Tierbändiger / Ein Athlet – Martin Winkler, Bass

Orchester der Metropolitan Opera

Leitung: Lothar Koenigs

ca. 21.00 Uhr Opernpause, darin:

Der österreichische Komponist Friedrich Cerha über seine Komplettierung des dritten Akts der unvollendeten Oper "Lulu" von Alban Berg

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