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Interview / Archiv | Beitrag vom 23.11.2015

Aiman Mazyek vom Zentralrat der Muslime"Juden und Muslime dürfen sich nicht auseinander dividieren lassen"

Aiman Mazyek im Gespräch mit Katja Schlesinger und Christian Rabhansl

Der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime in Deutschland, Aiman Mazyek. (picture alliance / dpa / Oliver Berg)
Der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime in Deutschland, Aiman Mazyek (picture alliance / dpa / Oliver Berg)

Die Forderung des Zentralrats der Juden nach "Obergrenzen für den Zuzug von Flüchtlingen" sorgt für Debatten. Vehement widerspricht Aiman Mazyek vom Zentralrat der Muslime: Asyl sei ein Grundrecht, betont er.

Der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime in Deutschland, Aiman Mazyek, sieht im Versuch, eine mögliche Obergrenze für Flüchtlinge in Deutschland zu definieren, einen klaren Angriff auf das Grundgesetz. Das Grundgesetz sage "Das Asylrecht ist Grundrecht", erklärte Mazyek im Deutschlandradio Kultur.

Wer sage, er wolle dieses Asylrecht jetzt anders handhaben, der müsse auch sagen: "Ich will das Grundgesetz ändern." Der Asylanspruch in Deutschland sei mehr als nur ein "Gnadenrecht", denn es sage, dass eben jeder ein Recht auf Asyl habe, der bedroht werde.

In Reaktion auf den Vorwurf, viele der Flüchtlinge brächten Antisemitismus, Sexismus und Homophobie nach Deutschland, widersprach Mazyek deutlich: "Ich finde diese Zuschreibung nicht der Sache angemessen. Und ich finde sie falsch."

Nicht der Glaube, sondern das politische Umfeld führt zu Hass

 

Wichtig sei hier zu unterscheiden. Es sei nicht der Glaube, der zu Hass und Ablehnung führe, sondern das politische Umfeld der Herkunftsländer, sagte Mazyek. Diese erlernten Ablehnungen zu beseitigen. sei Aufgabe der Integration: "Wir dürfen uns hier nicht auseinander dividieren lassen, also Juden und Muslime nicht, sonst haben die Terroristen schon längst gesiegt."

Wichtig sei es, auch die Toleranz des Glaubens, des Islams, zu vermitteln, betonte Mazyek. "Der Lösungsansatz kann nur heißen: In den Dialog treten, miteinander sprechen."

Und diese Aufgabe der Integration sei unabhängig davon, wie hoch der Prozentsatz der Flüchtlinge sei, die vielleicht in ihren Herkunftsländern solchen Hass und solche eine Ablehnung gegen den anderen Glauben vorgelebt bekommen haben.

Mazyek reagierte damit auf ein "Welt"-Interview, das der Präsident des Zentralrats der Juden, Josef Schuster, gegeben hatte. Er hatte darin eine Obergrenze für den Zuzug von Flüchtlingen nach Deutschland befürwortet und erklärt: "Über kurz oder lang werden wir um Obergrenzen nicht herumkommen."

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