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Kulturnachrichten

Freitag, 5. Februar 2016

Ai Weiwei verhüllt Tierkreis-Skulptur in Rettungsdecken

Ai Weiwei: Mehr Verantwortung für andere Menschen übernehmen

Der chinesische Künstler Ai Weiwei hat in Prag Tierkreis-Skulpturen in goldfarbene Rettungsdecken gehüllt, um an das Schicksal von aus dem Meer geretteten Migranten zu erinnern. "Ich weiß, dass es in Tschechien Widerstand gegen die Aufnahme von Flüchtlingen gibt", sagte Ai Weiwei. Er rief dazu auf, mehr Verantwortung für andere Menschen zu übernehmen. Die Plastik "Circle of Animals/Zodiac Heads" mit Figuren aus dem chinesischen Tierkreis wie Löwe, Schlange und Hase steht seit dieser Woche vor dem Ausstellungsgebäude für moderne Kunst der Prager Nationalgalerie. Anfang Januar hatte der 58-Jährige angekündigt, auf der griechischen Insel Lesbos ein Mahnmal für ertrunkene Flüchtlinge errichten zu wollen.

Peter Wawerzinek wird Dresdner Stadtschreiber

Der Schriftsteller wird ab Juni sechs Monate dort wohnen

Der Schriftsteller Peter Wawerzinek wird Dresdner Stadtschreiber 2016. Der 61-jährige Berliner wird ab Juni sechs Monate lang in Dresden wohnen, arbeiten und unter anderem mit Lesungen am kulturellen Leben teilnehmen. Wawerzineks Bewerbung habe die Jury mit ihrem ungewöhnlichen Anschreiben von literarischer Qualität überzeugt. Zu Wawerzineks Werken gehört der Roman "Rabenliebe", der 2010 mit dem Ingeborg-Bachmann-Preis ausgezeichnet wurde. 2015 war der gebürtige Rostocker Wawerzinek Stadtschreiber in Magdeburg. Das Stadtschreiberstipendium der Stiftung Kunst und Kultur der Ostsächsischen Sparkasse Dresden wird zum 21. Mal vergeben. Dem Stadtschreiber werden eine finanzielle Unterstützung und eine Wohnung zur Verfügung gestellt. Im vergangenen Jahr war der Autor Michael Wildenhain Dresdner Stadtschreiber.

Johan Simons soll Bochumer Schauspielhaus leiten

Er beginnt zur Spielzeit 2018/19

Der derzeitige Leiter der Ruhrtriennale, Johan Simons, wird neuer Intendant des Bochumer Schauspielhauses. Dies hat der Verwaltungsrat des renommierten Theaters am Freitag einstimmig beschlossen. Der Niederländer Simons soll die Nachfolge von Anselm Weber antreten, der 2017 zum Schauspiel Frankfurt wechselt. Simons ist noch bis 2017 künstlerischer Intendant des experimentellen Theater- und Musikfestivals Ruhrtriennale. Seine neue Aufgabe wird er zur Spielzeit 18/19 antreten. Für die Spielzeit 17/18 werde es eine Interimslösung geben, verlautete aus Verwaltungsratskreisen. Simons ist einer der profiliertesten Theatermacher im deutschsprachigen Raum, in Belgien und den Niederlanden. Der mehrfach für seine Inszenierungen ausgezeichnete Regisseur hatte auch fünf Jahre erfolgreich die renommierten Münchner Kammerspiele geführt. Das bundesweit beachtete Bochumer Schauspielhaus kann eine stattliche Liste prominenter Intendanten vorweisen - von Peter Zadek und Claus Peymann bis Leander Haußmann und Matthias Hartmann.

"Earth, Wind and Fire"-Gründer gestorben

Maurice White litt schon lange an Parkinson

Der Gründer der Kultband "Earth, Wind & Fire, Maurice White, ist tot. Er sei in seinem Haus in Los Angeles friedlich im Schlaf verschieden, sagte sein Bruder Verdine. Seit Jahren hatte White an Parkinson gelitten und zurückgezogen gelebt. Er wurde 74 Jahre alt. Mit seinem Bruder und Sänger Philip Bailey bildete Maurice White das Herzstück der neunköpfigen Gruppe Earth, Wind & Fire, deren Blütezeit Mitte der 1970er mit dem Album "That's The Way of The World" begann. Zu ihren größten Hits zählen "September", "Shining Star", "Boogie Wonderland" und "Got to Get You Into My Life", eine Coverversion des gleichnamigen Beatles-Songs. Mehr als 90 Millionen Mal verkauften sich ihre Alben, sechs Mal wurde die Band mit einem Grammy belohnt. Der frühe Sound der Gruppe war vom Jazz geprägt, entwickelte sich dann aber mit der Zeit in eine quirlige Melange aus Funk, Gospel und Big-Band-Einflüssen.

Heinrich-Mann-Preis für Kritiker Gunnar Decker

Er führe eine "Literarische Doppelexistenz", so die Jury

Die Akademie der Künste ehrt den Berliner Autor und Kritiker Gunnar Decker mit dem Heinrich-Mann-Preis 2016. Er führe eine "literarische Doppelexistenz", erklärte die Jury. Decker (Jahrgang 1965) spüre mit Gründlichkeit und Verve den Problemen des Aktuellen nach, besonders auf dem Feld des Theaters. Auf der anderen Seite ergründe er das 20. Jahrhundert als Biograf wichtiger Autoren, etwa von Hermann Hesse und Gottfried Benn. Die mit 8000 Euro dotierte Auszeichnung erinnert an den Schriftsteller Heinrich Mann und soll am 20. Mai verliehen werden.

Julien Assange bezeichnet UN-Rechtsgutachten als Sieg  

Er fordert Schweden und Großbritannien auf, entsprechend zu handeln

Wikileaks-Gründer Julian Assange hat das UN-Rechtsgutachten, das seine jahrelange Botschaftszuflucht als Freiheitsberaubung einstuft, als einen "Sieg" bezeichnet. Schweden und Großbritannien müssten nun entsprechend dieser Schlussfolgerung handeln, sagte Assange via Video-Link in London. Das Gutachten sei "rechtlich bindend", fügte er hinzu. Zudem liege keine Anklage gegen ihn vor. Assange lebt seit über drei Jahren in der ecuadorianischen Botschaft in London, um sich einem schwedischen Haftbefehl wegen Vergewaltigungsvorwürfen zu entziehen. UN-Rechtsexperten bezeichneten dies als willkürliche Haft. Schweden und Großbritannien weisen dies zurück.
Wikileaks hatte geheime US-Militärdokumente veröffentlicht und Washington dadurch schwer verärgert. Assange erklärt, er fürchte eine Auslieferung aus Schweden in die USA.

Hongkonger Buchhändler in China inhaftiert

Sorge um Meinungsfreiheit in Hongkong

Die chinesische Polizei hat bestätigt, dass sie insgesamt fünf Buchhändler aus Hongkong festgenommen hat. Die Männer waren vor drei Monaten verschwunden. China wirft ihnen "illegale Aktivitäten" vor. Die Männer hatten Bücher verkauft, die zwar in der Sonderverwaltungszone Hongkong erlaubt sind, aber nicht in China. In der Vergangenheit hatten die chinesischen Behörden in solchen Fällen nicht eingegriffen. In der ehemaligen britischen Kolonie Hongkong wird jetzt befürchtet, dass China sich in Zukunft stärker als bislang einmischt.

Aurélie Dupont neue Chefin des Pariser Opernballetts

Intendant Stéphane Lissner stellte die 43jährige vor

Die Tänzerin Aurélie Dupont wird neue Tanzdirektorin an der Pariser Oper. Eine Stunde zuvor hatte Benjamin Millepied nach nur eineinhalb Jahren in diesem Amt das Handtuch geworfen. "Nach reiflicher Überlegung habe mich entschieden, meine Tätigkeit zu beenden", hatte der 38-Jährige erklärt. Als Grund für seine Kündigung gab der Choreograph und Tänzer an, er wolle sich "100 Prozent" der kreativen Arbeit widmen. Seine Arbeit an der Pariser Oper hätte ihm das aber nicht erlaubt. Millepied sollte Wind in das altehrwürdige Haus bringen, eckte damit aber auch an: Dass er kürzlich in einem Dokumentarfilm die Tänzerausbildung an der Oper als zu starr kritisiert und gesagt hatte, Ballett könne manchmal "tödlich langweilig" sein, soll laut "Paris Match" im Opernhaus gar nicht gut angekommen sein. Millepieds Frau, die Schauspielerin Natalie Portman, hatte nach den Anschlägen auf die Satirezeitung "Charlie Hebdo" und einen jüdischen Supermarkt überdies deutlich gemacht, sich als Jüdin in Paris unwohl zu fühlen.

Literaturstipendien für Etz und Steinberger

Die Preise werden auf der Leipziger Buchmesse verliehen

Die beiden Schriftstellerinnen Elisabeth Etz und Kathrin Steinberger erhalten in diesem Jahr die Kranichsteiner Jugendliteratur-Stipendien. Beide Autorinnen bekämen für ein halbes Jahr monatlich jeweils 2.000 Euro, teilte der Deutsche Literaturfonds in Darmstadt mit. Etz erhält das Stipendium für ihr Buch "Alles nach Plan", in dem die 16-jährige Protagonistin Anna eine Liste mit Erfahrungen erstellt, die sie sammeln will. Die 1979 in Wien geborene Elisabeth Etz ist Germanistin. Sie schreibt Bücher und Kurzgeschichten für Kinder und Jugendliche. 2004 erhielt sie den Kinder- und Jugendliteraturpreis "Dixi". Steinberger erzählt in ihrem Roman "Manchmal dreht das Leben alles um" die Geschichte zweier hochbegabter junger Menschen. Kathrin Steinberger, geboren 1982 in der Steiermark, studierte vergleichende Literatur-, Film-, Theater- und Medienwissenschaft sowie Germanistik. Auch sie ist "Dixi"-Preisträgerin.

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