Seit 19:00 Uhr Nachrichten
 
  • facebook
  •  
  • twitter
  •  
  • instagram
  •  
  • spotify
 
Seit 19:00 Uhr Nachrichten
 
 

Studio 9 | Beitrag vom 12.02.2016

Afrika-ReiseJoachim Gauck besucht Mali

Von Thielko Grieß

Beitrag hören
Bundespräsident Joachim Gauck bei seiner Rede am Hauptsitz der Kommission der Wirtschaftsgemeinschaft Westafrikanischer Staaten, ECOWAS (picture alliance / dpa / Wolfgang Kumm)
Joachim Gauch bei seinem Besuch in Nigeria, heute geht es weiter nach Mali. (picture alliance / dpa / Wolfgang Kumm)

Nach seinem Aufenthalt in Nigeria ist Bundespräsident Joachim Gauck in Mali angekommen. Bis zu 650 Soldaten der Bundeswehr sollen dort ab Sommer den Friedensprozess unterstützen. Der Einsatz wird wohl mehrere Jahre dauern.

Im Bundespräsidialamt heißt es, Joachim Gauck wolle die vom Bundestag beschlossene Bundeswehr-Mission sichtbar unterstützen. Bis zu 650 Soldaten sollen von Sommer an mit dafür Sorge tragen, dass ein im vergangenen Jahr geschlossener Friedensvertrag zwischen der malischen Regierung und einigen Minderheiten, die vor allem im Norden Malis leben, eingehalten wird. Die deutschen Soldaten lösen niederländische Einheiten ab und betreiben Aufklärung – sie sammeln Informationen über die Sicherheitslage. Dazu müssen sie auch ihre Stützpunkte verlassen. Die Bundeswehr wird in eine Gegend entsandt, in der ethnische Konflikte, Drogenschmuggel und Terrorismus ineinander fließen. Malische Sicherheitskräfte sind immer wieder Ziel von Anschlägen. Uwe Kekeritz, Bundestagsabgeordneter der Grünen und Vorsitzender der Parlamentariergruppe frankophoner Staaten Westafrikas, rechnet mit einem mehrjährigen Einsatz.

"Wir stehen vor der Situation, Mali den, ja, Banditen, den Tuareg, den Dschihadisten auszuliefern oder nicht. Es ist einfach eine Tatsache, dass die einfach in der Lage sind, das Land zu übernehmen. Und davon hat kein Mensch was."

Bundeswehr bildet hunderte malische Soldaten aus

Sein Kollege Charles Huber von der CDU, auch er Teil der Delegation des Bundespräsidenten, schätzt Mali als strategisch wichtig für Westafrika ein:

"Wenn wir diese Zonen nicht stabilisieren in Afrika, wir haben hier in Nigeria und im Tschad ein hohes Aufkommen an Binnenflüchtlingen. Wenn sich also diese Länder nicht stabilisieren mit unserer Hilfe, weil es ohne unsere Hilfe nicht geht, haben wir den nächsten verstärkten Flüchtlingsstrom aus den afrikanischen Ländern."

Der Bundespräsident will sich anschauen, wie die Bundeswehr hunderte malischer Soldaten ausbildet, mit Soldaten und Polizisten sprechen und außerdem den malischen Präsidenten treffen. Denn eines ist den Deutschen klar: Ein Teil der Konflikte ist hausgemacht, etwa in Jahrzehnten der Benachteiligung derjenigen Gruppen, die im Norden leben.

Mehr zum Thema

Flüchtlingslager in Nigeria - Ein kleines bisschen Zuversicht
(Deutschlandradio Kultur, Studio 9, 11.02.2016)

Bundespräsident in Lagos - Gauck wünscht sich "Bleibeperspektive" für junge Nigerianer
(Deutschlandradio Kultur, Studio 9, 09.02.2016)

Gaucks Nigeria-Reise - Afrikas Hoffnungsträger mit Problemen
(Deutschlandradio Kultur, Studio 9, 08.02.2016) 

Frauenbildung in Nigeria - Schraubenschlüssel statt Schminkkoffer
(Deutschlandradio Kultur, Studio 9, 10.02.2016)

Bundeswehr in Mali - Einsatz in gesetzloser Zone
(Deutschlandradio Kultur, Studio 9, 06.01.2016)

Hilferuf - Bundeswehrverband sieht Armee an der Grenze ihrer Kapazitäten
(Deutschlandradio Kultur, Studio 9, 27.12.2015)

Interview

weitere Beiträge

Frühkritik

weitere Beiträge

Buchkritik

weitere Beiträge

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie Deutschlandradio Kultur