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Kulturnachrichten

Freitag, 22. Januar 2016

Frank Castorf erhält Berliner Kunstpreis

Jury sieht in Castorf einen "Großkünstler vom Range eines Picasso für das Theater"

Der Berliner Theaterregisseur Frank Castorf wird mit dem Großen Kunstpreis der Hauptstadt ausgezeichnet. Der 64-Jährige habe das deutschsprachige Theater des letzten Vierteljahrhunderts entscheidend geprägt, erklärte die Berliner Akademie der Künste am Freitag. Der Preis, mit dem Castorfs Wirken an der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz gewürdigt wird, ist mit 15.000 Euro dotiert. Er soll am 18. März verliehen werden. In der Begründung der Jury heißt es, Castorf, dessen Intendanz an der Volksbühne 2017 endet, sei "ein Großkünstler vom Range eines Picasso für das Theater". Der gebürtige Berliner ist seit 1992 Intendant der Volksbühne. Gastregien führten ihn nach Basel, Wien, Hamburg und Zürich. Von 2003 bis 2004 war er künstlerischer Leiter bei den Ruhrfestspielen. 2013 inszenierte er bei den Bayreuther Festspielen den Opernzyklus "Der Ring des Nibelungen". Viele seiner Regiearbeiten wurden mit Theaterpreisen ausgezeichnet. Die Akademie der Künste vergibt den Großen Kunstpreis jährlich und im Turnus ihrer sechs Sektionen im Auftrag Landes Berlin.

Julia Nauhaus wechselt von Altenburg nach Wien

Die Kunst- und Literaturhistorikerin geht an die Akademie der bildenden Künste

Julia M.Nauhaus, deren Vertrag im Altenburger Lindenau-Museum nicht verlängert wurde, geht nach Wien. Nauhaus übernimmt am 1. April als neue Leiterin die Gemäldegalerie und das Kupferstichkabinett der Akademie der bildenden Künste Wien. Rektorin Eva Blimlinger erklärte am Freitag in Wien, sie freue sich, "dass mit Julia M. Nauhaus eine in vielen Bereichen höchst qualifizierte Persönlichkeit für die Leitung dieser beiden bedeutenden Sammlungen der Akademie gefunden werden konnte." Nauhaus sei es in Altenburg hervorragend gelungen, historisches Erbe, wissenschaftliche Bearbeitung und publikumswirksame Präsentation erfolgreich miteinander zu verbinden. Die gebürtige Zwickauerin hatte im Juli 2012 die Leitung des Museums übernommen. Nun wird sie drei Monate vor Ende des Vertrages in Österreich erwartet. Zu den Aufgaben der neuen Direktorin wird vor allem die wissenschaftlich-künstlerische sowie organisatorische Gesamtleitung der beiden Einrichtungen zählen. Zu den Zielen gehöre auch, neue Publikumsschichten zu gewinnen. "So sehr die beiden Sammlungen in internationalen Fachkreisen zu den Highlights zählen, so sind sie außerhalb Wiens nach wie vor ein Geheimtipp", wird Nauhaus zitiert.

Stage Entertainment schließt Musicalschule in Hamburg

Die Zukunft der Schüler noch ungewiss

Der Unterhaltungskonzern Stage Entertainment schließt seine Musicalschule in der Hamburger Speicherstadt. Im Juli werde die 2003 gegründete Joop van den Ende Academy aufgrund von Sparmaßnahmen geschlossen, sagte ein Unternehmenssprecher am Freitag. Derzeit habe die Musicalschule 24 Schüler in drei Jahrgängen, erklärte der Sprecher. Die sechs Schüler des Abschlussjahrgangs könnten ihre Ausbildung noch beenden, die Zukunft der anderen 18 sei noch ungewiss. Die Akademie bot bisher eine dreijährige staatlich anerkannte Ausbildung zum Musicaldarsteller an. Der Stage-Mehrheitseigner CVC Capital Partners hat einen Anteil von 60 Prozent an dem Theaterunternehmen, Stage-Gründer Joop van den Ende hält 40 Prozent der Firmenanteile.

Geißendörfer für öffentliche Ausschreibung der Ophüls-Festivalleitung

Filmproduzent fürchtet um die Qualität des Filmfestivals

Der Filmproduzent Hans W. Geißendörfer hat sich für eine öffentliche Ausschreibung der künstlerischen Festivalleiterstelle des Filmfestivals Max Ophüls Preis ausgesprochen. Er habe sonst Sorgen, dass die neue Leitung "Wachs in den Händen der Kommunalpolitik" sei, sagte der Produzent der TV-Dauerserie "Lindenstraße" am Freitag in Saarbrücken. Eine Fachkommission müsse über geeignete Kandidaten entscheiden. Diese Forderung an die saarländische Landeshauptstadt stellte er zusammen mit dem früheren Festivalleiter Boris Penth. Im November war bekanntgeworden, dass die künstlerische Leiterin des Filmfestivals Max Ophüls Preis, Gabriella Bandel, mit der 37.Wettbewerbsausgabe ihre Tätigkeit beendet. Zu den genauen Gründen ist nichts bekannt. Saarbrückens Kulturdezernent Thomas Brück (Grüne) hatte angekündigt, für Februar einen Nachfolger oder eine Nachfolgerin zu finden. "Wir wollen nur erreichen, dass die Qualität des Festivals erhalten bleibt", erklärte Geißendörfer. Den Kommunalpolitikern sei noch nicht bewusst, dass es sich beim Ophüls-Filmfestival nicht nur um ein Saarbrücker, sondern auch um ein deutsches Ereignis handle. Es gebe sonst nirgendwo eine vergleichbare Veranstaltung für junge Nachwuchsregisseure, betonte der Produzent.

Fünfmillionster Besucher der Ausstellung des Holocaust-Mahnmals

Kulturstaatsministerin Monika Grütters erfreut über uneingeschränktes Interesse

Fünf Millionen Menschen haben bislang die Ausstellung des Holocaust-Mahnmals in Berlin besucht. Kulturstaatsministerin Monika Grütters begrüßte am Freitagmorgen eine 18-jährige Abiturientin aus Wittenberg (Sachsen-Anhalt) als fünfmillionsten Gast in der Ausstellung, wie die Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas mitteilte. Die Besucherzahl sei Beweis für das uneingeschränkt große Bedürfnis, sich mit der nationalsozialistischen Barbarei auseinanderzusetzen, sagte Grütters laut Mitteilung. Das Denkmal mit seinen Betonquadern ist seit 2005 eine der bekanntesten Touristenattraktionen Berlins. Die Besucherzahl wird nur für die unterirdische Ausstellung im sogenannten Ort der Information erfasst.

3D-Rundflug durch den Aachener Dom

Begeisterung für die Kathedrale mit neuer Homepage wecken

Der Aachener Dom präsentiert sich künftig mit einem neuen Internetauftritt. Dompropst Manfred von Holtum wird die Homepage www.aachenerdom.de am kommenden Freitag (29. Januar) im Rahmen des Karlsfestes offiziell freischalten, wie das Domkapitel am Freitag in Aachen ankündigte. Das neue Internetportal solle bei den Menschen Begeisterung für die Kathedrale wecken und zum Besuch von Gottesdiensten, Domkonzerten sowie Führungen im Dom und in der Schatzkammer einladen. Unter anderem bietet die neue Website einen interaktiven 3D-Rundflug durch das Innere des Doms mit einer Zeitreise durch die 1.200-jährige Geschichte der Kathedrale. Rund 1,3 Millionen Menschen besuchen nach den Angaben jedes Jahr den Aachener Dom. Das Bauwerk aus der Zeit Kaiser Karls des Großen ist Bischofskirche von Aachen, Begräbniskirche Karls des Großen, Wahrzeichen für die Kaiserstadt Aachen und UNESCO Welterbestätte.

Berühmtes Ziegfeld-Kino in New York schließt

Eventuelle Wiedereröffnung als Veranstaltungssaal

Einst feierten hier Hollywood-Filme wie "Cabaret", "Manhattan" oder "3 Engel für Charlie" umjubelte Premieren mit Stargästen, jetzt muss das berühmte New Yorker Ziegfeld-Kino schließen. Innerhalb der nächsten Wochen werde das Ende der 60er Jahre eröffnete Kino zumachen, berichteten zahlreiche US-Medien. Voraussichtlich im kommenden Jahr werde der mitten in Manhattan gelegene Saal wieder aufmachen, aber nicht mehr als Kino, sondern er könne dann beispielsweise von Firmen für besondere Anlässe gemietet werden. Es gebe einfach zu wenig Einnahmen, und die Kosten seien zu hoch, hatte der Chef der Betreiberfirma Cablevision schon vor ein paar Monaten in einem Interview gesagt. "Das Kino-Business ist schwierig."

Frankreich sucht PC-Tastatur für richtige Grammatik

Gebräuchliche Tastaturen machen korrekte Schreibweise schwer

Frankreichs Regierung setzt sich zu Gunsten der französischen Grammatik für eine standardisierte Computertastatur ein. Diese soll die Vielzahl an Modellen ersetzen, die derzeit auf dem Markt sind. Derzeit sei es "nahezu unmöglich, mit einer in Frankreich verkauften Tastatur Französisch korrekt zu schreiben", heißt es. Das französische Kulturministerium verwies darauf, dass es keine standardisierten Tasten für Akzente, Anführungszeichen oder bestimmte Buchstaben gebe - wie jene, die den korrekten Beginn des Wortes "oeuvre" (Werk) formen. Die in Frankreich genutzte sogenannte AZERTY-Tastatur ist eine Variation der englischsprachigen Tastatur, die viele Länder mit lateinischem Alphabet benutzen. Die französische Organisation, die für Normen zuständig ist, will ihre Schlussfolgerungen zu der Angelegenheit im Sommer präsentieren.

Adele knackt YouTube-Rekord

Innerhalb von drei Monaten eine Milliarde Klicks für YouTube-Video "Hello"

Der britische Superstar Adele (27) hat nach Angaben der Videoplattform 87 Tage für die ein Milliarde-Marke gebraucht, der bisherige Rekordhalter Psy (38) 158 Tage. Das Musikvideo "Gangnam Style" des südkoreanischen Rappers aus dem Jahr 2012 bleibt aber mit über 2,5 Milliarden Klicks der unangefochtene Spitzenreiter der erfolgreichsten YouTube-Clips. Nach Angaben des US-Unternehmens vom Donnerstag (Ortszeit) gibt es momentan 17 Videos, die mehr als eine Milliarde Mal angeklickt wurden, darunter "Sugar" von Maroon 5, Major Lazers "Lean On" und "Baby" von Justin Bieber.

Forschungszentrum Sanssouci nimmt Arbeit auf

Die philosophischen Schriften von Friedrich II. sollen wissenschaftlich untersucht werden

Der kulturelle Nachlass der preußischen Königsfamilie wird künftig vom Forschungszentrum Sanssouci aufgearbeitet, am Sonntag nimmt das Zentrum offiziell seine Arbeit auf. Die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg und die Universität Potsdam kooperieren dabei eng. Die Wissenschaftler hätten bereits die erste englischsprachige Edition der philosophischen Schriften von Preußenkönig Friedrich II. (1712-1786) in Angriff genommen, sagte Jürgen Luh, einer der beiden Leiter des Centers. Der Monarch schrieb in französischer Sprache mehrere Werke über seine eigene Regierungszeit, dazu philosophische, staatstheoretische und politische Beiträge. Zudem sei eine kommentierte Herausgabe der Briefe der Markgräfin Wilhelmine von Bayreuth (1709-1758) in Arbeit, sagte Luh. Zwischen 1754 und 1755 reiste die Schwester von Friedrich II. durch Frankreich und Italien. Von unterwegs habe sie während der Zeit etwa 120 Briefe an den König, die Familie und Freunde geschrieben, alle in französischer Sprache. Mit dem Research Center Sanssouci sollen Forschungskapazitäten beider Einrichtungen gebündelt werden.

Kunden mit falscher Prada-Webseite abgezockt

Italienische Polizei spürte Mode-Fälscher in China auf

Ein internationaler Ring von Mode-Fälschern mit Hauptsitz in China hat die Webseite des italienischen Luxuskonzerns Prada täuschend echt nachgestellt und weltweit für viel Geld gefälschte Ware verkauft. Jetzt sei die Polizei im norditalienischen Pordenone dem kriminellen Netzwerk auf die Spur gekommen und habe die Seite im Internet gesperrt, berichtete die Nachrichtenagentur Ansa. Die Gruppe habe mit einem Konto im südchinesischen Guangdong und Lagern mit falschen Prada-Artikeln in Hongkong gearbeitet. Der Fälscherring habe sich bis nach Frankreich, Holland und Großbritannien erstreckt, hieß es. Die Webseite sei auch grafisch so gut gestaltet worden, dass es für Kunden fast unmöglich gewesen sei, den Schwindel zu bemerken, erklärten die Ermittler. Auch bei der Ware habe nur ein geübtes Auge erkennen können, dass es sich um nachgemachte Produkte handelte - die zu den Originalpreisen von Prada verkauft wurden.

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