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Mahlzeit / Archiv | Beitrag vom 19.03.2005

Abwarten und Teetrinken

Chinesischer Teepflücker (AP)
Chinesischer Teepflücker (AP)

Wie alt die Geschichte des Teetrinkens ist, vermag heute kein Historiker mehr zu belegen. Fest steht, dass die Heimat des Teestrauches China ist. Das chinesische Schriftzeichen für Tee, Ch'uan, ist eines der ältesten Symbole der chinesischen Sprache und wird sowohl für den Teestrauch als auch für das aus seinen Blättern bereitete Getränk verwendet. Überliefert ist, dass es dem Tee nach und nach gelang, den beliebten Reiswein zu verdrängen.

Von Regierungsseite wurde das unterstützt. So rief Kaiser Fu-kien-lieng (um 370 n. Chr.) das Volk auf, "den nicht berauschenden Tee" zu trinken, "diese köstliche Flüssigkeit, vertreibt er doch die Sorgen und versetzt den Körper in einen Zustand der Ruhe und des Wohlbehagens". Tschin-mung, ein gefeierter Lehrer der Lebensweisheit (um 560 n. Chr.), schließt sein Lob auf den Tee mir den Worten: "Tee ist besser als Wein, denn er vermittelt keinen Rausch". Dazu noch ein geschichtliches Kuriosum: die Teekanne entwickelte sich in China aus den Weinkrügen.

Tee ist der bevorzugte "Stimmungsmacher" von Briten und Iren. In Großbritannien stand kaum Kaffee zur Verfügung, weil der auf Ceylon begonnene Kaffeeanbau dem Kaffeerost, einer Pflanzenkrankheit, zum Opfer fiel. Dafür gedieh dort der Tee umso prächtiger, so dass die englische Bevölkerung das trank, was die Kolonien in großer Menge liefern konnten. Das Getränk wurde sogar bereitwilliger akzeptiert, da Teeblätter dreimal soviel Koffein enthalten wie Kaffeebohnen. Deshalb verwendet man für eine Tasse auch weniger Teeblätter als Kaffeebohnen. Durch seinen hohen Koffeingehalt hebt der Tee unsere Stimmung ganz genauso. Daneben sind noch geringe Mengen an dem nahe verwandten Theophyllin vorhanden. Das entspannt übrigens auch die Bronchien, weshalb Asthmatiker eher zum Tee- als zum Kaffeekonsum neigen.

Das bekannte Phänomen, dass kurz gebrühter Tee anregend wirkt, lange gezogener Tee aber beruhigend, liegt wohl daran, dass sich das aufputschende Koffein sofort aus den Blättern löst, während der beruhigende Wirkstoff etwas länger braucht. Diese Substanz heißt Theanin. Sie hebt jenen Teil der Koffeinwirkung wieder auf, der uns "hippelig" macht. Deshalb, so die Theorie, wirkt eine gewöhnliche Tasse Tee bei gleichem Koffeingehalt viel "sanfter" als eine Tasse Kaffee.

Entnommen aus: Pollmer, Fock, Gonder Haug: Prost Mahlzeit! Krank durch gesunde Ernährung. Kiepenheuer & Witsch, Köln 2002

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