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Konzert / Archiv | Beitrag vom 05.08.2012

67. Sommerliche Musiktage Hitzacker

Carolin Widmann und die Camerata Bern

Blick auf die Elbe bei Hitzacker
Blick auf die Elbe bei Hitzacker (Sommerliche Musiktage Hitzacker)

"'Exil' lautet das Thema meines Antrittsjahres bei den Sommerlichen Musiktagen Hitzacker. Was ist Exil?" Das fragt Carolin Widmann, neue Künstlerische Leiterin der Sommerlichen Musiktage Hitzacker. "Natürlich denken wir bei dem Begriff zunächst an die aus dem deutschsprachigen Raum vertriebenen Künstler Schönberg, Weill, Brecht, Korngold oder jene, die interniert waren, wie Schulhoff und Messiaen. Sie alle sollen beim diesjährigen Festival eine Heimat finden.

Aber ist Exil ausschließlich als politisch bedingter Verlust von Heimat und Zuhause definiert? Die Britin Rebecca Saunders, bei uns Komponistin 'out of residence', hat ästhetisches Exil in Deutschland gefunden und lebt seit mehr als 20 Jahren in Berlin. Auch selbst gewählte Reduktion, Askese wie im Werk Morton Feldmans, steht dafür. Genauso kann das Spätwerk Schumanns oder Beethovens im Lichte inneren Exils erscheinen. Und unser Festspielort Hitzacker, der bis zur Grenzöffnung 1989 als Zonenrandgebiet galt, kann seine ganz eigene Geschichte zu diesem Thema erzählen...." (Carolin Widmann)

Deutschlandradio Kultur sendet in einer Aufzeichnung vom Vormittag des 5. August ein Konzert mit der Camerata Bern unter der Leitung von Carolin Widmann. Gegründet 1962 mit der Idee, als kleine, flexible Formation ohne Dirigenten zu konzertieren, hat sich as Ensemble rasch zu einem weltweit anerkannten Kammerorchester entwickelt. Die 14 Ensemblemitglieder sind ausnahmslos ausgebildete Solistinnen und Solisten. Ihr Spiel unter der künstlerischen Leitung von Antje Weithaas, wie auch verschiedenen Gästen (Erich Höbarth, Carolin Widmann) zeichnet sich aus durch subtile und absolut homogene Klangkultur, Frische und außergewöhnliche Stilsicherheit in allen Bereichen des Repertoires, vom Barock bis in die Gegenwart.

Im Berner Oberland begann Béla Bartók an seinem "Divertimento" für Streichorchester zu arbeiten. Noch wusste er nicht, dass er seine Heimat Ungarn aufgrund des Ausbruchs des Zweiten Weltkriegs nie wieder sehen würde. Kombiniert wird dieses Meisterwerk mit Beethovens später "Kreutzer-Sonate", brillant arrangiert für Solo-Violine und Streicher von Richard Tognetti.
musiktage-hitzacker


67. Sommerliche Musiktage Hitzacker
Kultur- und Tagungszentrum
Aufzeichnung vom 05.08.2012

Béla Bartók
Divertimento für Streichorchester
Zehn leichte Stücke, bearbeitet für Streichorchester

Ludwig van Beethoven
Sonate für Klavier und Violine Nr. 9 A-Dur op. 47 ("Kreutzersonate")
arrangiert für Solovioline und Streicher von Richard Tognetti

Camerata Bern
Leitung und Violine: Carolin Widmann

nach Konzertende ca. 21:30 Uhr Nachrichten

Siemensvilla Berlin
Aufzeichnung vom 30.09.2011

Mauricio Kagel
Klaviertrio Nr. 2

Trio Imàge
Gergana Gergova, Violine
Thomas Kaufmann, Violoncello
Pavlin Nechev, Klavier