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Kulturnachrichten

Mittwoch, 14. Oktober 2015

Meryl Streep wird Jury-Präsidentin bei der Berlinale

Amerikanische Schauspielerin übernimmt zum ersten Mal einen Jury-Vorsitz

Die amerikanische Schauspielerin und dreifache Oscar-Preisträgerin Meryl Streep (66) wird Jury-Präsidentin bei der Berlinale 2016. Das teilte das Festival heute mit. Sie sehe der Aufgabe mit besonderer Freude und Spannung entgegen, erklärte Streep. "Die Verantwortung ist fast etwas einschüchternd, da ich noch nie Präsidentin von irgendetwas gewesen bin." 2012 war Streep in Berlin mit dem Goldenen Ehrenbären für ihr Lebenswerk ausgezeichnet worden.
Die 66. Berlinale findet vom 11. bis 21. Februar statt.

Tibetischer Schriftsteller nach zehn Jahren Haft frei

Dolma Kyab musste volle Gefängnisstrafe absitzen

Der tibetische Schriftsteller ist nach zehneinhalb Jahren Haft in Lhasa freigelassen worden. Die Verurteilung des heute 39-Jährigen wegen angeblicher "Gefährdung der Staatssicherheit" sei offenbar allein wegen seines unveröffentlichten Buchmanuskripts mit dem Titel "Der unruhige Himalaya" erfolgt, erklärte die Internationale Tibet-Kampagne in Berlin. Kyab habe seine Gefängnisstrafe trotz Protesten voll verbüßen müssen. Auch die Schriftstellervereinigung Pen hatte sich für ihn eingesetzt. Laut der Tibet-Kampagne war Kyab nach seiner Freilassung am 8. Oktober von Polizisten in seinen Heimatort Dola im Nordosten Tibets gebracht worden. Seine Familie sei um seine Gesundheit besorgt, hieß es. In seinem unveröffentlichten Buch wollte Kyab die Ansichten der tibetischen Jugend über das Tibet von heute darlegen.

Buena Vista Social Club spielen im Weißen Haus

Erster Auftritt einer kubanischen Band beim US-Präsidenten seit 50 Jahren

Das diplomatische Tauwetter zwischen Washington und Havanna wird von einer Gruppe berühmter Kubaner nun auch musikalisch untermalt. Die legendäre kubanische Musikgruppe Buena Vista Social Club soll morgen im Weißen Haus ihr Debüt geben, wie CNN berichtete. Der Auftritt bei einer Feier zum Einfluss hispanischer Einwanderer wird der erste Auftritt einer aus Kuba stammenden Band im Wohn- und Regierungssitz des US-Präsidenten seit einem halben Jahrhundert. Auch Amtsinhaber Barack Obama nimmt teil. In einem historischen Schritt hatten Obama und Kubas Präsident Raúl Castro im Dezember 2014 die Normalisierung der diplomatischen Beziehungen ihrer Länder angekündigt. Obama hob zudem eine Reihe von Sanktionen gegen Kuba auf. Seit Juli haben beide Staaten wieder Botschafter im jeweils anderen Land.

Peter Handke erhält Würth-Preis für Europäische Literatur

Verleihung im Frühjahr 2016

Der österreichische Schriftsteller und Übersetzer Peter Handke wird mit dem Würth-Preis für Europäische Literatur geehrt. In seinen Werken bündelten sich Selbst- und Weltbeobachtung, Lektüre, Erinnerung, Selbstkritik und Selbstverspottung, teilte das Unternehmen Würth in Künzelsau mit. Handkes Epos "Die morawische Nacht" sei ein Abgesang auf sein Lebensthema "Traum und Trauma Jugoslawien" mit poetischen Mitteln. Mit seinem Buch habe sich Handke aus dem Abseits befreit, in das er sich im Balkan-Konflikt manövriert habe, urteilte die Jury. Die Verleihung des mit 25.000 Euro dotierten Preises findet im Frühjahr 2016 in Stuttgart statt.

Man Booker Prize verliehen

Erster Jamaikaner ausgezeichnet

Der renommierte Man Booker Prize für englischsprachige Literatur geht in diesem Jahr an den Jamaikaner Marlon James. Das hat die Jury in der Nacht mitgeteilt. Die Auszeichnung erhält James für sein von Bob Marley inspiriertes Werk "Brief History of Seven Killings". Es beschreibt einen Mordversuch an Bob Marley im Jahr 1976 und den Aufschwung des Drogenhandels auf der Insel. Eine deutsche Fassung gibt es noch nicht. James ist der erste jamaikanische Schriftsteller, der diesen Preis gewinnt. Die Entscheidung der Jury fiel einstimmig. Im vergangenen Jahr wurde der australische Autor Richard Flanagan mit dem Preis geehrt.

Mehr als 40 indische Literaten geben Auszeichnung zurück

Autoren protestieren gegen intolerantes Gesellschaftsklima

In Indien haben dutzende Romanciers, Autoren, Dramatiker und Poeten eine der renommiertesten Literaturauszeichnungen des Landes zurückgegeben. Sie erklärten, angesichts von Gewalt und Angriffen auf Intellektuelle könnten sie nicht länger schweigen und verzichteten deshalb nachträglich auf den Preis der Sahitya-Literaturakademie. Bis heute haben sich 41 Autoren der Aktion angeschlossen. Die Akademie habe sich kaum zu dem Mord an Preisträger Malleshappa Kalburgi geäußert, der gegen Aberglauben und falsche Glaubensgewissheiten geschrieben hatte, hieß es. Der indisch-britische Autor Salman Rushdie unterstützte seine Kollegen und warf der nationalistischen Regierung von Premierminister Narendra Modi vor, durch ihr Schweigen eine Stimmung aggressiver Gewalt zu fördern. Nach Ansicht der Regierung ist die Aktion der Literaten politisch motiviert. "Wenn sie sagen, sie seien nicht mehr in der Lage, zu schreiben, lasst sie mit dem Schreiben aufhören", sagte Kulturminister Mahesh Sharma.

Reuchlinpreis für Judaisten Peter Schäfer

Wissenschaftler leitet Jüdisches Museum in Berlin

Peter Schäfer (72), Direktor des Jüdischen Museums in Berlin, erhält am Samstag den Reuchlinpreis der Stadt Pforzheim. Geehrt wird der Judaist, der als einer der bedeutendsten Forscher zum Verhältnis von Judentum und Christentum gilt, für herausragende Verdienste in seiner wissenschaftlichen Arbeit. Die Auszeichnung ist mit einem Preisgeld von 12.000 Euro verbunden. Der zusammen mit der Heidelberger Akademie der Wissenschaften verliehene Preis wird seit 1955 alle zwei Jahre vergeben. Eingeführt wurde er zum 500. Geburtstag des Humanisten Johannes Reuchlin (1455-1522). Zu den Preisträgern gehören unter anderen der Philosoph Hans-Georg Gadamer, der Politikwissenschaftler Dolf Sternberger, die Islamwissenschaftlerin Annemarie Schimmel, Kardinal Karl Lehmann und Bischof Wolfgang Huber.

Buchmesse zeichnet "Carol" als besten Literaturfilm aus

Regisseur Haynes erhält Preis für Highsmith-Adaption

Der Preis der Frankfurter Buchmesse für die beste internationale Literaturverfilmung geht in diesem Jahr an den US-Filmregisseur Todd Haynes. Ausgezeichnet wird der Film "Carol", der auf dem 1952 erschienenem Roman von Patricia Highsmith The Price of Salt beruht. Die mit Cate Blanchett und Rooney Mara besetzte Produktion lief in diesem Jahr im Wettbewerb der Filmfestspiele in Cannes, wo Rooney Mara den Preis als "Beste Darstellerin" erhielt. Der Preis, der die Zusammenarbeit zwischen der
Verlags- und der Filmbranche intensivieren soll, wird am Dienstag anlässlich der Deutschlandpremiere des Filmes in Berlin an Todd Haynes verliehen. Der Film um eine lesbische Liebe im New York der 50er Jahre kommt im Dezember in die deutschen Kinos.

Archäologen entdecken Römerlager bei Hannover

Marschlager gilt als Sensationsfund

Archäologen haben erstmals in Norddeutschland ein römisches Marschlager entdeckt. Die Wissenschaftler der Universität Osnabrück und des niedersächsischen Landesamtes für Denkmalpflege wiesen südlich von Hannover unter anderem einen Umfassungsgraben und eine Toranlage in typischer römischer Bauweise nach. Das teilte das Landesamt mit. Der Fund gilt als Sensation. Die Experten vermuteten schon seit langem die Existenz einer ganzen Reihe solche Lager. Ihr Nachweis falle jedoch extrem schwer, da die sehr kurzfristige Nutzung kaum Spuren hinterlassen habe, hieß es. Morgen wollen die Experten in Hannover weitere Einzelheiten zu dem Fund vorstellen. Das Lager stammt den Angaben zufolge aus der sogenannten Okkupationszeit in den Jahren kurz vor oder kurz nach Christi Geburt.
Es sei angelegt worden, als die Römer versuchten, ihre Präsenz im heutigen Niedersachsen zu festigen. Diese Epoche fand mit der Varusschlacht im Teutoburger Wald im Jahr 9 nach Christus ein jähes Ende.

Erich-Kästner-Preis für Felicitas Hoppe

Schritststellerin wird als "Meisterin der Selbstinszenierung" geehrt

Felicitas Hoppe erhält den "Erich Kästner Preis für Literatur 2015". Die mit 5.000 Euro dotierte Auszeichnung wird der Berliner Schriftstellerin am 30. Oktober in der Internationalen Jugendbibliothek in München verliehen. Geehrt werde eine Autorin, "die wie Kästner eine Meisterin der literarischen Selbstinszenierung ist", teilte die Erich Kästner Gesellschaft mit. Hoppe schreibe "mit unbekümmerter Fabulierlust und unerschöpflicher Fantasie" postmoderne Abenteuer- und Schelmenromane. Sie habe Vergnügen an ironischen Verwirrspielen und scheue als bekennende Liebhaberin von Märchen und Rittergeschichten nicht vor Ausflügen in die Kinderliteratur zurück. Die aus Hameln stammende Hoppe veröffentlichte zuletzt die fiktive Autobiografie "Hoppe" (2012). Der Kästner-Preis wird in unregelmäßigen Abständen an lebende deutschsprachige Autoren vergeben, die herausragende Werke mit zeitkritischen Zügen veröffentlicht haben.

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