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Im Gespräch / Archiv | Beitrag vom 23.06.2012

60 Jahre "Bild"

Gäste: Ernst Elitz, Journalist, und Ulrike Simon, Medienjournalistin

Moderation: Gisela Steinhauer

Die Bild-Zeitung freut sich...
Die Bild-Zeitung freut sich... (AP)

"Bundesliga-Hammer: 1. Tor mit Penis geschossen!", Wir sind Papst!", "Nehmt den Griechen den Euro weg!" Für die einen ist sie übelste Meinungsmache, für die anderen ein unverzichtbares Leitmedium: Am 24. Juni feiert die "Bild"-Zeitung 60. Geburtstag. Diesen Samstag will Chefredakteur Kai Diekmann jeden der 41 Millionen Haushalte im Land mit einer kostenlosen Jubiläums-Ausgabe versorgen.

Wofür brauchen wir die "Bild"?
Um uns täglich neu aufzuregen, wie es Günther Wallraf formuliert? Oder ist sie das "Spiegelbild der Welt", wie Ex-"Spiegel"-Chefredakteur Stefan Aust meint? Ist sie gut gemachter Boulevard oder Trash, gefährliche Manipulation oder Zeugnis der Weltgeschichte?

"'Bild' ist ein Leitmedium","

sagt Ernst Elitz.

""Der Erfolg der 'Bild' ist, dass sie in der Lage ist, die Welt einfach zu erklären."

Der Journalist kennt das Mediengeschäft seit mehr als fünf Jahrzehnten; er hat in allen Genres gearbeitet, unter anderem beim RIAS, dem ZDF und beim "Spiegel". Von 1994 bis 2009 war er Intendant des Deutschlandradios. Heute lehrt er Kultur- und Medienmanagement an der Freien Universität Berlin – und er schreibt regelmäßig Kommentare für die "Bild".

"Bild" ist für ihn eine "Mega-Marke"

"'Bild' ist die Tageszeitung, die am meisten zitiert wird, und zwar nicht mit Schlagzeilen wie 'Deutscher Urlauber von Palme erschlagen', sondern mit Quotes und Facts aus Politik und Wirtschaft. 'Bild' ist Nachrichtenquelle und deshalb am frühen Morgen in fast allen Redaktionen Pflichtlektüre. Kaum ein Politiker, der sie nicht aufschlägt. Und bei Zwölf-Millionen-Reichweite kann ohnehin kein anderes Printprodukt es mit der 'Bild'-Zeitung aufnehmen."

"Ich kritisiere an der 'Bild' die Methoden, die unlauter sind, wie Leute unter Druck gesetzt werden","

sagt die Medienjournalistin Ulrike Simon, die die Berichterstattung der "Bild" seit Langem kritisch begleitet. Auch, weil sie selbst mehrere Jahre für verschiedene Blätter aus dem Springer-Verlag gearbeitet hat.

""Sie ist gefährlich, wenn sie manipuliert und Stimmung macht, siehe Griechenland oder die Berichterstattung über Sarrazin, die durchaus Hass in der Gesellschaft sät."

Ihre Erfahrung – gerade auch im Hinblick auf den Umgang mit Prominenten:

"Wer 'Bild' den kleinen Finger gibt, dem reißt sie den Arm ab."


"60 Jahre 'Bild'" - Darüber diskutiert Gisela Steinhauer heute von 9 Uhr 05 bis 11 Uhr mit Ulrike Simon und Ernst Elitz. Hörerinnen und Hörer können sich beteiligen unter der Telefonnummer 00800 2254 2254 oder per E-Mail unter gespraech@dradio.de.